Lilly Bernstein - Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück

  • Kurzmeinung

    hennie
    Ich empfehle das Buch allen, um klar zu machen, dass Krieg nie wieder sein darf.

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  • Diese Geschichte berührt das Herz und nährt Hoffnungen, egal wie unrealistisch sie sind. Sie erzählt vom Leben von Marie und Anna, von Matthias und Karl, von Joseph, Ruth, Agnes, Hilde, Dean und den vielen anderen liebevoll und detailliert gezeichneten Charakteren, die für so viele Geschichten des Krieges und der Nachkriegszeit stehen. Das Besondere an diesem Werk ist, dass die Charaktere nicht nur schwarz-weiß gezeichnet sind: Sie haben ihre Fehler, aber auch ihre guten Seiten, wenn es teilweise auch nur sehr kleine sind. Sie alle verbindet der Wunsch nach dem Überleben in der schweren Zeit.

    Die Geschichte berichtet auch von viel Leid und unfassbarem Schmerz, den Anna und Marie erleiden müssen. Anna muss sehr früh erwachsen werden und fühlt sich verpflichtet, für ihre kleine Familie zu sorgen, während ihr junges Herz Angst und Verlust ertragen muss. Marie und Anna wollen unbedingt Matthias' Wunsch erfüllen und ihre Bäckerei erhalten, doch der zerstörerische Krieg, die weiße Pest, korrupte und eifersüchtige Menschen machen ihnen die Aufgabe sehr schwer.

    Der Schreibstil der Geschichte ist sehr eingängig und schafft es, die Welt visuell nachzuzeichnen. Vor allem für Menschen, die Köln kennen, dürfte das Buch sehr nahe kommen. Als Leser erlebt man immer wieder kleine Überraschungen, auch wenn man vieles bereits früh erahnen kann und manches wohl für immer im Verborgenen bleibt. Oft ist die Vorahnung jedoch kaum von der Hoffnung zu unterscheiden. Der Leser muss den Weg selbst gehen, selbst hoffen und bangen, zusammen mit Anna, Marie und dem kleinen Karl.

  • Diese Geschichte berührt das Herz und nährt Hoffnungen, egal wie unrealistisch sie sind. Sie erzählt vom Leben von Marie und Anna, von Matthias und Karl, von Joseph, Ruth, Agnes, Hilde, Dean und den vielen anderen liebevoll und detailliert gezeichneten Charakteren, die für so viele Geschichten des Krieges und der Nachkriegszeit stehen. Das Besondere an diesem Werk ist, dass die Charaktere nicht nur schwarz-weiß gezeichnet sind: Sie haben ihre Fehler, aber auch ihre guten Seiten, wenn es teilweise auch nur sehr kleine sind. Sie alle verbindet der Wunsch nach dem Überleben in der schweren Zeit.

    Die Geschichte berichtet auch von viel Leid und unfassbarem Schmerz, den Anna und Marie erleiden müssen. Anna muss sehr früh erwachsen werden und fühlt sich verpflichtet, für ihre kleine Familie zu sorgen, während ihr junges Herz Angst und Verlust ertragen muss. Marie und Anna wollen unbedingt Matthias' Wunsch erfüllen und ihre Bäckerei erhalten, doch der zerstörerische Krieg, die weiße Pest, korrupte und eifersüchtige Menschen machen ihnen die Aufgabe sehr schwer.

    Der Schreibstil der Geschichte ist sehr eingängig und schafft es, die Welt visuell nachzuzeichnen. Vor allem für Menschen, die Köln kennen, dürfte das Buch sehr nahe kommen. Als Leser erlebt man immer wieder kleine Überraschungen, auch wenn man vieles bereits früh erahnen kann und manches wohl für immer im Verborgenen bleibt. Oft ist die Vorahnung jedoch kaum von der Hoffnung zu unterscheiden. Der Leser muss den Weg selbst gehen, selbst hoffen und bangen, zusammen mit Anna, Marie und dem kleinen Karl.

    Dieser Roman steht auch auf meinem Regal.

