Hanna Caspian - Silberstreif

  • Buchdetails

    Titel: Gut Greifenau: Silberstreif


    Band 5 der

    Verlag: Knaur TB

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 544

    ISBN: 9783426525456

    Termin: Neuerscheinung Dezember 2020

  • Bewertung

    4.8 von 5 Sternen bei 12 Bewertungen

    95% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Gut Greifenau: Silberstreif"

    Herbst 1923. Deutschland befindet sich auf dem Höhepunkt der Hyperinflation. Das Geld verliert stündlich seinen Wert, Existenzen werden vernichtet, die Menschen sind verzweifelt. Das geht auch an den Dienstboten von Gut Greifenau nicht spurlos vorbei. Ausgerechnet die Inflation kommt Konstantin zu Hilfe, um seine Schulden zu begleichen. Das bedrohte Familiengut ist gerettet, vorerst. Denn schon zieht die Agrarkrise am Horizont auf. Zur Unterstützung werden Sommergäste aufgenommen, was nicht ohne Folgen bleibt. Katharina verträgt sich mit Julius und kann endlich Medizin studieren. Fortan lebt sie in zwei Welten – der ärmsten und der reichsten. Jemand entdeckt Alexanders Geheimnis, was zur Katastrophe führt.
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    Tessa
    Endlich konnte ich die Fortsetzung lesen- und die ist gelungen!!Ich freue mich auf das nächste Buch
  • Kurzmeinung

    wampy
    Geschichte wird durch Geschichtchen lebendig

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  • Ein Silberstreif der Hoffnung am Horizont


    Die Autorin entführt ihre Leser im fünften Band ihrer Buchreihe um das Hinterpommersche Gut Greifenau ins Jahr 1923. Den historischen Hintergrund bilden die mit einer starken Inflation einhergehende Nachkriegszeit, machen die Hoffnung der Menschen auf Ruhe und Normalität deutlich spürbar. Die Weimarer Republik und der gescheiterte Putschversuch der NSDAP unter Adolf Hitler beschäftigen die Bevölkerung. Errungenschaften wie der Einzug moderner Geräte in der Landwirtschaft und in den Haushalten sowie eine gesicherte Versorgung mit elektrischem Strom werden von den Menschen auf Gut Greifenau und den Bewohnern des gleichnamigen Dorfes begrüßt.


    Konstantin Graf von Auwitz-Aarhayn und seine Ehefrau Rebecca sind nach dem Tod des Familienpatriarchen die neuen Gutsherren auf Greifenau. Die ehemalige Lehrerin Rebecca entpuppt sich als einfühlsame und gerechte, vor allen Dingen aber auch äußerst geschäftstüchtige junge Frau. Im aktuellen Band berichtet die Autorin, wie das Ehepaar versucht, das Gut in diesen schwierigen Zeiten vor dem finanziellen Ruin zu bewahren. Konstantins Schwester Katharina Urban hat sich nach einigen familiären Kämpfen durchgesetzt und kann endlich ihr Medizinstudium aufnehmen. Mit ihrem Ehrgeiz, ihrem Fleiß und ihrer Hartnäckigkeit setzt sie sich beharrlich in dieser Männerdomäne durch und verdient sich schließlich sogar die Anerkennung ihrer Professoren. Ihrem Ehemann Julius ist Katharina in tiefer Liebe zugetan, doch die Immobilien- und Kreditgeschäfte fordern dessen gesamte Energie und Aufmerksamkeit. Zu guter Letzt kommt es im engsten Familienkreis zu schweren Konflikten, als ein wohl gehütetes Geheimnis gelüftet wird, wobei die unverhältnismäßigen Ansprüche und der schreckliche Standesdünkel der alten Gräfin Feodora die Situation noch zu verschärfen drohen…


