Abby Jimenez - Wenn in mir die Glut entflammt / The Happy Ever After Playlist

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  • :!: Hinweis: Dies ist übrigens Band 2 einer Reihe. Im vorhergehenden Band geht zwar um die beste Freundin der Protagonistin in diesem Buch, jedoch wird ein Teil des Schicksals unserer Heldin aus Band 2 bereits in Band 1 abgehandelt. Die untenstehende Inhaltsangabe könnte daher als Spoiler zu Band 1 gewertet werden. Bitte nicht weiterlesen, soweit man hier chronologisch vorgehen möchte.



    Über die Autorin: Abby Jimenez lebt in Minnesota und ist Gründerin der international erfolgreichen Konditor-Marke ›Nadia Cakes‹. Seit einiger Zeit ist sie außerdem als Romance-Autorin tätig. (Quelle: dtv.de)


    Inhalt: Zwei Jahre nach dem Tod ihres Verlobten ist das Leben von Sloan Monroe immer noch nicht im Lot. Doch als ein Hund mit Nimm-mich-mit-Blick durchs kaputte Sonnendach ihres Autos springt, ändert sich alles. Denn nach einigen Wochen ohne Antwort auf ihre Kontaktversuche meldet sich Tuckers Herrchen – Rock-Star Jaxon Waters, auf Tournee unterwegs. Und er will Tucker zurück, wenn er wiederkommt. Aus nüchternen SMS werden Flirts, dann lange Telefonate, denn Jaxon ist sexy, nett und witzig. Und bekannt für seine wilden Affären. Als Sloan und Jaxon sich endlich gegenüberstehen, prickelt es gewaltig. Aber kann Sloan ein zweites Mal ihr Herz öffnen? (Quelle: dtv.de)


    Meine Meinung:
    Kennt ihr das, wenn Kleinkinder voller Ekstase auf einen zugerannt kommen und sofort loserzählen, ohne Luft zu holen, was sie gerade Aufregendes erlebt haben? Ja? Schön, denn so ungefähr ging es mir mit diesem Buch hier.


    Was ich meine spiegelt sich für mich schon auf den ersten zwei Seiten wider. Wir sitzen im Auto und telefonieren mit unserer besten Freundin, als plötzlich ein Hund vor das Auto rennt und unsere Protagonistin zum neuen Frauchen auserkoren hat. Da wird nicht groß eingeleitet, es gibt keine Erläuterungen mit wem wir es hier eigentlich zu tun haben (Band 1 habe ich übrigens nicht vorher gelesen) und überhaupt sitzt der Hund schon auf dem Beifahrersitz, als ich gerade noch dabei war zu verstehen, dass wir ihn offenbar gar nicht angefahren haben. Es dauert ein Weilchen, bis man sich im Buch zurechtfindet. Zumindest ging das mir so.


    Die Story ist an sich ist eigentlich ganz nett. Nachdem sich der Besitzer des Hundes nicht finden lässt, nimmt Sloan ihn nach Hause und muss feststellen, dass er ihr ziemlich guttut. Da Sloan immer noch dabei ist den Tod ihres Verlobten zu verarbeiten, schafft sie es erst durch den Hund wieder in einen geregelten Rhythmus zurückzufinden. Nach zwei Wochen schließlich meldet sich der in Australien befindliche Besitzer Jason dann aber doch noch. Da sie sich einigen, dass Sloan noch weitere zwei Wochen aufpassen darf, bis Jason wieder nach Los Angeles zurückkehrt, telefonieren und schreiben sie regelmäßig, wodurch sich bereits eine erste Verbindung aufbaut. Was Sloan nicht weiß: bei Jason handelt es sich eigentlich um den berühmten Musiker „Jaxon“. Eine große Portion Romantik, Komplikationen und Drama folgen…


    Was an sich unfassbar viel Potential bietet, kommt hier leider nicht mal im Ansatz zur Geltung. Mein Hauptproblem mit diesem Buch ist, dass die Autorin den Leser über die ganzen 370 Seiten (sogar 430 Seiten in der deutschen Übersetzung) hinweg nur an der Oberfläche kratzen lässt. Keine Emotionen, keine Atmosphäre. Einfach nur Geschehnisse, die heruntergerattert werden. Man kommt überhaupt nicht dazu die Situation nachempfinden zu können. Es reiht sich ein Ereignis an das andere und es ließ mich durchweg einfach völlig kalt. Zudem besteht das „Drama“ hier im Buch ebenfalls aus viel zu oberflächlichen Konflikten, die einfach keine Substanz haben. Hätte man sich mit den Themen etwas intensiver auseinandergesetzt und den Charakteren oder Konflikten ein wenig mehr Tiefe verliehen, hätte es genügend Stoff für einen 1.000-seitigen Wälzer haben können. In dieser Form wirkt das Buch allerdings wie ein Überraschungsei, bei dem man vergessen hat das Spielzeug hineinzulegen. Ja, die Schokolade ist lecker, keine Frage, aber wo zum Henker ist denn der spannende Inhalt abgeblieben?! Ob ich jetzt eine 5-seitige Zusammenfassung der Geschehnisse im Schnelldurchlauf lese oder dieses Buch hier auf etliche Seiten gestreckt, hätte letztendlich bei mir den gleichen Effekt gehabt. Wobei ich bei ersterem sogar noch Zeit gespart hätte!


    Dass die Autorin eigentlich hauptberuflich backt habe ich erst im Nachgang erfahren, erklärt aber für mich so einiges. Dies ist das erste Buch, was ich von ihr lese und ich bin nur darauf gestoßen, weil ich so viele positive (!) Meinungen dazu gelesen habe. Aber ganz ehrlich: ich kann das einfach nicht nachvollziehen. :scratch: Auch wenn die Idee gut ist, hat die Autorin – meiner Meinung nach – einfach keine Ahnung, wie man Atmosphäre schafft oder Gefühlswelten vermittelt. Ja, Liebesromane haben nicht immer die hochtrabenden Dialoge und man muss auch nicht immer zwischen den Zeilen lesen, aber das verlange ich auch gar nicht. Ich greife ja bewusst zu Büchern, von denen ich mir eine seichte Unterhaltung erwarte. Aber eine Sache sollte dann doch immer erfüllt sein: es muss unter die Haut gehen, es muss einen bewegen und man sollte mit den Protagonisten gemeinsam leiden und lieben können. Ich kann mich nicht daran wann ich das letzte Mal einen Liebesroman gelesen habe, der mir so vehement den Zugang zu den Charakteren verwehrt hat.


    Fazit: Wer hier keine hohen Ansprüche stellt, wird sicherlich mit einer prallgefüllten Lovestory belohnt. Die Autorin geizt keineswegs mit Zweisamkeit oder Drama. Allerdings geizt sie – für meinen Geschmack – umso mehr mit Emotionen. Obwohl hier viel passiert – Trauer, die große Liebe, der Neuanfang, die Schwierigkeiten einer Beziehung mit einem berühmten Musiker – will der Funken einfach nicht überspringen. Der deutsche Titel des Buches grenzt daher für mich fasst schon an Ironie.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    "The worth of a book is to be measured by what you can carry away from it."

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