Christian Pfeiler - Selene

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  • Klappentext


    Es war ein seltsamer Sommermorgen, an dem Rick seinen Schulbus versäumt hatte. Sein Weg durch die weite Landschaft des einsamen Felsenberges sollte ihn in ein Abenteuer jenseits von Raum und Zeit führen.


    Was bedeuten die seltsamen Lichter und Flugobjekte am Himmel?

    Wieso taucht plötzlich ein herrschaftliches Haus aus dem Nichts auf?

    Wie rettet man die Welt vor Göttern und Aliens?

    Und was hat seine geheimnisvolle Klassenkameradin Selene Wiedenbrink mit der ganzen Sache zu tun?


    Meine Meinung


    Ich muss erstmal kurz zum Cover sagen, dass ich es mega gelungen finde! Ich mag ja sonst nicht unbedingt zu viele Farben, aber hier wirkt es wunderbar harmonisch und spiegelt sehr gut die Handlung, den Weg der beiden Protagonisten und die philosophischen Fragen, die sich rings um sie einstellen. Allerdings darf man keine Liebesgeschichte erwarten - falls das wegen den beiden Figuren den Eindruck macht und es ist auch keine "einfache" Geschichte, denn man wird schon ganz schön zum mitdenken gefordert.


    Das Leben des 16jährigen Rick stellt sich komplett auf den Kopf, als er den Schulbus verpasst und auf dem Weg einer Abkürzung seiner Klassenkameradin Selene über den Weg läuft. Dass er sie kaum kennt nimmt bald erschreckende Ausmaße an, denn sie ist nicht einfach nur eine etwas flippige, kontroverse, im 80er Jahre Stil gekleidete Außenseiterin - sie ist eine Göttin. Zumindest ist das ein passendes Wort aus unserem Sprachgebrauch für ihre Form der Existenz, die sich aus Lust auf Abwechslung auf unserem Planeten eine kleine Pause im Menschsein gönnt.


    Man lernt Selene schon ein bisschen im Prolog kennen, in dem sie sich selbst vorstellt und dabei einen höchst amüsanten Eindruck hinterlässt. Eine Art neugierige Entdeckerin, immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen ihres unerschöpflichen Wissenpools, dabei sehr von sich selbst überzeugt und mit ihrem flapsigen Mundwerk ein Quell an erfrischender Redseligkeit. Hier bekommt man schon einen kleinen Vorgeschmack des Stils, in dem der Autor teilweise obsessiv schwelgt, aber mit dem ersten Kapitel und dem Wechsel zu einem übergeordneten Erzähler ist es angenehm flüssig zu lesen.

    Die Handlung geht gut voran und hält viele Überraschungen bereit, aber es gibt auch philosophische Dialoge, die einen zum Nachdenken bewegen. Da sollte man schon mit Konzentration lesen, um alles zu verstehen, was mir nicht immer gelungen ist.


    Toll finde ich aber definitiv, dass außergewöhnliche Wörter vorkommen, wie z. B. flatulent, rekursiv, fraktal, obsolet ..., die man in Büchern ja eher selten findet, dadurch aber erfrischend neu und anders wirken.


    Die Ideen sind wirklich großartig, grade was die Gedanken über die Beschaffenheit unserer Welt, des Weltraums und überhaupt das Entstehen von Welten angeht, aber auch der Weg, den Rick und Selene nehmen müssen (um ein grauenvolles Schicksal der Erde abzuwenden), hält viele Wendungen parat. Der Autor fabuliert recht gerne und beschreibt sehr detailliert, wodurch man sich alles immer wirklich sehr gut vorstellen kann, aber manchmal verliert er sich etwas darin und es gibt Szenen, die dadurch etwas vor sich hinplätschern.

    Vor allem auch weil der Fokus in dem Austausch der beiden Protagonisten liegt und das Drumherum daher manchmal ins Abseits kommt. Was an sich auch nicht schlimm wäre, aber die Phantasie gerät hier teilweise in Sphären, denen ich nicht immer ganz folgen konnte.


    Auch gibt es noch einige kleine Fehler im Druck, die in den nächsten Ausgaben aber ausgemerzt sind, was den Lesefluss nochmal erleichtern dürfte. Ansonsten sind mir einige prägnante Eigenheiten im Stil des Autors aufgefallen, die mir gut gefallen haben und die auch die Charaktere besonders machen.

    Die Bezugnahme auf Bücher, Spiele, Filme und Comics aus den 80er Jahren bis heute finde ich total klasse und hat mir viel wieder in Erinnerung gerufen, sowas macht immer eine Menge Spaß beim Lesen! Auch der Humor fehlt nicht, denn es kommen einige kuriose Situationen zustande.


    Insgesamt hat es mir wirklich gut gefallen und war mal etwas völlig anderes, was man sonst aus der Bücherwelt kennt - an manchen Stellen war es mir etwas zu diffus, weil ich nicht alles verstanden habe oder durchblicken konnte und teilweise war das Tempo durch die vielen Gespräche etwas gebremst. Trotzdem ein wirklich gelungener Auftakt, vor allem wenn man bedenkt, dass Christian Pfeiler alles - bis auf das Cover - komplett in Eigenregie gemeistert hat.


    3.5 Sterne von mir


    Ich habe mittlerweile den zweiten Teil gelesen, der mich sehr begeistert hat - es lohnt sich also, sich darauf einzulassen ;)

    Im Handel werdet ihr die Bücher (leider noch) nicht finden, aber ihr könnt beide Bände direkt auf der Autorenseite als pdf Datei gratis lesen! ODER beide Bände direkt beim Autor anfragen! Er freut sich über euer Interesse und euer Feedback!

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