    Deine Rezi klingt sehr ansprechend, so dass ich das Buch wohl schon bald lesen werde. Meine Bewertung folgt dann aber erst am ET, da mir der Verlag das ausdrücklich so vorgegeben hatte. Danke für deinen Eindruck. 👍

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Trümmermädchen – Annas Traum vom Glück“ zu „Lilly Bernstein - Trümmermädchen: Annas Traum vom Glück“ geändert.
  • Die Hoffnung stirbt zuletzt

    1941-1948 Köln. Die Bäckerei von Tante Marie und Onkel Matthias ist der liebste Platz der 11-jährigen Anna, doch der Krieg zerstört ihre kleine heile Welt. Onkel Matthias wird zum Kriegsdienst eingezogen, so dass Anna und ihre schwangere Tante Marie allein auf sich gestellt sind. Als eine Bombe die Bäckerei völlig zerstört, wird die Lage für Anna, Marie und deren gerade im Bunker geborenen Sohn Karl sehr schwierig, da Köln in Schutt und Asche liegt, es kaum noch Lebensmittel gibt und auch der Kältewinter vor der Tür steht. Anna schließt sich einer Schwarzmarktbande an und betätigt sich fortan als Kohlediebin, um sich und ihre Familie über die Runden zu bringen. Dabei verlieren sie das Versprechen Onkel Matthias gegenüber nie aus den Augen, auch wenn ihnen immer wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen werden und sie oftmals an den Rand der Verzweiflung sind…


    Lilly Bernstein hat mit „Trümmermädchen“ einen sehr anrührenden Roman mit historischem Bezug vorgelegt, in dem sie nicht nur Informationen ihrer eigenen Familienbiografie verarbeitet hat, sondern auch in lebhafter Form die damaligen harten Lebensumstände authentisch wiederspiegelt. Der flüssige, bildreiche und emotionale Erzählstil bindet den Leser schnell an die Handlung und lässt in die Zeit zurückwandern, um Köln mitten im Krieg zu erleben, während er sich in Annas Familie einnistet. Schilderungen der Bombardierung von Köln, der nervenaufreibenden, ängstlichen Zeit im Bunker sowie die Trümmerlandschaft brennen sich dem Leser während der Lektüre in die Netzhaut und verursachen Gänsehautmomente sowie ein mulmiges Gefühl. Auch die stetig schlimmer werdende Kälte, der unbändige Hunger sowie die ständige Angst sind allgegenwärtig, während immer mal wieder ein kleiner Hoffnungsschimmer durchblitzt, der ein wenig Wärme versprüht in dieser kalten Zeit versprüht. Eindrucksvoll vermittelt die Autorin anhand ihrer Protagonisten, wie sehr gerade Frauen und Kinder sich in der Nachkriegszeit verdient gemacht haben, weder vor unkonventionellen Ideen noch vor harter Arbeit zurückzuschrecken, um ihre Lieben halbwegs ernähren, wärmen und vor allem ihr Überleben sichern zu können. Unsereins kann sich kaum vorstellen, wie es ist, im eisigen Winter ohne Schuhe zu laufen oder über ein kleines Stückchen Brot unendlich dankbar zu sein. Freud und Leid liegen hier so nahe beieinander, dass man als Leser durch eine wahre Achterbahn der Gefühle wandelt, während man das Schicksal der Menschen von damals so greifbar vor Augen hat und ihren Mut, ihren Zusammenhalt und vor allem ihren Kampfgeist nur bewundern kann.


    Liebevoll und detailliert gezeichnete Charaktere mit individuellen Ecken und Kanten wurden hier perfekt in Szene gesetzt, so dass der Leser sich ihnen sofort anschließt und mit ihnen fürchtet, bangt und hofft. Anna ist zwar noch ein Kind, jedoch wirkt sie aufgrund der Umstände oftmals wie eine alte weise Frau. Sie ist fleißig, verantwortungsvoll, hilfsbereit und mutig, immer mit dem Blick nach vorn. Auch Marie und Matthias sind sehr sympathische Menschen, die andere selbst in dunkelster Zeit unterstützen, obwohl sie selbst kaum etwas haben. Doch die Liebe und ihre Träume halten sie zusammen und lassen sie über sich hinauswachsen. Aber auch Karl, Agnes, Ruth, Dean, Hilde, Joseph und viele mehr berühren mit ihren Geschichten und lassen dieses Buch zu einem wahren Erlebnis werden.


