Dirk Husemann - Die Romanfabrik von Paris

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  • Klappentext

    Paris 1850. In der Romanfabrik von Alexandre Dumas schreiben siebzig Angestellte die beliebten Folgen von Die drei Musketiere und Der Graf von Monte Christo, die als Fortsetzungsgeschichten die Zeitungsleser begeistern. Doch im jüngsten Werk ist etwas faul zwischen den Zeilen, denn es ist gespickt mit Staatsgeheimnissen. Um seinen Ruf zu retten, muss sich Dumas ausgerechnet mit seiner größten Kritikerin verbünden: der deutschen Lehrerin Anna Moll, die ihn wegen freizügiger Texte angezeigt hat.

    Meinung

    Der Autor hat es geschafft ganz im Stil von Alexandre Dumas zu schreiben, meiner Meinung nach eine schwierige Kunst.

    Die Figur des Dumas, ein Libertin wie er bei den drei Musketieren von Aramis dargestellt wird. Anna Moll könnte der etwas schwermütige Artos sein ( meine Lieblingspersonen in beiden Büchern ). Der Bösewicht, ganz klar, Kardinal Richelieu. Alle anderen kann man sich auch erklären. Setzt natürlich voraus das man die Bücher von Dumas gut kennt.

    Auch die fast sprunghafte Abfolge der Ereignisse, ohne Gedanken über die Machbarkeit der Bewegungen passt.

    Es gab immer wieder Szenen in denen man den Atem angehalten oder sich vor Lachen gekrümmt hat.

    Für Leser die Dumas nicht kennen, ist das alles unwichtig. Sie lesen einen spannenden Roman im Stil der Mantel und Degen Filme. Bildgewaltiges Kopfkino entsteht weil der Autor mit seinen Worten echte Bilder zeichnet. Sei es die politische Situation unter Charles Louis Napoléon Bonaparte später Napoleon der Dritte, die Monarchie Verehrung in England oder der Winter in Russland. Auch die Figuren sind sehr detailliert. Erst hat Dumas einen ziemlich dicken Bauch, dann durch die Umstände wird er schlanker. Wie sich sein Äußeres zum Vorteil verändert kann man sich denken aber Dirk Husemann beschreibt es auch sehr schön. Genauso geht es mit der charakterlichen Entwicklung der Figuren. Man kann erkennen wie radikale Veränderung der äußeren Lebensumstände auch den Geist beeinflusst.

  • Ein Potpourri an Geschichten, Figuren und Orten in eine spannende Geschichte verpackt


    Willkommen in der etwas verrückten Welt des impulsiven Alexandre Dumas. Der bekannte Autor ist neben Anna Moll und dem Magnetiseure Lemaitre einer der Hauptproganisten in diesem historischen Abenteuerroman, der Mitte des 19. Jahrhunderts spielt. Es ist eine wilde Geschichte, die uns von Paris über London nach St. Petersburg führt. Man erlebt Strassenkämpfe und makabre Salons in Paris, das verregnete London samt Kerker und Buckingham Palast, einen halb verrückten russischen Sammler und die Eremitage in St. Petersburg. Mit anderen Worten ein richtiges Potpourri an Geschichten, Figuren und Orten, die allesamt extrem anschaulich geschildert werden. Es ist ein richtig spannendes Abenteuermärchen, das mit viel Witz erzählt wird.


    Die rasante Geschichte ist mit vielen liebevollen Details angereichert, nimmt immer wieder überraschende Wendungen und ist sprachlich sehr interessant umgesetzt. Der Autor hat ein großes Augenmerk darauf verwendet, Sprache und Story den damaligen Abenteuerromanen anzugleichen. Ich finde, das ist im auf eine humorvolle Weise gut gelungen.