    Die mit großer Spannung erwartete Fortsetzung dieser interessanten Buchreihe bot erneut facettenreiche Einblicke in die Geschicke derer von Auwitz-Aarhayns. Hervorragend gezeichnete handelnde Figuren machten die Lektüre zu einem Abenteuer. Ich durfte die persönliche Entwicklung der Personen dieses Buches miterleben und sie ein Stück auf ihrem Weg begleiten. Das Hauptaugenmerk lag zwar auf Konstantin und Rebecca, Katharina und Julius wurde jedoch ebenfalls sehr viel Aufmerksamkeit zuteil. Der Schauplatz wechselte immer wieder zwischen Gut Greifenau und Berlin, die Geschwister Nikolaus und Alexander von Auwitz-Aarhayn spielten für die Handlung relevante Rollen. Nikolaus vermisst seine ehemalige Stellung als Offizier und seine aristokratische Befehlsgewalt, er wird politisch aktiv und knüpft fragwürdige Kontakte. Alexander träumt von einer Karriere als Musiker, bekommt sein Leben jedoch nicht in den Griff. Anastasia, Gräfin von Sawatzki, erhielt nur kleine Gastauftritte im Buch, während ihre hochnäsige und anstrengende Mutter Feodora mit ihrer adeligen russischen Verwandtschaft erneut die Geduld ihrer Mitmenschen strapazierte. Hanna Caspian befasste sich ausgiebig mit der Dienerschaft und den Dorfbewohnern auf Greifenau. Es hat mir Freude bereitet, die Geschicke des frischgebackenen Gutsverwalter-Ehepaares Albert und Ida Sonntag, des traurigen Stubenmädchens Wiebke Plümecke, des obersten Hausdieners Theodor Caspers, der sympathischen Köchin Bertha Polzin und des sportverrückten Hausburschen Kilian Hübner weiter verfolgen zu dürfen. Der im letzten Band nach Amerika ausgewanderte Eugen Lignau wird von der gesamten Dienerschaft schmerzlich vermisst, der berechnende Melker Gustav Minkwitz wird immer unbeliebter, und in Leah Rosenthal betritt eine neue, sympathische Figur den Schauplatz des Geschehens. Rebeccas Eltern Lorenz und Walburga Kurscheid sowie ihre Schwester Karoline sind nach dem Scheitern ihrer Existenz in Berlin nun ebenfalls auf Gut Greifenau eingezogen, sie müssen ihren neuen Weg im Leben noch finden. Es tauchen darüber hinaus noch etliche weitere Nebenfiguren aus den Vorgängerbänden auf, welche in die Ereignisse auf Gut Greifenau eingebunden sind.


    Der äußerst einnehmende Schreibstil der Autorin und der starke Fokus auf die Geschicke der einzelnen handelnden Figuren gestalteten auch diesen fünften Band zu einem Pageturner. Ich fühlte mich durch diese Fortsetzung hervorragend unterhalten und durfte das Leben in dieser schwierigen Nachkriegszeit von Seiten des Adels, aber auch aus der Sicht der ländlichen Bevölkerung und Dienerschaft betrachten.


    „Silberstreif“ war eine Lektüre, die mir ausgezeichnet gefallen hat.

    Ich vergebe begeisterte fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung und freue mich bereits auf den finalen Abschlussband!

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Silberstreif“ zu „Hanna Caspian - Silberstreif“ geändert.
  • Voller Spannung bin ich vor einigen Tagen zurückgekehrt auf das mir bereits seit vier Bänden wohlvertraute Gut Greifenau in Hinterpommern und finde mich im Herbst 1923 dort ein. Wenn auch der Erste Weltkrieg mit all seinen Schrecken, die auch an Konstantin und Rebecca, ihren Eltern und Geschwistern nicht spurlos vorübergegangen ist, setzt sich der Kampf ums nackte Überleben weiter fort. Die Inflation in Deutschland befindet sich auf ihrem Höhepunkt, das Geld verliert fast stündlich an Wert und mühsam zusammengesparte finanzielle Reserven, die der Erfüllung lang gehegter Träume dienen sollen, lösen sich buchstäblich in Luft auf. Und dies betrifft jeden auf Gut Greifenau, sowohl die Grafenfamilie als auch die Bediensteten.


    In diesem Zusammenhang gelingt es der Autorin hervorragend, die damit verbundenen unterschiedlichen Auswirkungen sehr deutlich und teilweise auch ergreifend darzustellen. Überwiegt bei Konstantin und Rebecca das Verantwortungsbewusstsein nicht nur für das gesamte Familiengut und die dort im Haus und auf dem Anwesen Beschäftigten, so haben sie auch die Nöte und Sorgen der Dorfbewohner im Blick. Neben der Grafenfamilie mit ihren ureigenen Aufgaben und Problemen zeigt die Autorin aber auch immer wieder die die Auswirkungen geschichtsträchtiger Ereignisse aus einer anderen Gesellschaftsschicht, und nutzt dazu sehr gekonnt die (vor allem) die Hausangestellten. In Einzelschicksalen, die sehr detailgetreu, aber auch sehr empathisch dargestellt werden, wird man mit fast existenzvernichtenden Auswirkungen konfrontiert. Als Beispiel soll dazu der lang gehegte Traum von Alberts Mutter und Tante auf eine eigene Pension, von deren Einkünften sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können, dienen. Da braucht es nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, wie es ihnen ergeht – oder? Die Ohnmacht, die Fassungslosigkeit, das Fragen, die Verzweiflung – all dies hautnah lesend mitzuerleben, hat mich tief berührt.