    „Trümmermädchen“ fesselt mit einer emotionalen Geschichte über den täglichen Überlebenskampf der Menschen im Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit, über harte Entbehrungen sowie die kleinen Freuden und Hoffnungsschimmer in einer dunklen, schweren Zeit. Anrührend und unerwartet bildgewaltig, man hat das Gefühl, leibhaftig dabei zu sein. Absolute Leseempfehlung für einen richtigen Bücherschatz! Chapeau – besser geht es nicht!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Ein Hoffnungsschimmer in dunkler Zeit


    Der Roman Trümmermädchen - Annas Traum vom Glück der Schriftstellerin Lilly Bernstein spielt während der Zeit von 1941 bis 1947 in Köln. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen das Mädchen Anna, ihre Tante Marie und ihr Onkel Matthias, ein Bäcker. Noch umhüllt die Wärme der Bäckerei sowie der Duft von Schwarzbrot Anna. Doch das wird sich bald ändern. Ihre jüdische Freundin Ruth und deren Familie sind plötzlich verschwunden. Kurz darauf wird auch Onkel Matthias zur Wehrmacht eingezogen und Tante Marie führt mit Hilfe des polnischen Fremdarbeiters Joseph die Bäckerei alleine weiter. Nach Kriegsende, als Köln in Trümmern liegt, wird für Anna und ihre Tante Marie der Überlebenskampf noch viel härter, zumal Marie inzwischen ihren kleinen Sohn Karl hat. Dann verlieren sie auch noch die Bäckerei. In der größten Not schließt sich Marie einer Schwarzmarktbande an. Anna und Marie haben einen Traum, die Bäckerei neu aufzubauen und Matthias wiederzusehen.


    Die Autorin führt den Leser sehr ausdrucksstark und dennoch einfühlsam in das Geschehen ein. Es wird schnell Bewegung aber auch politische Finsternis wird deutlich spürbar. Die Leser erfahren aus verschiedenen Perspektiven die Zeit von 1941 bis 1947. Verzweiflung, Mut und Hoffnung, aber auch Mitmenschlichkeit und Liebe ziehen sich durch die Erzählung. Es gibt Menschen, die Anna und Marie unterstützen und andere, die blind vor Hass und Missgunst sind. Anna und Marie sind zwei willensstarke Frauen, die auch nach Rückschlägen nie den Mut verlieren. Der Schreibstil ist flüssig und sehr gut zu lesen. Ich erteile für diesen sehr emotionalen Roman, der mich tief berührt hat, fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

  • Überleben um jeden Preis


    Köln 1941- Anna hat es eigentlich recht gut getroffen, sie wächst bei ihrer Tante Marie und deren Mann, dem Bäcker Matthias auf. Der große Backofen verbreitet immer angenehme Wärme und Matthias sorgt mit seinen hervorragenden Backwaren für himmlische Gerüche und für das leibliche Wohl des ganzen Viertels. Doch auch Matthias muss eines Tages in den Krieg und Marie steht mit Anna plötzlich allein da! Harte Zeiten brechen an, Luftangriffe, Hunger und ein übler Typ Namens Böll macht ihnen das Leben schwer. Anna muss schon früh erfahren wie hart es im Leben kommen kann, doch so jung sie auch ist, sie kämpft für ihren Traum und ihre Lieben, auch wenn kaum noch Hoffnung besteht...


    Was für ein Roman! Das Buch “Trümmermädchen” von Autorin Lilly Bernstein konnte ich kaum aus der Hand legen so fesselnd und ergreifend ist die Handlung. Man leidet zusammen mit den großartigen Charakteren Marie und dem Mädchen Anna, die kaum ihr Glück gefunden wieder alles verlieren. Nicht nur der Krieg lässt sie das Grauen spüren, auch nach Kriegsende geht der tägliche Kampf ums Überleben weiter, denn alles ist zerstört und viele Frauen sind erst einmal auf sich allein gestellt. Besonders auf die Nöte der Frauen und Kinder geht die Autorin im Buch ein. Vieles an Menschlichkeit ist dem nackten Kampf ums Überleben gewichen.

    Mein Fazit: Der Roman ist ein Pageturner, voller Atmosphäre und spannend wie ein Krimi! Trotz all der erschreckenden und erschütternden Szenen ist die Geschichte faszinierend und unterhaltsam. Man darf sich dabei auch wieder bewusst werden in welch angenehmen Zeiten wir uns befinden, trotz Corona!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::applause:

  • Sehr emotional und fesselnd.


    In diesem Buch wird die wirklich sehr emotionale Geschichte von Anna in mehreren Zeitabschnitten erzählt und ich als Leser war von Anfang an dabei.

    Angefangen beim friedlichen Anfang, in dem sie gerade in ihrem gemütlichen Bett wach wird und sich wohlig die Füße an der warmen Kaminwand über der Backstube wärmt und am Geruch von frischem Brot die Brotsorten erkennt.

    So ein warmer, kuscheliger Moment, als würde man selbst dort gerade wach werden.

