Ellin Carsta - Das Unrecht der Väter

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  • Spannend und Geheimnisvoll


    Die Familien von Falkenbach und Lehmann sind seit Jahren befreundet. Nach dem Ersten Weltkrieg haben sie beschlossen, ihren Weg gemeinsam zu gehen. Die Fabriken haben sie auf ein gemeinsames Firmengelände zusammengefügt. Der Erfolg hat ihnen recht gegeben, ihre Geschäfte laufen gut. Die Söhne der Freunde stehen schon bereit, um die einzelnen Betriebe zu übernehmen, auch wenn Gustav von Falkenbach sich noch nicht wirklich in der Firma seines Vaters sieht. Er studiert Medizin. Seine Schwester Wilhelmine weiß auch noch nicht so recht, wie ihr Leben verlaufen soll. Sie steht so ein bisschen außen vor, noch nicht ganz erwachsen aber auch kein Backfisch mehr. Die Welt ist für die Familien in Ordnung, bis zu dem Tag, als die Tochter eines Kriegskameraden auf Gut Falkenbach erscheint. Sie stellt Fragen zu dem Tod ihres Vaters und sie will Antworten. Welches Geheimnis teilen die Freunde?


    Die Geschichte dieser neuen Familien-Saga von Ellin Carsta beginnt im Jahre 1936 und erzählt aus dem Leben der von Falkenbachs und Lehmanns. Die Familien sind befreundet, die Kinder miteinander aufgewachsen und die Männer waren gemeinsam im Ersten Weltkrieg und sind zusammengewachsen. Sie haben ihre Geschäfte vereint und können so erfolgreich tätig werden. Bis zu dem Tag, als die junge Frau auftaucht und Fragen stellt. Hier beginnt nun die spannende Handlung. Das lang gehütete Geheimnis der Männer will ans Licht kommen und natürlich muss dies verhindert werden.

    Auch die Jugend will zu ihrem Recht kommen. Die Autorin erzählt davon, wie sie alle ihr Leben gestalten wollen oder von den Dingen, von denen sie träumen. Denn auch wenn nach außen hin die Welt in Ordnung zu sein scheint, gibt es doch so einige Probleme zu bewältigen. Ellin Carsta hat es geschickt verstanden, ihre Protagonisten agieren zu lassen.


    Dies ist erst der erste Teil einer neuen Reihe und hier werden die einzelnen Charaktere vorgestellt, aber schon jetzt ist klar, diese Reihe macht Spaß, gelesen zu werden. Die Autorin erzählt nicht nur spannend von der Familie und ihren Problemen und Geheimnissen, es gibt so einige, sondern legt auch Handlungsstränge an, die erst später weitergeführt werden, zugleich aber neugierig auf mehr machen. Dabei hat sie ihre Protagonisten vorgestellt, ohne dabei zu viel vorweg zugreifen. Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet und haben ihre Ecken und Kanten. Sie bekommen aber auch die Zeit, sich zu entwickeln, es ist immer noch genügend Luft nach oben vorhanden. Sicherlich gibt es hier eine Vielzahl von Protagonisten, die man als Leser erst mal sortieren muss, aber der flüssige Erzählstil macht es einem leicht, in die Geschichte zu finden.


    Die Handlung beginnt im Jahre 1936 und die Nazis sind an der Macht. Auch diesen Aspekt greift die Autorin gekonnt auf. Das Unglück, welches auf die Menschen zu kommt, ist schon zum Greifen nah und macht natürlich auch nicht vor diesen Familien halt. Ein ungutes Gefühl auf drohendes Unheil ist spürbar, aber nicht zu vordergründig, um den Spaß am Lesen zu verlieren. Mir hat diese Mischung gut gefallen.


    Fazit:

    „Das Unrecht der Väter“ ist nicht nur der Auftakt einer neuen Familien-Saga von Ellin Carsta, es ist zugleich auch eines ihrer besten Bücher, welches ich in den letzten Jahren von dieser Autorin gelesen habe. Sie hat einen interessanten Plot mit spannenden Protagonisten erschaffen. Ich hoffe, dass sie dieses Level für die kommenden Bände halten kann. Ich freue mich schon jetzt, wenn es im nächsten Jahr bereits mit dem zweiten Teil weitergeht.