    Neben bekannten geschichtlichen Fakten werden mit Hilfe von einzelnen Familienmitgliedern die zu dieser Zeit noch immer vorhandenen Standesdünkel bzw. Erwartungshaltungen und Hoffnungen des Adels, hier vor allem des Landadels, dargestellt. Dabei an erster Stelle Gräfin Feodora, Mutter von Konstantin, und neben der zunehmend von ihrer Anwesenheit überforderten Tochter Anastasia der jüngere Sohn Nikolaus.

    Wunderbar gezeichnete Charaktere mit Vorstellungen, Einstellungen und Verhaltensweisen, die überaus glaubwürdig dargestellt werden und die beim Lesen immer wieder zum Kopfschütteln führen. Besonders hervorzuheben in diesem Zusammenhang die Figur des Nikolaus. Nach wie vor voller Wut und Bitterkeit über die Stellung seines Bruders, der das Familiengut übernommen hat, und auf der Suche nach Macht einen Weg einschlägt, der verheerende und grausame Auswirkungen, auch auf eigene Familienmitglieder haben könnte – berücksichtigt man die folgenden realen Ereignisse in der deutschen Geschichte. Zunächst schmunzelnd, dann aber mehr und mehr nachdenklich und fragend, als ich (lesend) gemeinsam mit Nikolaus an der ersten Massenansprache Hitlers im Sportpalast Berlin teilnehmen konnte. Sehr interessant zu erfahren, wie Hitler und auch

  • Mit dem historischen Roman "Gut Greifenau - Silberstreif" legt die Bestseller-Autorin bereits den fünften Band ihrer erfolgreichen "Gut Greifenau"-Reihe vor, welche um die Familienmitglieder und Bediensteten des gleichnamigen Gutes in Pommern kreist.


    Herbst 1923. Deutschland befindet sich auf dem Höhepunkt der Hyperinflation. Das Geld verliert stündlich seinen Wert, Existenzen werden vernichtet, die Menschen sind verzweifelt. Auch an den Bewohnern von Gut Greifenau geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbei. Doch dann kommt ausgerechnet die Inflation Konstantin zu Hilfe, und er kann das bedrohte Familiengut retten. Als Konstantins geliebte Frau Rebecca ein Mädchen zur Welt bringt, scheint das Glück vollkommen. Doch immer noch schwelt in Rebecca die Angst vor Konstantins hinterhältigem Bruder Nikolaus, und auch das Gutspersonal taumelt von einer Krise in die andere. Währenddessen scheint Katharina endlich ihren Traum vom Medizinstudium verwirklichen zu können.

    Das ansprechende Cover ist harmonisch auf alle bereits erschienenen Bände der beliebten "Gut Greifenau"-Reihe abgestimmt worden. Wie in diesem literarischen Genre üblich, ist eine attraktive junge Frau in den Mittelpunkt gerückt, die vor einem altehrwürdigen Gutshaus posiert. Die dunkelhaarige Schönheit trägt ein fein besticktes, silbern schimmerndes Kleid; sie ist sorgfältig frisiert und dezent geschminkt und nestelt mit der linken Hand an ihrer wertvollen Perlenkette, die auf ihre Zugehörigkeit zu einer wohlhabenden sozialen Schicht verweist.

