Harry Adam Knight - The Fungus

Anzeige

  • Harry Adam Knight - The Fungus


    Inhalt:

    When a brilliant scientist seeking to solve the problem of world hunger tries to create giant mushrooms through genetic manipulation, what could possibly go wrong?


    The mutated spores escape the lab and spread across all of England. Toadstools grow to twenty feet tall, and a case of athlete's foot can mean a grisly and horrible death.


    But those who die quickly are the lucky ones. Those who survive infection by the fungus will be transformed into something unthinkably monstrous ...

    (Q Amazon)


    Meinung:

    Harry Adam Knight - The Fungus


    Man nehme eine engagierte Wissenschaftlerin, ein durchaus nobles Ziel, eine kleine Panne bei der Experimentsicherheit, einige auf schreckliche Weise zu Tode kommende Opfer, ein paar Pilz-assimilierte, jede Menge Panik, einen unfreiwilligen Retter der Nation, einen psychopathischen Soldaten, eine Spur Sex, etwas schwarzen Humor und jede Menge Pilze … und Zack, fertig ist eine feine kleine Unterhaltungshorrorgeschichte, die vielleicht keine Maßstäbe setzt, aber zu unterhalten weiß.


    Die Geschichte beginnt mit der Vorstellung von Norman Layne, Barbara, Derrick Lang und Eric Gifford. Allerdings sollte man sich als Leser nicht zu sehr an diese Gestalten gewöhnen, denn lange werden wir sie nicht begleiten. Kurz erfahren wir etwas über ihr Leben und dürfen dann auf recht eindrucksvolle Weise ihr Abtreten begleiten. Hierbei ist es im Grunde nicht wirklich spektakulär, dass sie ins Jenseits übergehen, sondern viel mehr wie sie es machen. Alle der genannten Person verabschieden sich durch einen dramatischen Pilzbefall.

    Nach dieser kleinen Einführung machen wir einen kleinen Zeitsprung, ein paar Stunden in die Vergangenheit und lernen Dr. Jane Wilson kennen, die sich gerade selbst für ihren Erfolg in der Pilzzucht auf die Schulter klopft. Nach Jahren der Forschung hat sie es geschafft ein Enzym zu verändern, welches Pilze in wahnsinniger Geschwindigkeit und zu ungeahnter Größe heranwachsen lässt. Sie ist überaus glücklich und zufrieden und will sich selbst feiern gehen. Natürlich passiert ihr ein kleines Missgeschick beim Verlassen des Labors und das Unheil nimmt seinen Lauf. England wird von Pilzgeflechten übernommen. Millionen Menschen sterben und einige wenige werden von den Pilzen 'übernommen'.

    Unterdessen sitzt Barry Wilson (der Noch-Ehemann von Jane, selbst Wissenschaftler, aber mittlerweile passionierter Schriftsteller) abgeschieden von der Außenwelt in Nordirland und schreibt an seinem neuesten Werk, als plötzlich bewaffnete Militärs vor seiner Tür stehen und ihn auf militärische Art und Weise zum Mitgehen bewegen. Barry darf sich freiwillig zu einem Selbstmordkommando melden, welches England retten soll. …. Ich will hier gar nicht weiter auf Geschehnisse, Hintergründe etc. eingehen. Ich denke ich habe schon genug geschrieben.


    Die Geschichte um den englischen Pilzbefall ist recht unterhaltsam. Als Leser darf man tief in das Myzel eintauchen und bekommt einen erschreckenden Blick auf die sonst eher kleinen Welt. Knight hat, wie ich finde, eine sehr angenehme und auch abstoßende Form des Schreckens für seine Geschichte ausgewählt. Es ist erschreckend aber auch faszinierend.


    Die Hauptcharaktere im Buch sind durchschnittlich. Manche mochte ich, manche weniger. Barry Wilson spielt seine Rolle als unfreiwilliger Held recht gut. Er ist sympathisch aber auch nicht wirklich mehr. Es hat mir Spaß gemacht ihn zu begleiten.


    Beeindruckend an der Geschichte fand ich, wie schon erwähnt, die Wahl der Bedrohung. Nebenbei bekommt man auch immer wieder ein paar kleine Informationen zu einigen auftauchenden Pilzarten und es wird verständlich, was auch im Buch angesprochen wird, dass wir immer von Pilzen umgeben sind, nur bemerken wir es nicht, wie allgegenwärtig sie sind und irgendwie die Welt am Leben erhalten. In The Fungus aber wird diese Tatsache ganz klar ersichtlich und die Menschen haben diesen Lebewesen nicht mehr entgegenzubringen, als denn einen möglichen Atomangriff, zumindest wenn es nach den Franzosen im Buch geht (hört man da einen kleinen Angriff des Autors in französische Richtung raus?).


    Neben dem ganzen Schrecken und der fürchterlichen Pilzübernahme England gibt es aber auch einiges zu Lachen. Knight schafft es ganz gut immer wieder einen kleinen Gag einzubauen, manchmal sehr schwarzhumorig, manchmal vordergründig. Und, falls es jemanden interessiert, es gibt auch Sex im Buch.


    Wenn man jetzt also den Horror, den Humor, die Geschehnisse und auch den sporadisch auftretenden Sex betrachtet, haben wir hier ein schönes Stück Horrorunterhaltungsliteratur, die aber dennoch nicht flach und einfach wirkt. Knight hat, wie auch bei 'Slimer' mit viel Witz und Einfallsreichtum eine Geschichte geschrieben die zu unterhalten und überzeugen weiß. Es gibt durchaus Höhen und Tiefen dabei, aber im Grunde ist es eine runde Sache.


    Fazit:

    The Fungus ist ein gelungenes Stück Geschichte, die mit viel Horror, Witz und Einfallsreichtum unterhält. Mir hat es Spaß gemacht etwas Pilzkunde zu betreiben. Es ist sicherlich kein Überknaller, aber nichtsdestotrotz es unterhaltsamer Lesespaß.



    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn


  • Was meinst du, Dave2311 , geht das als "The Last of Us"- auf die Schippe nehmen durch? Wenn ja, darf es auf meine WuLi wandern.

    Hmm ... ich gehe jetzt mal davon aus, dass du das Videospiel meinst. Dazu kann ich nicht viel sagen Ich muss ehrlich zugeben, dass ich TLoU nicht ausgiebig genug dafür gespielt habe.

    Da aber das Buch weit vor dem Spiel entstanden ist, hat sich, wenn überhaupt eher das Spiel daran orientiert. Wobei zur Entstehung des Spiels das Zombiethema eh allgegenwärtig war, würde ich meinen. Direkt würde ich es nicht mit diesem einen Spiel vergleichen, oder als Parodie davon gleichsetzten.

    Man könnte aber wohl sagen, dass es eine lustige Form des Themas 'Überleben in einer (Pilz)Apocalypse' ist. Es gibt in The Fungus eine Art Pilzzombies. Manche von ihnen sind recht klever, Andere wiederum nicht so sehr. Scheinbar aber erliegen sie alle, früher oder später, dem Pilzbefall, wenn ich mich recht erinnere.

    Lange rede, kurzer Sinn:

    Ich denke nicht dass es eine Parodie im eigentlichen Sinn sein soll, dafür ist es dann doch etwas zu brutal. Der Autor hat halt nur einen ausgeprägten Sinn für makaberen Humor und hat diesen sehr gut in die Geschichte mit einfließen lassen.

    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn


  • Danke für die Antwort. "Makabrer Humor" klingt nicht schlecht und weil mir das Spiel gefallen hat, werd ich das Buch wohl auf die WuLi setzen.

Anzeige