    Aber als Leser weiß man schnell, dass es nicht so kuschelig bleibt – nicht nur, weil man im Klappentext und auch als Kapitelüberschrift das Datum gelesen hat.


    Anna vermisst ihre Freundin aus der Etage über ihr, sie lauscht auf Geräusche, die nicht mehr da sind. Erinnert sich an diese Geräusche und versteht nicht, warum die Familie Kohn nicht mehr da ist, einfach weggegangen ist sie, ohne sich zu verabschieden….

    Warum hat Ruth sich nicht einmal von ihr verabschiedet? Sie war doch ihre beste Freundin.

    Anna versteht das alles nicht und wenn sie Tante Marie und Onkel Matthias da nachfragt, bekommt sie keine richtige Antwort, also beschließt sie an dem Tag noch einmal sich in die Wohnung oben reinzuschleichen.

    Und spätestens, wenn man mit Anna durch die Wohnung schleicht weiß man warum die Familie Kohn nicht mehr da ist und hofft das der eine Hinweis wahr wird.


    Die ganze Geschichte um Anna und ihre kleine Familie ist wirklich sehr emotional. Als Leser bin ich mit Anna durch die Trümmer Kölns gelaufen, nachdem ich mit ihr im Bunkerkeller die Bomben gehört habe und die Erschütterung, als das Haus über ihnen zerbombt wurde, das war nur beim Lesen schon furchtbar. Aber selbst in solch einer absolut schlimmen Situation passierte noch ein kleines Wunder und ich war hin und her gerissen, ob es nun gut oder wegen der Zeit doch nicht gut war.

    Trotz der schlimmen Zeit, die dann folgte, gab es doch immer wieder etwas Gutes. Das hat die schlimmen Situationen vielleicht nicht wieder gut gemacht, aber es war immer eine Hilfe.

    Tante Hilde hat wirklich alles für die Kinder getan, aber immer wurden ihr wieder Steine in den Weg gelegt und Intrigen gegen sie geschmiedet.

    Auch wenn ich von Tante Hilde mehr als einmal enttäuscht war, denn im Klappentext steht ja, dass auch sie am Traum ihrer Bäckerei festhält, aber den Eindruck hatte ich lange Zeit nicht.

    Eher war es Anna die, als gar nichts mehr ging, diejenige war, die für das Überleben gekämpft hat. Tante Marie war irgendwann nur noch wie ein stumpfes Wesen für mich, das alle Hoffnung aufgegeben hat, selbst als für sie und ihre Kinder alles besser werden konnte, ließ sie es nicht zu.

    Teilweise konnte ich es ja verstehen, aber „jammern“ dass sie nichts für die Kinder tun kann, sich in ihr Schicksal fügen und dann eine Chance nicht nutzen – das war für mich unverständlich.

    Umso mehr habe ich mit Anna gelitten, die praktisch von einem Moment zum anderen Erwachsen werden musste. Ich konnte sie so gut verstehen, als sie ihre Tante nicht mehr als Tante sah und alles tat um sich, die Tante und den kleinen Karl durchzubringen.

    Zum Glück war sie nicht immer allein dabei.

    Es war schön die zarte Liebe wachsen zu sehen, die sich in dem ganzen Chaos entwickelte, auch wenn sie gefährlich war.

    Am Ende war ich dann auch mit Tante Marie wieder versöhnt, denn durch die Hilfe von Anna und der Person die sie ablehnte ist sie dann doch noch „wach“ geworden.


    Was mir hier allerdings ein wenig gefehlt hat – oder hatte ich andere Vorstellungen durch den Klappentext? – war die Schwarzmarktbande und Annas Aufstiegt als gewiefte Kohlendiebin.

    Ja, sie hat eine Schwarzmarktbande aus mehreren elternlosen Kindern kennen gelernt.

    Ja, die haben ihr Tricks zum Überleben gezeigt und sie auch mit auf Tour genommen und ja, sie hat auch mal ganz gewieft und mutig einen Kohlenwagen überfallen, wofür sie gefeiert wurde.

    Irgendwie hatte ich wohl mehr die Schmuggeleien im Vordergrund im Kopf, die waren aber dann doch nicht so das Thema, auch wenn Anna immer wieder notwendiges mitbrachte.

    Die Schmugglerbande hab ich aber trotzdem gut kennengelernt und auch da gab es sehr emotionale Szenen, sowohl traurige, als auch schöne.


    Das Buch hat mich wirklich von einer Szene zur nächsten mitgerissen. Es gab Personen die ich mochte, andere die ich weniger mochte, aber am meisten habe ich den Bäcker gehasst!