    Grundsätzlich möchte ich allen interessierten Lesern empfehlen, sich mit den bereits erschienenen Bänden der "Gut Greifenau"-Reihe vertraut zu machen und die einzelnen Protagonisten näher kennenzulernen. Dann fällt der Einstieg in diese Lektüre sehr leicht. Wenn man die ersten Seiten dieses historischen Romans gelesen hat, fühlt man sich gleich in eine längst vergangene Epoche der Zeitgeschichte zurückversetzt. Wir sind in der Mitte der Zwanziger Jahre angekommen, die wir aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder und der Bediensteten des Gutes Grafenaus in Pommern, also von "oben" und "unten", erleben. Das tägliche Leben in der jungen Weimarer Republik ist von tiefgreifenden Veränderungen geprägt. Nach der Hyperinflation wird die Rentenmarkt eingeführt, die für eine gewisse Stabilität sorgen soll. Das antidemokratische Denken ist weit verbreitet; nach dem Tod des Sozialdemokraten Friedrich Ebert wird der konservativ und monarchisch eingestellte, als Kriegsheld verehrte ehemalige Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt. Einige Menschen mögen einen Silberstreif am Horizont erkennen, während andere kaum Hoffnung auf eine bessere Zukunft haben. Von Chancengleichheit kann keine Rede sein; weibliche Studenten sind nach wie vor in der Minderheit, werden von Kommilitonen und Professoren kritisch beäugt und nachdrücklich auf ihren angestammten Platz am heimischen Herd verwiesen. Politische Wirren erschüttern die ungeliebte Republik; die Verfolgung von Juden und Homosexuellen nimmt unaufhaltsam Fahrt auf.

    Mein persönliches Fazit fällt positiv aus. Hanna Caspian hat eine gelungene Fortsetzung vorgelegt, die historisch belegte Fakten mit dem alltäglichen Leben von fiktiven Menschen aus verschiedenen sozialen Schichten zu einer fesselnden Saga verwebt, die man nicht mehr aus seinen Händen legen kann. Sehr empfehlenswert!

  • Inhaltsangabe:

    Herbst 1923

    Deutschland befindet sich in der Hyperinflation, d.h. das Geld verliert immer mehr seinen Wert und wohin das führt kann sich jeder denken. Existenzen sind bedroht oder werden sogar vernichtet und dadurch wächst die Hoffnungslosigkeit. Auch auf Gut Greifenau macht sich die Hyperinflation bemerkbar, aber nicht nur die, denn auch die Ernteeinbußen sind enorm. Dank der Inflation kann Konstantin seine Schulden abbezahlen und das Gut retten. Aber wie wird es weitergehen?
    Julius und Katharina haben ihre Ehekrise gemeistert und sie darf endlich ihr langersehntes Medizinstudium beginnen. Doch ihr Professor und ihre männlichen Kommilitonen machen ihr das Leben schwer. Wird sie das Studium durchstehen?



    Mit Gut Greifenau „Silberstreif“ geht es bereits in die 5te Runde. Danke liebe Hanna Caspian, dass du uns eine weitere Verlängerung beschert hast. Am liebsten würde ich immerzu neue Geschichten um die Familie Auwitz – Aahayn lesen, aber mit dem 6ten Band (der 2021 erscheint) ist endgültig Schluss. Einerseits stimmt mich dies sehr traurig, aber anderseits kann so eine neue Tür in Form eines historischen Romans (oder Saga) geöffnet werden und darauf freue ich mich schon. Nun aber zurück zu diesem Buch…



    Wer schon die ersten vier Bände von der Autorin gelesen hat, kennt den unverwechselbaren bildhaften und flüssigen Schreibstil, der mich sofort wieder in die Welt um Gut Greifenau entführt. Sorry, wenn ich mich zum fünften Mal wiederhole, aber auch diese Geschichte hat mich erneut in ihren Bann gezogen, so dass ich diese nur schwer aus der Hand legen konnte. Zu jeden Zeitpunkt musste ich wissen, wie es mit Katharina, Rebekka oder Co. weitergehen wird.


    Aber nicht nur der altbewährte Schreibstil ist zurück, sondern auch die liebgewonnenen Charaktere, die ich seit knapp zwei Jahren begleiten darf. Familie Auwitz – Aarhayn und ihre Guts- und Dorfbewohner sind mir schon so sehr ans Herz gewachsen, dass ich sie am liebsten gar nicht mehr missen möchte. Hinzu kommen auch einige Neuzugänge, die sehr schnell ihren Platz in dieser Handlung finden.



    In diesem Band wird die Zeit von 1923 – 1928 behandelt.


    Wie schon in ihren Bänden zuvor, hat Hanna Caspian auch hier eine sehr akribische und historische Recherche durchgeführt und ich spüre immer noch, mit wieviel Liebe zum Detail sie ihre Geschichte um die Charaktere webt. Das Herzblut, dass in jedem Romanen reinsteckt, kann ich förmlich herauslesen. Bildhaft und politisch schildert sie die Ereignisse der Jahre 1923 bis 1928. Manchmal entstand das Gefühl, dass ich ein Teil dieser Handlung sei. So lebensnah hat sie die Zeit eingefangen und wiedergegeben. Wow und jedes Mal bin ich aufs Neue beeindruckt.