    Obwohl ich immer gedacht habe, dass bei einem historischen Roman großer Wert auf die historischen Fakten gelegt wird, ist dies hier nur bedingt der Fall. Aber nach dem Lesen des Nachworts, in dem sich der Autor erklärt, kann ich gut nachvollziehen, dass die Fakten zu Gunsten der Story angepasst wurden. Das ist durchaus legitim und bei diesem Buch auch sehr förderlich für die Geschichte, hat mich aber zugegebenermassen etwas überrascht. Ach, man kann nicht immer so streng sein. Und wer eine Biografie über Dumas lesen will, der soll das tun. Dieses Buch ist jedenfalls keine Biografie, dafür eine farbenprächtige Geschichte, die um den sagenumwobenen Alexandre Dumas herum gebaut ist, seines Zeichens Gourmet, Gourmand, Abenteurer und Freuenheld in einem.

    Ein rundum gelungenes Buch, das sehr unterhaltsam und spannend ist. Und die rasante Schlittenfahrt durch St. Petersburg werde ich nicht so schnell vergessen.


    Fazit: Unbedingt lesen, wenn man man Lust auf ein abenteuerliches Märchen aus dem 19. Jahrhundert hat.

  • Ein wunderbares Abenteuer!


    Paris 1851 - Alexandre Dumas ist gefeierter Autor zahlreicher Abenteuerromane, die als Fortsetzungsgeschichten in Zeitungen erschienen. Um das erforderliche Pensum neuer Geschichten zu schaffen, hat er in seinem Chateau Monte Christo eine Art Romanfabrik erschaffen, in dem etliche Lohnschreiber seine Fantasien in Worte fassen. Inzwischen verfügt Dumas über eine eigene Zeitung, in der täglich u. a. seine Fortsetzungsromane erscheinen. Als in dieser Zeitung, unterzeichnet mit seinem Namen, plötzlich Staatsgeheimnisse gedruckt erscheinen, muss Dumas das Land verlassen, da ihm sonst wegen Staatsverrat die Todesstrafe droht.

    Als ob das nicht schon genug wäre, hetzt ihm die Lehrerin Anna Moll, verw. Gräfin von Dorn, die Zensur auf den Hals, weil sie die Jugend durch die unsittliche Literatur gefährdet sieht. Und ausgerechnet mit Anna Moll muss sich Dumas verbünden, um seinen Hals zu retten. Eine abenteuerliche Reise durch Europa nimmt ihren Lauf.


    Lange habe ich mich nicht mehr so gut unterhalten gefühlt von einem historischen Roman. Es ist ein echter Abenteuer-Schmöker, der seinem Protagonisten Alexandre Dumas alle Ehre macht.

    Es gibt Verwicklungen und Verstrickungen und leider auch etwas viele Zufälle, die irgendwann in der Häufung nicht mehr plausibel erscheinen. Aber wen stört das schon, wenn es gilt, einen turbulenten und abwechslungsreichen Abenteuerroman zu lesen. Mich hat es jedenfalls nicht gestört!


    Dirk Husemann hat es geschafft, die Zeit mit seiner angedeutet antiquierten Ausdrucksweise auferstehen zu lassen, ohne zu altertümlich und kompliziert zu schreiben. Es trifft für mich genau den richtigen Ton für eine Zeitreise in die Mitte des 19. Jahrhunderts.

    Dabei darf man nicht denken, dass es sich hier um ein streng an die Fakten gelehntes Werk handelt. Es ist ein Roman im besten Sinne des Wortes. Die Aufklärung, wie viel Fiktion in der Story steckt, folgt im Nachwort des Buches.

    Ausnahmsweise möchte ich auch das Cover loben, das wirklich traumhaft gestaltet ist. Wunderschöne Aufmachung!


    Mich hat das Buch insgesamt total überzeugt. Es ist angenehm locker geschrieben und doch nicht zu anspruchslos vom Schreibstil her, sodass es auch höheren Ansprüchen genügen dürfte.


    Fazit: Überzeugte Leseempfehlung für Freunde gepflegter Unterhaltung


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  • Paris, 1851: Die mittellose Gräfin Anna von Dorn nimmt eine Stelle als Lehrerin an, um sich ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Dabei stolpert sie über die Werke Alexandre Dumas, die sie skandalös findet – sie will dem Schriftsteller das Handwerk legen, trifft dabei aber auf einen alten Feind.