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  • Der Teufelspakt

    1936. Die Brüder Wilhelm und Heinrich Lehmann sowie Paul Friedrich von Falkenbach haben nicht nur gemeinsam an der Front den Ersten Weltkrieg überstanden, sie sind seit Ewigkeiten erfolgreiche Geschäftspartner und auch sehr enge Freunde. Inzwischen stehen schon ihre Kinder in den Startlöchern, um die Nachfolge in den Familienunternehmen anzutreten, nur Gustav von Falkenberg geht mit seinem Medizinstudium einen eigenen Weg. Die Nazis haben ihre Macht immer weiter ausgebaut, so dass der braune Nebel inzwischen durchs ganze Land wabert und auch vor der bayrischen Idylle nicht Halt macht. Eines Tages steht die Tochter eines ehemaligen Kriegskameraden auf der Schwelle von Gut Falkenbach und bringt die drei alten Weggefährten mit ihren unangenehmen Fragen zum Tod ihres Vaters in die Bredouille, denn Wilhelm, Heinrich und Paul Friedrich haben ein gemeinsames dunkles Geheimnis, dass sie niemals preisgeben werden, koste es, was es wolle…


    Ellin Carsta hat mit „Das Unrecht der Väter“ den fulminanten Auftakt ihrer neuen historischen Falkenbach-Saga vorgelegt, der mit flüssigem, bildgewaltigem und gefühlvollem Erzählstil den Leser von der ersten Seite an zu fesseln weiß. Schon beim Einstieg in die Handlung sieht sich der Leser einer großen, doch noch überschaubaren Ansammlung von Protagonisten gegenüber, die erst einmal kennengelernt und deren Bezug, Gedanken- und Seelenwelt erst einmal erkundigt werden will. Durch die Einbeziehung des damaligen politischen und gesellschaftlichen Hintergrunds gelingt es der Autorin, den Spannungsbogen langsam, aber stetig aufzubauen. Während sich der Himmel in Deutschland durch die Naziherrschaft immer mehr verdunkelt, wird auch das Verhältnis der drei Freunde auf eine harte Probe gestellt, und man fragt sich als Leser immer wieder, wann wohl der erste aus der Reihe tanzen wird, weil er dem Druck nicht mehr Stand hält. Ebenso interessant sind die zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die Erwartungen unter den einzelnen Protagonisten, denn die Autorin hat so einige Geheimnisse unter ihnen versteckt, die es nach und nach zu lüften gilt. Besonders gelungen sind auch die farbenfrohen Beschreibungen der diversen Handlungsorte, die sofort das Kopfkino beim Leser anwerfen und ihn noch mehr an der Geschichte kleben lassen.


    Die Charaktere sind detailliert ausgestaltet und sprühen vor Leben. Ihre individuell angelegten menschlichen Eigenschaften wirken glaubwürdig und authentisch, so dass der Leser sich interessiert auf dem Gut einnistet, um ihren jeweiligen Schicksalen zu folgen, mit ihnen zu hoffen, zu fürchten und zu bangen. Paul-Friedrich von Falkenbach sowie Wilhelm und Heinrich Lehmann sind Patriarchen und erfolgreiche Unternehmer. Durch ihren Firmenverbund bilden sie eine starke Front nach außen. Sie haben hohe Erwartungen an ihre Kinder, die erfüllt werden wollen, was dem einen oder anderen schwer fällt oder mit Auflehnung bestraft wird. Gustav von Falkenberg schwimmt gegen den Strom und hat mit dem Familienbetrieb wenig am Hut, sein Interesse gilt der Medizin. Ob er sich auf Dauer durchsetzen kann, muss sich noch zeigen. Wilhelmine von Falkenberg ist noch jung, hat aber schon ihren eigenen Kopf. Sie testet die Grenzen aus, ist vielseitig interessiert und lässt sich in keine Schublade pressen. Es wird spannend sein, ob sie sich auf Dauer behaupten kann. Ebenso darf man auf die weiteren Entwicklungen der anderen Protagonisten gespannt sein.


    Mit „Das Unrecht der Väter“ ist Ellin Carsta wieder in absoluter Pageturner gelungen, der schnell süchtig macht, denn der Mix aus Familiengeschichten, historischem Hintergrund, vielen Geheimnissen und Verwicklungen verspricht jede Menge spannender Lesestunden angefüllt mit Liebe, Drama und Intrigen. Absolute Leseempfehlung – ein toller Start!


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Ein düsteres Geheimnis


    „Nichts und niemand zerstört das, was ich mir aufgebaut habe. Ich glaube an diese Familie und werde alles für sie tun.“


    Paul-Friedrich von Falkenbach und die Brüder Wilhelm und Heinrich Lehmann eint eine jahrelange Freundschaft, die im Krieg ihren Ursprung nahm. Die drei Weggefährten dienten in derselben Einheit und gaben sich gegenseitig das Versprechen, ein schreckliches Geheimnis zu bewahren und das Wissen darüber mit ins Grab zu nehmen. Das nach Kriegsende gemeinsam aufgebaute Unternehmen floriert, ihre Familien leben im Luxus, die Söhne haben ihrerseits bereits Familien gegründet. Ausgerechnet bei der Feier ihres Firmenjubiläums werden Paul-Friedrich, Wilhelm und Heinrich von ihrer Vergangenheit eingeholt. Erna Behrend, Studentin der Zeitungswissenschaften und Tochter eines ehemaligen Kriegskameraden, ist auf Ungereimtheiten betreffend den Tod ihres Vaters gestoßen. Die junge Frau ist fest entschlossen, so viel wie möglich über die damaligen Ereignisse herauszufinden und heftet sich hartnäckig an die Fährten jener Männer aus der ehemaligen Einheit ihres Vaters, welche den Krieg überlebten. Falsche, moralisch verwerfliche Handlungen in der Vergangenheit bedrohen nun die Existenz von Paul Friedrich, Wilhelm und Heinrich. Doch sie sind fest entschlossen, ihr Lebenswerk und ihre Familien zu schützen – und zwar um jeden Preis.