    Aber nicht nur politisch und wirtschaftlich spielt sich eine Menge ab. Einige berufliche und private Schicksalsschläge stehen den Personen bevor. Um welche es sich hierbei handeln, wird natürlich nicht verraten. So viel kann ich dennoch verraten: es wird sehr emotional und spannend!



    Was das Ende dieses Buches betrifft, so endet dieser auch mit einem miesen kleinen Cliffhanger. Einerseits ärgerlich, ich will doch wissen, wie es weitergeht. Anderseits wächst die Neugierde und lässt die Vorfreude stetig wachsen…



    Gut Greifenau „Silberstreif“ hat erneut meine Erwartung mehr als nur erfüllt. Erneut hat es die Autorin geschafft eine brillante, packende und geschichtliche Fortsetzung um die Familie Auwitz - Aahayn schreiben, die nicht spannender hätte sein können.



    5 von 5 Sternen und ein MUSS für alle Lesebegeisterten.

  • Neue glänzende Zeiten?


    1923-1928, in Gut Greifenau geben sich Glück und Pech die Hand, besonders im Dienstbotentrakt geht es aufregend zu! Die Wirtschaftskrise beutelt die Welt und während Graf Konstantin und Rebecca verzweifelt versuchen das Gut in sichereres Fahrwasser zu bekommen, geht es den neureichen Industriellen wie Katharinas Schwiegervater sehr schnell immer besser! Doch Gesundheit kann man sich auch mit allem Geld der Welt nicht erkaufen...!


    Im fünften Band „Gut Greifenau – Silberstreif“, von Autorin Hanna Caspian begleiten wir die Geschwister Konstantin, Nikolaus, Katharina, Alexander und deren Halbbruder Albert durch die aufregende Zeit der 20er Jahre. Die Politik der jungen Weimarer Republik, hält für jedes der Familienmitglieder und ihr Umfeld so einige Überraschungen bereit, gute wie schlechte!

    Es ist auf alle Fälle wieder sehr aufregend und am Ende ist man schon voller Vorfreude auf Band sechs, denn der Cliffhanger ist einfach enorm emotional!

    Der Schreibstil ist wie gewohnt unglaublich intensiv und eindrucksvoll, die Autorin beherrscht es ungemein den Leser zu fesseln und ihre Figuren ins rechte Licht zu setzen, das macht die Faszination dieser Serie aus.

    Allerdings ist es ungemein wichtig die Reihe chronologisch anzugehen um die Familiensaga gänzlich genießen zu können!


    Mein Fazit: Eine grandiose historische Familiengeschichte die ein ganzes Dorf mitsamt seinem Gutsherren über Jahrzehnte und etliche Generationen hinweg begleitet! Es ist so aufregend und packend, ich freue mich jetzt schon auf den finalen sechsten Band:)

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::lechz:

  • Großartige Handlung mit vielen historischen Aspekten


    Deutschland in den 1920er, in Berlin tobt das goldene Zeitalter und auf dem Land wird ums Überleben gekämpft. Hanna Caspian vereint beide Szenerien in einer wunderbaren Geschichte.


    Silberstreif ist bereits der fünfte Band rund um das Familienleben derer von Auwitz-Aarhayn und ihren Verwandten. Obwohl ich die anderen vier Bücher nicht gelesen habe, war ich schnell in der Handlung und verstand alle Zusammenhänge. Geschickt wechselt die Autorin von städtischen Situationen aufs Land und umgekehrt, zudem verknüpft sie beide Bereiche gekonnt.


    Neben der eigentlichen Familiengeschichte hat mir besonders gefallen, dass immer wieder Aspekte der damaligen Umstände aufgegriffen wurden. Die realen historischen Einschübe verleihen dem Buch zusätzliche Spannung. Silberstreif war wieder einmal eins dieser Bücher, das ich am Ende gar nicht mehr aus der Hand legen konnte, so mitreißend entwickelt sich die Handlung.


    Ein geschickter Cliffhänger stellen einen sechsten Teil in Aussicht, auf den ich schon sehr gespannt bin. Im Moment frage ich mich, ob es sich lohnt, die ersten vier Teile auch noch zu lesen. Ich bin extrem gefesselt vom gesamten Plot.


    Insgesamt ein gelungenes Buch, das ich auf jeden Fall empfehlen kann. Mir hat es gefallen.

