Antoine de Saint-Exupéry - Flug nach Arras / Pilote de Guerre

  • Buchdetails

    Titel: Flug nach Arras


    Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 160

    ISBN: 9783499102066

    Termin: Dezember 1956

  • Bewertung

    3.8 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Flug nach Arras"

    Während einer bereits verlorenen Schlacht erhalten Hauptmann 'Saint-Ex' und seine Besatzung der Luftaufklärungsgruppe 2 / 33 den 'widerlichen Auftrag' zu einem Himmelfahrtskommando. In niedriger Höhe sollen sie feindliche Panzeransammlungen beobachten. Aber ihre Informationen nützen keinem mehr. Während seiner hoffnungslosen Mission denkt der große französische Fliegerheld und Dichter - unter sich die Prozessionen der Flüchtlinge, das Chaos der Zerstörung und die kalte Maschinerie des Krieges - über den Sinn der Dinge und das Schicksal der menschlichen Kultur nach.
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  • Autor: Antoine de Saint-Exupéry
    Titel: Flug nach Arras, aus dem Französischen übersetzt von Fritz Montfort
    Original: Pilote de Guerre, erschien erstmals 1942
    Seiten: 240 Seiten
    Verlag: Karl Rauch
    ISBN: 978-3792000731


    Der Autor: (Verlagshomepage)
    Antoine de Saint-Exupéry ist einer der bekanntesten modernen französischen Schriftsteller. Bereits seine ersten Werke, Südkurier und Nachtflug, machten ihn nicht nur in Frankreich berühmt. Sein Weltruhm wurde durch den Kleinen Prinzen endgültig gefestigt. In seinem Gesamtwerk bringt Antoine de Saint-Exupéry seine Lebenserfahrung zum Ausdruck. Die zeitliche und geografische Nähe zur Geschichte der Fliegerei machten aus ihm einen begeisterten Flieger und schafften für ihn den Erfahrungshorizont, den er uns in seinem Werk vermittelt. Saint-Exupéry verbleibt selten bei der reinen Beschreibung, wichtiger ist ihm der verborgene Sinn der Dinge…


    Inhalt: (Klappentext)
    Frankreich steht vor der Kapitulation, und doch wird so getan, als sei die Schlacht noch nicht entschieden. In niedriger Höhe sollen Antoine de Saint-Exupéry und seine zwei Begleiter bei einem Aufklärungsflug feindliche Panzerverbände erkunden. "Ohne ein genaues Ziel werden Besatzungen geopfert. Pflichtgemäß erlassen die Stäbe ihre Befehle [...], sie verlangen Erkundungen, die unmöglich einzuholen sind".
    Antoine de Saint-Exupéry überlebte den Einsatz und veröffentlichte sein Buch 1942.


    Meinung:
    Nachdem ich kürzlich von Saint-Ex Nachtflug positiv überrascht war, habe ich «Flug nach Arras» von meinem Langzeit-SUB befreit. Aber allzu sehr begeistern konnte mich der Kriegsbericht mit philosophischen Überlegungen leider nicht.
    Der Beginn und die Ausgangslage ist spannend: der Autor ist Kriegspilot und muss auf einen scheinbar ausweglosen Erkundungsflug, risikoreich und vermutlich ohnehin sinnlos. Es ist Mai 1940 und Frankreich musste schwere Verluste gegen Deutschland erleiden. Überall Flüchtlinge, die ziellos durchs Land laufen, brennende Städte, eine sich auflösende Informationskette innerhalb des Militärs, unterlegenes Kriegsmaterial – der Pilot reflektiert die derzeitige Situation, macht sich Gedanken über Kameradschaft, Zusammenhalt und weswegen er ins Flugzeug gestiegen ist (zusammen mit zwei weiteren Soldaten), erinnert sich aber auch an Kindheit, Freundschaft und «Irrwege des Humanismus». Diese gut drei Viertel des Buches lesen sich spannend und unterhaltsam, finden ihren Höhepunkt beim Überflug von Arras und dem Beschuss auf das Flugzeug. Aber dann wird es philosophisch. Die Besatzung kommt heil zurück und Saint-Exupéry schwafelt seitenweise schwer Verständliches Zeug; ich habe nach einer Weile mehrere Seiten nur noch überflogen. Es geht um das Wesen der Menschen, den Wurzeln der Kultur, dem falschen Humanismus, der Werte wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Nächstenliebe zwar predigt aber nicht mehr lebt. Alle schön und recht, aber hier so überdick aufgetragen, dass diese Predigt jegliche Leselust und das Mitdenken vertreibt. Ein heftiger Einschnitt, nach dem actionreichen Kriegsbericht dann die Reflektion auf das Menschliche, das Bodenständige, … Diese Zäsur gefiel mir nicht, und die etwas schmalzigen Lebensweisheiten reichten mir bereits beim Kleinen Prinzen.

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