    Dumas hat derweil schon genug andere Probleme, nicht nur die Gläubiger rücken ihm auf den Pelz, und dann erscheint auch noch ein Artikel in seiner Zeitschrift, der ihn als Hochverräter darstehen lässt – den er aber gar nicht geschrieben hat.


    Anna und Dumas stellen schließlich fest, dass sie gemeinsame Interessen haben, und machen sich auf die Jagd nach demjenigen, der beider Leben auf den Kopf gestellt hat.


    Der Autor hat in Händchen für besondere Stoffe, was sich auch hier zeigt. Wahrscheinlich kennt jeder zumindest einen Roman Dumas‘, und ihn hier selbst als Protagonisten vorzufinden, macht Spaß, zumal es hier genauso spannend und actionreich zugeht wie in seinen Werken. Der Autor bedient sich sogar einer entsprechend altertümlich wirkenden Sprache mit vielen schönen altmodischen Wörtern – wobei ich das nie als anstrengend empfand sondern eher atmosphärisch. Und dann gibt es herrliche Sätze wie diesen: „Die Geschichten aus dem Unterleib der Literatur wurden ihrem gerechten Schicksal zugeführt“ (Pos. 920)


    Atmosphäre gibt es hier sehr viel, und auch einiges zum Schmunzeln. Die Reise führt von Paris nach London und St. Petersburg, und überall fühlt man sich schnell im Land angekommen. Die Schauplätze haben mir jeweils gut gefallen, in London z. B. besucht man nicht nur die königliche Familie sondern auch ein Gefängnis, St. Petersburg lädt in die Eremitage und zu einer Wolfsjagd ein.


    Dumas mochte ich von Anfang an, er ist ein frivoler Lebemann, hat aber ein gutes Herz, zeigt Empathie, und bringt einiges an Humor ins Spiel (wenn ich alleine daran denke, was er im Londoner Gefängnis anstellt, um seine Hinrichtung aufzuschieben …). Anders Anna, die ich wegen ihrer Sittenstrenge zunächst sehr anstrengend fand, die aber eine schöne Entwicklung durchmacht. Außerdem finde ich es sehr interessant mit Anna eine Protagonistin zu haben, die auf den Rollstuhl angewiesen ist. Die meisten anderen Charaktere spielen nur eine untergeordnete Rolle, sind aber doch gelungen charakterisiert. Und dann ist da natürlich noch der Antagonist, der zunächst schön teuflisch wirkt, mich aber am Ende doch ein bisschen enttäuscht hat, ebenso wie die „Auflösung“ um ihn.


    Wie es sich für einen anständigen historischen Roman gehört, gibt es ein Nachwort des Autors, in dem er auf Wahrheit und Fiktion eingeht – und mir richtig Lust macht, eine Dumas-Biografie zu lesen.


    Dirk Husemann entwickelt sich langsam zu einem meiner Lieblingsautoren, ich mag seine Romane, weil sie in meinen Augen besonders sind und nicht mit Humor sparen. Leider hat mich hier der Antagonist nicht komplett überzeugt, so dass ich zwar „nur“ 4 Sterne vergebe, aber auf jeden Fall eine Leseempfehlung ausspreche.

  • Mantel- und Degenroman in Reinstkultur


    Das Buch ist sehr spannend geschrieben, erinnert auch stark an den Stil der Mantel und Degen Romane des 19 Jahrhunderts und in denen Alexandre Dumas der Ältere exzellierte. Ich begrüße es, dass Dirk Husemann sich dieses Stils bedient. Er ist sehr angemessen dem Thema des Buches.


    Mein erster Eindruck von Alexandre Dumas sen. ist, dass er ein typischer ADHS-Mensch ist. Ein Hans Dampf in allen Gassen, der ständig herumlaviert und vor Gläubigern oder verflossenen Geliebten auf der Flucht ist. Heute würde man ihm Ritalin verschreiben. Die ersten Seiten, in denen er agiert, haben mich beunruhigt. Alexandre Dumas ist einer der Lieblingsautoren meiner Kindheit gewesen. Und nun soll er gar nicht die Drei Musketiere, den Graf von Monte Christo, La Reine Margot, den Vicomte de Bragelonne, die Memoiren eines Arztes und noch einige mehr geschrieben haben??? Ich las alles von ihm was ich damals in die Finger bekam. Und nun hat er das alles, diese ganze Pracht, diesen unglaublichen Ideenreichtum gar nicht alles selbst verfasst?