  • "Manchmal fehlt zum Silberstreif nur der Horizont." (Stefan Schulz)

    1923-1928. Deutschland steht machtlos einer Geldentwertung entgegen, die das Leben aller an den Rand ihrer Kräfte bringt. Auch auf Gut Greifenau geht es für Rebecca nebst Ehemann Konstantin, ihrer Familie und Bediensteten ums nackte Überleben und die Sicherung ihrer Existenz, wobei sie auch die Dorfbewohner in ihre Überlegungen miteinbeziehen. Doch es gelingt Konstantin, das Gut in sicheres Fahrwasser zu lenken. Derweil nimmt seine Schwester Katharina endlich ihr Medizinstudium auf und kämpft mit ebenso harten Bandagen wie ihre Widersacher, was ihr einige Anerkennung einbringt. Ehemann Julius dagegen möchte Katharina am liebsten bei sich haben, so dass es zwischen den beiden zu manch einem Konflikt kommt. Alexander hat derweil ziemlich große Probleme, denn er wird in Bezug auf seine Neigung erpresst, was kein gutes Ende verheißt. Und auch Feodora lässt wieder keine Gelegenheit aus, um alle nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen...


    Hanna Caspian präsentiert mit „Silberstreif“ den langersehnten 5. Band ihrer historischen Greifenau-Saga, der mit viel Spannung, Familiengeschehen, Drama und geschichtlichem Hintergrund gewürzt ist. Der flüssige, farbenfrohe und gefühlvolle Erzählstil bringt nicht nur das Kopfkino in Gang, sondern lädt den Leser zudem ein, sich wieder bei liebgewonnenen alten Freunden auf Gut Greifenau einzunisten, um ihr weiteres Schicksal mitzuerleben. Schnell ist man wieder Teil der Bewohner, verfolgt diese auf Schritt und Tritt, damit einem nur nichts entgeht. Der Spannungsbogen wird schon früh recht hoch angelegt, steigert sich aber während der Handlung immer weiter in die Höhe durch geschickte Wendungen und so manche Intrige. Geschickt setzt die Autorin geschichtliche Ereignisse in ihrer Handlung um, so erlebt der Leser die Hyperinflation ebenso mit wie den Einzug technischer Errungenschaften, den Kampf um den Erhalt des Gutes, die politischen Veränderungen sowie die immer stärker werdende NSDAP. Die Umbrüche im Land zeigen dabei Parallelen auf zu denen innerhalb der Familie und ihren Dienstboten. Viel Wert hat die Autorin auch wieder auf die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Familie gelegt, die so authentisch wie glaubwürdig zu nennen sind. Der familiäre Zusammenhalt ist trotz aller möglichen Unstimmigkeiten und Ressantiments immer vorhanden, man hilft sich nicht nur untereinander, sondern fühlt sich auch für die Bediensteten und die Dorfbewohner verantwortlich, so daß niemand mit seinen Sorgen und Nöten alleinw bleibr. Und während all dessen erliegt der Leser einmal mehr dem Charme der Bewohner und kann sich dem fesselnden Sog ihrer nicht entziehen.


    Die liebevoll inszenierten Charaktere sprühen wieder voller Leben, erleben durch Schicksalsschläge erneut einige Entwicklungssprünge, die sie glaubwürdig und authentisch meistern. Der Leser geht in ihren Fußstapfen, erlebt alles hautnah mit, leidet mit ihnen, hofft, bangt und fiebert, dass sie alle diese schwierigen Zeiten gut durchstehen werden. Schließlich ist man einer von ihnen. Rebecca hat sich zu einer hervorragenden Gutsherrin gemausert, die nicht nur hilfsbereit und mitfühlend ist, sondern auch die Geschicke des Hauses wunderbar zu lenken weiß. Katharina hat sich auch ein gewisses Selbstbewusstsein erworben, sie wirkt mutig und kämpferisch, doch hat sie auch weibliche Raffinesse entwickelt, die sie gekonnt einzusetzen weiß. Alexander steht kurz vor dem Nervenzusammenbruch, denn sein Geheimnis steht auf wackeligen Füßen. Derweil lebt Giftzange Feodora noch in der Vergangenheit und lässt die Puppen tanzen, wie sie möchte. Aber auch Albert, Ida und viele weitere machen die Handlung mit ihren Episoden vollkommen.