    Was dieses Schwein der Familie angetan hat, dafür hätte ich ihn am liebsten umgebracht!

    Es gab genug Personen im Buch, die man hassen konnte, sei es nun die Behörden, die Intriganten oder andere, aber dieser eine Bäcker, da habe ich echt Mordgelüste bekommen!

    Alles in Allem konnte mich das Buch mitnehmen und mehr möchte ich auch gar nicht dazu schreiben, sonst würde ich jede Szene auseinandernehmen und nur noch spoilern.


    Mein Fazit:
    Eine sehr emotionale Geschichte, die mich von Anfang an mitgenommen hat und mich durch die ganze Palette der Gefühle geschickt hat. Empfehlen kann ich dieses Buch jedem der Bücher gegen das Vergessen liest, genauso wie jedem der wissen will, wie unsere Eltern oder Großeltern in dieser Zeit gelebt haben.
    Klare Leseempfehlung!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Gegensätze ziehen sich an - ich bin voller Gegensätze und komme somit auch mit (fast) allen gut aus :-,

    ****

    "Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die gewaltigste."

    - Heinrich Heine -


    Bin dann mal :study:

  • ABRUPTES ENDE EINER GLÜCKLICHEN KINDHEIT


    "Das Trümmermädchen“ war für mich eine von den Geschichten, die ich sehr schnell ausgelesen hatte. Es ist in einem einnehmenden, einfachen Sprachstil geschrieben. So flog ich nur so durch die Seiten, weil das Schicksal von Anna und ihrer Tante Marie sehr spannend war.


    Es beginnt im Jahr 1941. Anna erlebt in Köln bei Tante Marie und Onkel Matthias, einem glücklichen Bäckerehepaar, eine sorglose Kindheit, obwohl der Krieg in vollem Gange ist. Sie liebt die Bäckerei und ganz besonders den großen Backofen aus Vulkanstein, der auch ihr Zimmer wärmt. Auf einem Schlag findet diese Normalität ein jähes Ende. Das Unglück beginnt damit, dass der Onkel eingezogen wird. Durch die gewaltigen und wiederkehrenden Luftangriffe mit Flächenbombardements auf die Stadt erfolgt bald darauf die schwere Zerstörung der Bäckerei. Sie sind ihrer Lebensgrundlage und ihrer schützenden Behausung beraubt. Dazu kämpfen sie gegen den kältesten Winter des Jahrhunderts, gegen den verzehrenden Hunger und gegen abgrundtief böse Menschen. Es scheint keinen Ausweg aus der Misere zu geben, aber wie Anna und Marie schließlich über sich hinauswachsen und die Unbilden bewältigen, ist mehr als bewundernswert...


    Der Roman besteht aus drei Teilen, die jeweils eine Zeitspanne von einigen Monaten beschreiben, Teil I von Juli 41 bis Mai 42, Teil II von Oktober 46 bis März 1947, Teil III von Mai 1947 bis Januar 1948. Der zweite Teil nimmt den meisten Raum ein.

    Zu Beginn ist Anna 11 Jahre alt. Um zu überleben, muss sie recht schnell erwachsen werden. Alles, was zum Leben benötigt wird, ist knapp. Sie kämpft für den Traum, die zerstörte Bäckerei wieder aufzubauen, obwohl das aussichtlos und unerreichbar scheint. Welche Kraft Anna immer wieder aus sich heraus mobilisiert! Was sie dabei auf sich nimmt, wird sehr eindringlich geschildert. Da habe ich so manches Tränchen verdrückt!

    Das vieles sich zum Ende hin glücklich fügt und es noch Überraschungen gibt, ist der schriftstellerischen Freiheit der Autorin und ihrer Fantasie geschuldet. Ich finde, dass hat sie toll gemacht. Eine wunderbare, emotionale Geschichte!


    Es ist eine authentische Darstellung der Lebensumstände während des 2. Weltkrieges in einer der größten Städte Deutschlands. Mich fesselte das berührende, bewegende Schicksal des jungen Mädchens und der jungen Frau. Die Autorin beschönigte nichts, im Gegenteil, es war so viel, was sowohl Anna als auch Marie an schlimmen Dingen angetan wurde. Die äußeren Umstände allein waren eigentlich schon schrecklich genug.


    Ich empfehle das Buch allen, um klar zu machen, dass Krieg nie wieder sein darf. Für „Trümmermädchen“ von mir die Höchstbewertung!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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