    Ich wusste von großen Malern der italienischen und niederländischen Renaissance, dass sie oft an bestimmten Auftragswerken höchstens die Komposition bestimmten und ein paar Pinselstriche machten, das Gemälde dann aber teuer verkauften. Heute werden diese Bilder als „aus der Werkstatt von…“ immer noch teuer gehandelt, aber doch mit einigen Abschlägen. Konnte sich halt nicht jeder einen Raffael da Urbino leisten.


    Dass Karl May nicht selbst all die Heldentaten vollbracht hat, als Old Shatterhand oder als Kara Ben Nemsi, das habe ich ihm längst verziehen. Aber Alexandre Dumas? Muss ich ihn jetzt auch vom Sockel stoßen? Das tut weh.


    Zu Anna Moll, Gräfin Dorn und ihr Diener und Begleiter, der Kutscher Immanuel: Immanuel ist fast die ganze Zeit stumm, aber immer da, um Anna zu beschützen, zu unterstützen, ihr weiter zu helfen. Bis er einen grässlichen Unfall hat und mit gebrochenen Beinen ins Krankenhaus eingeliefert wird. Anna ist einerseits sehr prüde und urteilt über Dumas Schriften sie seien jugendgefährdend und unmoralisch. Deswegen versucht sie mit der Zensurbehörde seinen Veröffentlichungen ein Ende zu bereiten. Geht natürlich schief. Aber als in Dumas Zeitschrift plötzlich subversive Artikel erscheinen, die Dumas nicht autorisiert hat und ein Minister tot aufgefunden wird, der zuletzt mit Dumas lebend gesehen wurde, werden aus Anna und Alexandre Verbündete. Sie haben einen gemeinsamen Feind, deswegen diese ungewöhnliche Partnerschaft.


    Die Aventiure geht weiter in dieser neuen Konstellation. Und genau wie in einem echten Mantel und Degen Roman aus dem 19. Jahrhundert tauchen erneut Gestalten auf, von denen man im ersten Teil eigentlich schon gedanklich Abschied genommen hatte, so z.B. Anna Molls früherer Arbeitgeber der Lübecker Fischhändler Olaf Schmaleur. Er wird zum Retter in der Not in einer schier ausweglosen Situation, regelt alles selbstlos, einfach, diskret und unkompliziert. Solche Wohltäter die plötzlich aus dem Dunkel ins Rampenlicht treten nur um nach getaner Arbeit wieder zu verschwinden sind eines der Merkmale dieser Romane. Ebenso ist Doctor Bailey, der Leierkastenmann solch ein Helfer in der Not. Er hilft Anna der engen Menschenmenge zu entkommen und verschafft ihr auch Zugang zum Buckingham Palace, verhilft ihr und Alexandre zur Flucht vor dem Newgate Gefängnis.


    Ein anderes Merkmal dieses literarischen Genres ist der Bösewicht, der derart böse, schurkisch und verkommen ist, dass man es kaum noch aushält. Jedes Mal, wenn die „Guten“ versuchen, dem Bösewicht das Handwerk zu legen, entkommt dieser auf spektakuläre Weise und hinterlässt Chaos. Lemaitre ist der Schurke schlechthin. In seiner Gier nach Reichtum und Macht geht er über Leichen, im wahrsten Sinne des Wortes, hypnotisiert die Menschen, um an ihr Wissen und vor allem ihre Geheimnisse heran zu kommen, die er dann gnadenlos ausbeutet und die Menschen erpresst. Er nimmt billigend den Tod von Menschen in Kauf, die ihm nützlich waren und die er nun nicht mehr brauchen kann. Einerseits wünscht man, dass der Bösewicht endlich gefasst wird, andererseits lebt aber der Roman von diesem Übeltäter. Würde er handlungsunfähig gemacht werden, wäre auch der Roman zu Ende, und das wollen wir nun wirklich nicht.