    Mit „Das Unrecht der Väter“ liefert Ellin Carsta einen hoch interessanten Auftakt zu ihrer neuen Buchreihe um die Familie Falkenbach. Den drei Hauptfiguren dieses Buches wird große Aufmerksamkeit zuteil. Die Autorin bringt ihrer Leserschaft die verschiedenen Charaktere näher, erzählt von deren Streben um die gemeinsame Firma. Besonderes Augenmerk wird auf die Familien der drei Protagonisten gelegt, die von starken Frauen mit herzlichem Gemüt zusammengehalten werden. Von den Söhnen wird jeweils die Fortführung der Firmengeschicke erwartet, die Tochter Paul-Friedrichs überrascht trotz ihrer Jugend durch Einsicht und Scharfblick. Auch sie möchte wie die Männer der Falkenbachs und Lehmanns für ihre Familie, für Gut Falkenbach und für ihr Land kämpfen. Als interessante Nebenfigur fungiert Paul-Friedrichs Schwiegertochter Clara von Falkenbach, die ihrerseits ein Geheimnis umgibt. Ein übereifriger junger Verehrer von Paul-Friedrichs verliebter Tochter entpuppt sich als fanatischer und gefährlicher Antagonist, von welchem man vermutlich auch in den Nachfolgebänden noch lesen wird.


    Die Autorin besitzt einen äußerst einnehmenden Schreibstil, die glaubwürdige Darstellung ihrer Charaktere und der Spannungsfaktor um die Kriegsereignisse, über welche die drei Männer eisern schweigen, sorgen dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Schauplatz der Handlung ist Gut Falkenbach in der Nähe eines kleinen Ortes namens Bernried am Starnberger See, der Führerkult in Deutschland im Jahre 1936 und die zunehmend wachsende Angst der Menschen vor den Repressalien der Nazis bilden den historischen Hintergrund dieser Geschichte. Ellin Carsta versteht es gekonnt, ihre Leser an ein Buch zu fesseln, durch viele Andeutungen wächst die Neugier auf das Geheimnis, welches die drei Protagonisten verbindet, kontinuierlich an. Ein völlig überraschender Cliffhanger auf der letzten Buchseite weckte in mir unverzüglich den Wunsch, mich sofort in den zweiten Band dieser Reihe zu vertiefen. Ich freue mich bereits jetzt darauf und kann es kaum erwarten zu erfahren, wie es mit den Falkenbachs und Lehmanns weiter geht.


    Fazit: „Das Unrecht der Väter“ hat mir ausgezeichnet gefallen. Eine interessante Familiengeschichte, Geheimnisse aus der Vergangenheit, die bedrückende Naziherrschaft als historischer Hintergrund der Handlung und authentische Charaktere machten dieses Buch zu einem reinen Lesevergnügen.


    Begeisterte fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung!

  • Schauplatz ist das Gut Falkenbach bei Bernried am Starnberger See

    1936 wird das 15jährige Firmenjubiläum der Pfannen- und Porzellanfabrik gefeiert, Nach dem Krieg haben die Freunde Leopold, Gustav und Ferdinand diese zusammen aufgebaut. Mittlerweile steht auch schon die Nachfolgegeneration in den Startlöchern. Die Feierlichkeiten werden durch den Besuch einer jungen Dame unterbrochen, denn Erna Behrend möchte Details zum Ableben ihres Vaters während des Krieges erfahren. Hier scheint es ein weitreichendes, düsteres Geheimnis zu geben. Wie bei allen ihren Bücher beendet die Autorin das Buch mit einem Cliffhanger.




    Die Autorin hat auch diesen ersten Band einer neuen Reihe routiniert, flüssig und unterhaltsam geschrieben. Sie beschreibt die Familienkonstellation und charakterisiert die einzelnen Personen. Jedes Kapitel wird quasi mit einem Leitsatz einer Figur überschrieben, der dann das Kapitel gewidmet ist. Die politischen Einflüsse und der bevorstehende Krieg sind schon gut spürbar.


    Dieser Startband ist vom Schreibstil her vergleichbar mit der Hansen-Saga, die bisher 6 Bände umfaßt. Der 7. Band erscheint im Februar 2021 und der 2. Band der Falkenbach-Saga im März 2021. Diese rasche Folge von neuen Büchern könnte einem doch zu denken geben.


    Auch die Falkenbach-Saga ist eine Familiengeschichte, die einfach zu lesen ist, keine besonderen Raffinessen enthält, aber gerade deshalb in dieser besonderen Zeit zum Abschalten geeignet ist.

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