Emma Wagner - Weil du mich riefst

  • Kurzmeinung

    Gudrun67
    schafft ein Feuerwerk an Emotionen und klärt gelungen über die Historie auf

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  • Das Geheimnis des zypriotischen Armreifs

    Seit ihre Mutter durch einen Unfall im Koma liegt, betreibt die 29-jährige Athina, genannt Tina, gemeinsam mit ihrem Vater das familieneigene Restaurant im Herzen von London. Eines Tages wird sie von einem griechischen Gast auf ihren Armreif angesprochen, den sie von ihrer Mutter als Geschenk erhalten hat. Der Gast ist sich sicher, dass das Schmuckstück aus seiner Heimat Zypern stammt. Als Tina ihren Vater darauf anspricht, reagiert er abweisend und tut das Ganze als Unsinn ab. Tina geht das Ganze nicht aus dem Kopf, deshalb nimmt sie kurzfristig Urlaub und fliegt mit ihrer Freundin Colleen nach Zypern, um vor Ort Nachforschungen zu ihrem Armreif betreiben. Die Insel zieht Tina sofort in ihren Bann, auch die Begegnung mit dem charmanten Alec macht ihren Aufenthalt besonders, allerdings tut dieser öfter geheimnisvoll. Die Inselbewohner sind ihr bei der Spurensuche nicht sehr hilfreich, und auch ein Mann mit vernarbtem Gesicht flößt ihr Unbehagen ein. Wird Tina das Geheimnis um ihren Armreif und damit die Geschichte ihrer Mutter lüften können?


    Emma Wagner hat mit „Weil du mich riefst“ einen unterhaltsamen Liebesroman vor der malerischen Kulisse der Mittelmeerinsel Zypern vorgelegt, der beim Leser nicht nur Fernweh weckt, sondern auch eine interessante Geschichte über zwei Zeitebenen zu erzählen hat. Der locker-leichte, farbenprächtige und gefühlvolle Schreibstil lässt den Leser schnell zwischen den Seiten abtauchen, wo er sich an Tinas Fersen heftet, um mit ihr nicht nur einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, sondern auch die vielfältigen Seiten der in türkisches und griechisches Gebiet eingeteilte Insel kennenzulernen. Die farbenfrohen Beschreibungen lassen bei der Lektüre wunderschöne Bilder vor dem inneren Auge entstehen und vermitteln ein Gefühl von Urlaub, Sonne und Meer, während man den Duft von wilden Kräutern, Salz, Mandeln, Pfirsichen sowie Zypressen und Kiefern vermeintlich in der Nase hat. Mit geschickter Hand laviert die Autorin den Leser über zwei Zeitebenen durch ihre Geschichte, lässt einerseits mit dem Jahr 1974 sowohl die politische Vergangenheit der Insel als auch die persönliche von Samira wieder aufleben, und konfrontiert andererseits mit der Gegenwart um Athina und deren Erlebnissen bei ihren Nachforschungen. Gute Recherchearbeit gibt dem Leser einen Einblick in den Konflikt zwischen Griechen und Türken, der auch heute noch schwelt und dem Vergangenheitspart einiges an Emotionen und Dramatik verleiht. Die wechselnden Perspektiven puschen die Spannung immer weiter in die Höhe, bis das alte Geheimnis gelüftet ist.


    Liebevoll in Szene gesetzte Charaktere wirken mit ihren menschlichen Eigenschaften lebendig, authentisch und vor allem glaubwürdig, so dass der Leser sich in ihrer Mitte wohlfühlt und Anteil an ihrem Schicksal nimmt. Athina ist eine liebenswerte und offene Frau, die nicht nur Hartnäckigkeit, sondern auch Mut und Stärke beweist. Freundin Colleen ist das genaue Gegenteil und bremst Athina, wenn es nötig ist. Alec ist ein charmanter Kerl, der sich in vielen Lagen als hilfreich erweist, jedoch bleibt er lange auch geheimnisvoll und umtriebig. Samira ist eine tatkräftige Frau mit viel Kampfgeist, die sich den Widrigkeiten mutig entgegenstellt. Zusätzliche Nebendarsteller bereichern die Geschichte mit ihren Auftritten.


    „Weil du mich riefst“ ist eine anrührende Liebesgeschichte mit intensivem Inselfeeling, die das Fernweh hervorbringt, während man einer spannenden Geschichte nachspürt. Verdiente Leseempfehlung für eine Urlaubsreise der besonderen Art!


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Inhalt: Zitat amazon.de:

    "Der zutiefst berührende Roman von #1-Kindle-Bestsellerautorin Emma Wagner über Freundschaft und Feindschaft, über zerstörte Hoffnungen und neue Träume.

    Kann die Liebe siegen, wenn das Schicksal andere Pläne hat?

    Tina führt mit ihrem Vater in London ein Restaurant. Als ein Gast behauptet, der Armreif, der einst ihrer Mutter gehört hat, stamme aus Zypern, ist ihre Neugier geweckt. Ihr Vater bestreitet jede Verbindung dorthin, trotzdem beschließt Tina, den Urlaub mit ihrer besten Freundin für Nachforschungen zu nutzen und reist auf die Insel der Götter.

    Dort verliebt sie sich nicht nur in die malerische Landschaft, sondern auch in den hilfsbereiten Alec. Bald jedoch scheint es, als würde er ihr etwas verheimlichen. Hat es mit der Geschichte ihrer Eltern zu tun? Und wer ist der Mann mit der Narbe im Gesicht?

    Eine Reise in die Vergangenheit beginnt, die mehr verändert, als Tina je für möglich gehalten hätte."