    Ein weiteres typisches Merkmal der Mantel- und Degenromane sind die „Coups de Théâtre“, der plötzliche Umschwung. Aus Feinden werden Verbündete, unerwartete Wendungen, die die Handlung in eine neue Richtung bringen, usw. Anna, die nach Paris kam, um Alexandre Dumas am Schreiben zu verhindern, weil sein „Schreibwerk“ unmoralisch und Jugendgefährdend ist, liest nun selbst dem Erbprinzen Albert aus den drei Musketieren vor und verfasst zusammen mit dem Autor eine Fortsetzung der Abenteuer D’Artagnans, extra für den Prinzen. Wobei man im britischen Königshaus gerade nicht gut auf Alexandre Dumas zu sprechen ist und seine Hinrichtung im Newgate-Gefängnis schon beschlossene Sache ist. Die Falle, die Gräfin Anna und Lady Alice Lemaitre stellen, im Wintergarten des Königspalastes, klappt nicht zu, Lemaitre kann entkommen. In letzter Sekunde. Und der nächste Theaterschlag passiert auch im letzten Augenblick: Im Newgate Gefängnis, Alexandre Dumas hat schon seine Henkersmahlzeit hinter sich und überredet einen Priester, die Bibel umzuschreiben, kann Anna endlich die Begnadigung einreichen, sehr zum Unmut des Gefängnisdirektors, Lord Dingby.


    Der Wortwitz und die Situationskomik in der Gefängniszelle sind umwerfend: der Priester kommt, um ihm die letzten Weihen zu erteilen, aber er ist etwas in Eile, weil er einen vollen Zeitplan at. Da kann er nicht viel Zeit für einen Todeskandidaten erübrigen. Aber das sieht unser Held ganz anders. Außerdem, das „Wort Gottes“, tja, da hat er eine ganz andere Meinung dazu: „Alexandre hatte Gott schon immer für einen lausigen Schriftsteller gehalten. Einen der eine Art Romanfabrik mit vier Evangelisten an den Schreibtischen unterhielt, dessen Dramaturgie aber so hölzern war wie die des schlimmsten Fabelhans aus der Académie Francaise“. (Seite 324). Diese Szene muss man versuchen, sich bildlich vorzustellen.


    Und nun beginnt die Reise nach St. Petersburg, wo sich das dritte Amulett befindet. Lady Alice, die dank Lemaitres Intrige nicht mehr in England bleiben kann, begleitet Gräfin Dorn und Dumas auf der Reise. Und in St. Petersburg taucht – oh Wunder, welches keines mehr ist, weil Mantel- und Degenromane voller solcher Zufälle sind – ein alter Bekannter wieder auf: Der Kaufmann Schuwalow, den Alexandre und Anna aus Brüssel schon zu unterschiedlichen Gelegenheiten kennen gelernt hatten. In der Eremitage treffen sich alle Kontrahenten wieder: Lemaitre, dessen wahre Identität und Gesicht nun entlarvt werden, einerseits und andererseits Alexandre Dumas, Lady Alice und Gräfin Dorn. Natürlich gelingt es Lemaitre erneut zu entkommen, ganz spektakulär, und der Leser muss schon befürchten, dass Lemaitre nicht von Menschenhand zu fassen sein wird. Und das stimmt auch. Ganz im Sinne der Abenteuerromane des 19. Jahrhunderts wird Lemaitre von einer höheren Gewalt bestraft und gerichtet. Das Gute daran: An den Händen der Helden haftet kein Blut. Sonst wären sie auch nicht richtige Helden.


    Und noch ein Merkmal der Mantel- und Degenromane, dieses Mal ein schönes Merkmal: Am Ende wird alles gut. (OK, Hollywoodfilme enden auch so), aber hier findet wirklich jeder Topf seinen Deckel und alles wird wirklich gut. Ist das nicht schön?

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