Christian Nowag - Lucci und der Schatten des Phönix

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  • Ein Buch, dass mich lange beschäftigte, denn ich brauchte leider sehr lange, um es zu lesen. Der Klappentext wie auch das Cover sprachen mich an, doch die Freude schwand nach wenigen Seiten.


    Zunächst zum Schreibstil; dieser ist einfach gehalten und oft auch flüssig zu lesen. Doch mit der Sprache hatte ich meine Schwierigkeiten, weil die wörtliche Rede/ Gespräche manchmal komisch oder übertrieben wirkte(n), zudem ist die Wortwahl nicht immer überzeugend und manchmal fraglich. Ich meine, das Buch ist ein Kinder- und Jugendbuch (laut Amazon Leseniveau 4-12 Jahre), doch bereits zu Beginn gibt es eine mehrfach wiederkehrende unschöne Beschreibung eines Mannes, die ich ekelhaft und kritisch sehe, weil dieser fettleibig, dreckig und mit Essensresten bedeckt ist. Vielleicht hat mich diese Szene auch nur deshalb so getroffen, weil ich bei diesem Buch nicht mit sowas gerechnet hatte.
    Ansonsten war der Schreibstil entlang der Geschichte manchmal etwas durcheinander und abgehakt, an sich aber gut zu lesen und die Handlung konnte ich gut als Film vor dem inneren Auge abspielen lassen.
    Die Namen der Figuren waren eine wilde Mischung aus allem, soweit okay, doch ein paar empfand ich als albern. Vielleicht bin ich echt zu alt für das Buch (wobei ich ja Kinder- und Jugendbücher wirklich gerne lese und schätze), doch "König Pipiwaschiwokaka", abgekürzt mit "Pipikaka" sowie Oma/Opa "Pickelpo", ich weiß nicht..


    Die Charaktere sind vielfältig und verschieden, insbesondere die Bösen fand ich ziemlich cool und unterhaltsam. Trotzdem fehlt es allen an Tiefe, doch ich denke, Kinder werden von den Charakteren begeistert sein. Welche Figur mir leider überhaupt nicht gefällt, ist die Hauptfigur Lucci. Der Junge ist so krass naiv; an manchen Stellen war er dadurch recht unterhaltsam geworden, doch die meiste Zeit nervte er mich. Allerdings denke ich, dass der Autor diese Buchfigur absichtlich so geschrieben hat und ein Ziel verfolgt und damit verschiedene Interpretationen möglich sind. In meinen Augen könnte er die Unschuld/ Reinheit eines Kindes darstellen, weil er mit seinem Umfeld liebevoll, ehrlich und ohne böse Gedanken umgeht.


    Während des Lesens begegnen einem viele verschiedene fantastische Elemente, vom sprechenden Affen über magische Geschöpfe und Pflanzen bis hin zu einem Mann, der in einem Wal lebt oder Männer, die einen Amboss oder Anker mit sich herumtragen. Vieles gefällt mir sehr gut, doch es hätte weniger sein können, denn die Welt wirkte auf mich etwas überladen und unstrukturiert.


    Die erste Hälfte des Buches fiel mir schwer, denn auch die Story wirkte nicht ganz einheitlich und der rote Faden war zwar spürbar, aber nicht richtig greifbar. Die Handlung macht gerne mal kleine Sprünge oder kommt teilweise nicht auf eine halbwegs realistische/ glaubhafte Ebene. Doch ab der Mitte wird es besser, das letzte Drittel gefiel mir sogar gut und ich las es überraschend in einem Stück. Man bemerkt auf jeden Fall die positive Entwicklung des Autors vom ersten bis zum letzten Kapitel.
    Am Ende ist die Story einigermaßen interessant; Kampfszenen können sogar fesseln; die meisten Charaktere wirken etwas lebendiger/ näher und die Sprache wird ebenfalls angenehmer.


    Ich empfinde dieses Werk zwar als unausgereift, dennoch haben die Geschichte wie auch der Autor eine gute Basis gelegt und viel Potenzial ist vorhanden! Die letzten Kapitel waren jedenfalls vielversprechend!
    Alles in allem kann ich nur 2/5 Sterne vergeben.

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