    Das Cover greift das Lokalkolorit, das sich im Buch von Anfang bis Ende findet, hervorragend auf. War mir beim bloßen Anblick jedoch zuerst nicht sicher, ob es sich hier um einen eher seichten Roman handeln oder was sich dahinter verbergen wird. Bin froh, die Beschreibung und die Leseprobe angesehen zu haben, denn daraufhin war mir klar, dass ich diesen Roman unbedingt lesen möchte, weil ich das Gefühl hatte, darin vollkommen versinken zu können.

    Dementsprechend hoch war meine Erwartung an das Buch. Da wurde ich nicht enttäuscht, im Gegenteil, alles wurde noch übertroffen und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

    Die geschaffene Atmosphäre ist wundervoll. Dabei werden enorm viel Gegensätze transportiert, die genau zur Insel Zypern passen. Denn so, wie Emma Wagner im Nachwort schreibt, ist auch das Buch traumhaft schön und voller Gegensätze. Die Themen sind äußerst interessant und durch Tiefgründigkeit und auch manchmal etwas Kitsch prima aufgearbeitet.

    Dieser Roman spielt in unterschiedlichen Zeitebenen und baut die Geschichten gekonnt aneinander auf und macht es zu einem gelungenen Ganzen.

    Dabei zieht sich der rote Faden immer gelungen hindurch. Die dadurch entstehende Spannung ist greifbar und so kann man als Leser voll ins Geschehen eintauchen.

    Die Charaktere werden lebendig und vollkommen authentisch dargestellt.

    Die Faszination und das Herzblut, das die Autorin hier transportiert, ist greifbar.


    Mein Fazit: schafft ein Feuerwerk an Emotionen und klärt gelungen über die Historie auf

  • Mit ihren locker-leichten Romanen hat sich die Bestseller-Autorin Emma Wagner in die Herzen ihrer Leserinnen geschrieben. Der neue gefühlvolle Roman "Weil du mich riefst" erzählt von Freundschaft und Feindschaft, über zerstörten Hoffnungen und neuen Träumen.


    Kann die Liebe siegen, wenn das Schicksal andere Pläne hat?

    Tina führt mit ihrem Vater in London ein Restaurant. Als ein Gast behauptet, der Armreif, der einst ihrer Mutter gehört hat, stamme aus Zypern, ist ihre Neugier geweckt. Ihr Vater bestreitet jede Verbindung dorthin, trotzdem beschließt Tina, den Urlaub mit ihrer besten Freundin für Nachforschungen zu nutzen und reist auf die Insel der Götter. Dort verliebt sie sich nicht nur in die malerische Landschaft, sondern auch in den hilfsbereiten Alec. Bald jedoch scheint es, als würde er ihr etwas verheimlichen. Hat es mit der Geschichte ihrer Eltern zu tun? Und wer ist der Mann mit der Narbe im Gesicht? Eine Reise in die Vergangenheit beginnt, die mehr verändert, als Tina je für möglich gehalten hätte.

    Das in warmen Farben gehaltene Cover verbreitet eine heitere Atmosphäre. Automatisch fühlt man sich an einen herrlichen Urlaub am Meer versetzt. Man sieht eine junge dunkelhaarige Frau in einem farbenfrohen Sommerkleid eine breite Treppe hinunterschreiten, wobei gewisse Assoziationen mit Samira oder Athina durchaus erlaubt sind.

    Der Liebesroman "Weil du mich riefst" spielt auf der Insel Zypern im östlichen Mittelmeer, wobei Emma Wagner sich für einen stetigen Wechsel zwischen der Gegenwart (2020) und der Vergangenheit (1974) entschieden hat . Auch die Erzählperspektive variiert; das Geschehen in der Gegenwart wird aus der Ich-Perspektive von Athina geschildert, während die Handlung in der Vergangenheit in der 3. Person aus der Sicht von Samira vermittelt wird.

    Der Einstieg in das Buch fällt nicht ganz leicht, weil man von der Fülle an zentralen Personen auf einem Fest im Jahre 1974 fast erschlagen wird. Das kleine Dorf ist ein Mikrokosmos, Orthodoxe und Muslime leben friedlich zusammen. Für die damalige Zeit ist Samira eine eigensinnige, selbstbewusste junge Frau, die sich hin und wieder über die geltenden Moralvorstellungen hinwegsetzt. Ihre konservativ eingestellten Eltern führen eine gemütliche Taverne, die bei allen Bewohnern beliebt ist. Auch Athina ist in das familieneigene Unternehmen eingebunden, sie arbeitet im Management des Restaurants ihres Vaters, das in London gelegen ist. Ihre griechischen Wurzeln kann sie von ihrer äußeren Erscheinung her nicht verleugnen, doch sie hat keinen echten Bezug zur Heimat ihrer Eltern.

    Nach dem etwas schwierigen Start kann man sich auf eine dramatische Liebesgeschichte einlassen, die um ein streng gehütetes Familiengeheimnis aus der Vergangenheit kreist. Es ist eine Achterbahn der Gefühle, die man im Laufe der Lektüre erlebt; man ist schockiert von den (historisch belegten) politischen Ereignissen, die ihre blutigen Spuren auf der Insel der Götter hinterlassen haben. Alle Protagonisten sind lebensecht gestaltet; man lacht und weint, man bangt und fühlt mit ihnen, wenn nach und nach die (von den traumatisierten Überlebenden verschwiegenen) schlimmen Ereignisse aus der Vergangenheit ans Tageslicht gelangen.

    Für mich war dieses anrührende Buch eine literarische Entdeckung, und ich bin gespannt auf die weiteren Werke von Emma Wagner.

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