    Mit „Silberstreif“ ist Hanna Caspian wieder einmal ein absoluter Pageturner gelungen, der den Leser von der ersten Silbe an fesselt und bis zum Ende in seinem Bann hält. Historischer Hintergrund nebst einer spannenden Familiengeschichte und unwiderstehlichen Protagonisten sind einmal mehr ein Garant für einen Knüller! Absolute Leseempfehlung für ein Buch par excellence!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Geschichte wird lebendig


    Buchmeinung zu Hanna Caspian – Silberstreif


    „Silberstreif“ ist ein historischer Roman von Hanna Caspian, der 2020 bei Knaur TB erschienen ist. Dies ist der fünfte Band der Gut-Greifenau-Serie.


    Zum Autor:
    Hanna Caspian, geb. 1964, studierte Literaturwissenschaften, Politikwissenschaft und Sprachen in Aachen und arbeitete danach lange Jahre im PR- und Marketingbereich. Mit ihrem Mann lebt sie heute als freie Autorin in Köln, wenn sie nicht gerade durch die Weltgeschichte reist.


    Klappentext:
    Herbst 1923. Deutschland befindet sich auf dem Höhepunkt der Hyperinflation. Das Geld verliert stündlich seinen Wert, Existenzen werden vernichtet, die Menschen sind verzweifelt. Auch an den Bewohnern von Gut Greifenau geht die Wirtschaftskrise nicht spurlos vorbei. Doch dann kommt ausgerechnet die Inflation Konstantin zu Hilfe, und er kann das bedrohte Familiengut retten. Als Konstantins geliebte Frau Rebecca ein Mädchen zur Welt bringt, scheint das Glück vollkommen. Doch immer noch schwelt in Rebecca die Angst vor Konstantins hinterhältigem Bruder Nikolaus, und auch das Gutspersonal taumelt von einer Krise in die andere. Währenddessen scheint Katharina endlich ihren Traum vom Medizinstudium verwirklichen zu können.


    Meine Meinung:
    Über fünf weitere Jahre begleiten wir die Menschen um Gut Greifenau auf ihrem oft schweren Weg. Ein Schwerpunkt dieses Bandes liegt auf Katharina Urban, der jüngsten Schwester des Grafen, die ihr Medizinstudium in Angriff nimmt. Sie muss feststellen, dass es sowohl ihre Mitstudenten als auch die Professoren lieber sehen würden, wenn sie sich weiterhin nur um ihre Familie kümmern würde. Es zeigt sich, wie schwer Studium, Kinder, Ehemann und familiäre Verpflichtungen auch für eine gutsituierte und willensstarke Frau unter einen Hut zu bringen sind. Auch wenn Konstantin heftig um das Überleben des Gutes kämpfen muss, geht es vielen Städtern noch weitaus schlechter. Konstantins Schwiegereltern, eine Arztfamilie, hat alles verloren und sucht Zuflucht auf Gut Greifenau. Wichtige politische Entwicklungen werden mit ihren Auswirkungen auf die Menschen geschildert und lassen Geschichte lebendig werden. Einige neue Figuren werden eingeführt und von einigen bekannten Figuren muss man sich trennen. Wesentlich ist der Medienzar Alfred Hugenberg, der große politische Ambitionen hegt. Geburten und Todesfälle begleiten die Menschen auf Gut Greifenau und jeder ist auf der Suche nach seinem Glück. Konstantin und seine Frau Rebecca sind nicht immer einer Meinung, aber sie verkörpern positive Werte. Viele Figuren glänzen mit Grautönen und so kommt es zu etlichen Überraschungen. Manche Figuren sind unverbesserlich und sorgen immer wieder für Ärger. Generell ist dieses Buch etwas dunkler gehalten als die Vorgänger. Nach der Einführung der Rentenmark scheint es aber aufwärts zu gehen und viele Menschen sehen einen Silberstreif am Horizont. Wieder einmal bin ich beeindruckt, wie in dieser Serie kleine und große Dinge zu einer mitreißenden Geschichte zusammengefügt werden. Historische Entwicklungen werden mit ihren Auswirkungen auf Betroffene gezeigt. Schicksalsschläge und Glücksmomente ergänzen sich und der Leser fiebert mit der ein oder anderen Figur mit.


    Fazit:
    Auch in diesem Buch gelingt es der Autorin wieder, die Figuren und politische Entwicklungen lebendig werden zu lassen. Gerne vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus. Diese Serie hat Suchtpotential.

    :study: Remy Eyssen - Verhängnisvolles Lavandou

    :study: Hanna Caspian - Sternenwende

    :study: Günther Pfeifer - Endstation Waldviertel

    :musik: Richard Osman - Der Donnerstagsmordclub

  • Lebendige 20er-Jahre


    Die 20er-Jahre haben auf Gut Greifenau Einzug gehalten. Sie bringen alles mit, was diese Zeit zu bieten hatte, von Glamour und Luxus bis tiefste Verzweiflung. Die Inflation hat die Jahre voll in ihrem Griff, das Geld verliert rasant schnell seinen Wert. Nur wer geschickt taktiert, kann Gewinne machen. Aber für Konstantin bedeutet diese Krise letztendlich die Rettung. Auch mit ihm und Rebecca meinen es die Jahre gut, ihre Familie wächst, aber auch die Angst um die Zukunft bleibt.

    In der Angestelltenetage ist das Leben ebenfalls geprägt von Krisen und Glück. Sogar Katharina scheint sich endlich ihren großen Traum verwirklichen zu können. Sie beginnt mit ihrem Studium der Medizin.


    Als im November 2018 der erste Band „Gut Greifenau Abendglanz“ erschien, hatte ich nicht damit gerechnet, dass mich so eine Gutshof-Serie so begeistern könnte, aber genau so ist es. Ich kann es immer nicht erwarten, bis der nächste Band erscheint. Mit „Silberstreif“ liegt nun bereits Band 5 vor.

    Bei dieser Serie sollte man aber schon die Reihenfolge beachten. Sicherlich macht es mehr Spaß, mit dem ersten Teil zu beginnen, als mit einem anderen Teil, obwohl kleine Rückblenden dafür sorgen, dass man zu mindestens ein wenig Weiß, um was es in den Vorgänger gegangen sein könnte.


    Die Geschichte erzählt das Leben auf einem Gutshof in Pommern. Es wird von den Herrschaften erzählt und von den Angestellten. Hanna Caspian versteht es dabei geschickt, ihr fiktiven Protagonisten mit dem historischen Hintergrund zu verknüpfen. In diesem Teil befinden wir uns in den 20er-Jahren mit allem, was dazu gehört. Da die Familie von Gut Greifenau relativ groß ist, hat sie auch einiges zu bieten. Es wird eben nicht nur das Leben auf dem Land anschaulich geschildert, sondern auch aus Berlin. Gerade Alexander trifft es dort hart und auch Katharina muss sich durchsetzten und immer wieder ihr Handeln neu überdenken.


    Auf dem Gut selber wird natürlich das tägliche Leben erzählt. Davon, wie Rebecca ihre Aufgaben erfüllen muss und davon, was das Personal erlebt. Ich mag diese lebendige Schreibweise der Autorin, die es ermöglicht, völlig in dieser Geschichte zu versinken. Dabei hat sie aber nicht vergessen, dass in dieser Zeit politisch so einiges zu bewältigen war. Die Autorin lässt geschickt die politischen Ereignisse mit einfließen und der Leser erfährt, was die Menschen in dieser Zeit bewegt haben könnte.


    Fazit:

    Auch Band 5 „Silberstreif“ hat mich wieder wunderbar unterhalten. Es hat Spaß gemacht, das Leben und die Menschen rund um Gut Greifenau mitzuerleben. Die Mischung aus historischem Hintergrund und fiktive Geschichte gefällt mir gut, der leichte Erzählstil sorgt für ein versinken in der Geschichte und die ausgefeilten Charaktere bringen Leben in die Handlung. Ich liebe diese Reihe und warte schon jetzt sehnsüchtig auf Band 6, auch wenn dieser vermutlich der letzte Teil sein wird.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • große Veränderungen

    In dem fünften Teil der Gut Greifenau Reihe von Hanna Caspian werden die Jahre 1923 bis 1928 ausfürlich beleuchtet. Ein weiterer Band der Familienchronik, gut recherchiert, historisch relevant und mal wieder mit einem wunderschön malerischen Schreibstil. Die Zeit der Weimarer Republik wird ausführlich thematiesiert und bringt große Veränderungen für die gesamte Familie. Nicht nur die technischen Veränderungen stehen an sondern auch die Inflation, politische Veränderungen und Ausgrenzung von Homosexuellen und der schwelende Hass auf Juden beschäftigen die Familie auf Gut Greifenau. Das Buch hat mich gut unterhalten. Ich liebe das Setting und die Landschaftskarte und die Kartes des Gutshofs. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und war trotzdem sehr dankbar für das Personenverzeichnis. Eund um ist die Reihe eine klare Empfelung an alle geschichtlich Interessierten Menschen.

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