Colleen Hoover - All das Ungesagte zwischen uns / Regretting You

Anzeige

  • Nach einem tragischen Unfall muss Morgan nicht nur den Verlust von zwei geliebten Menschen verkraften, sondern kommt hinter ein albtraumhaftes Geheimnis: Ohne es zu wissen, lebte sie seit Jahren in einem Lügengebäude. Morgans einziges Bestreben ist es nun, zumindest für ihre 16-jährige Tochter Clara die Erinnerung an glückliche Zeiten aufrecht zu erhalten. Doch je mehr sie sich um das Wahren der Fassade bemüht, desto mehr entgleitet ihr die Beziehung zu ihrer eigenen Tochter ....


    Quelle: Klappentext



    Colleen Hoover hat es wieder getan. Sie hat ein Buch geschrieben, das mich mitgenommen, mein Herz gebrochen und wieder zusammengesetzt hat.


    Nach Verity ist „All das Ungesagte zwischen uns“ wieder so, wie ich es von Colleen Hoover kenne. Ich will damit nicht sagen, dass „Verity“ schlecht war. Das auf keinen Fall. Es war eben nur anders.


    Über die Geschichte selbst möchte ich nicht zu viel verraten. Sie hat mir sehr gut gefallen. Der Aufbau ist gut gewählt, indem man alle erst mal kennenlernt. Ich ahnte irgendwann, was passieren würde.


    „All das Ungesagte zwischen uns“ ist eine berührende Mutter-Tochter-Geschichte. Geheimnisse, Trauer, Lügen, Wut aber auch Liebe spielen wichtige Rollen. Erzählt wird abwechselnd von Morgan und Clara. Von außen betrachtet sieht man so auch, was zwischen den beiden schief läuft. Es tat mir im Herzen weh, nicht vermittelnd eingreifen zu können.


    Die Atmosphäre im Hause Grant ist keine einfache. Diese ist der Entwicklung der Ereignisse geschuldet. Colleen Hoover hat es sehr gut geschafft, die gerade herrschende Stimmung so zu vermitteln, dass ich es als Leserin spüren konnte. Es war nicht einfach, aber dafür liebe ich ihre Bücher.


    Die Charaktere fand ich toll gezeichnet, sie sind authentisch. Morgan, Jonah, Clara, Miller, Lexie und Gramps mochte ich jeden für sich.


    Die beiden Liebesgeschichten haben mir gefallen, ich habe aber keinen Favoriten. Beide sind auf ihre Weise schön.


    Der Titel passt richtig gut zur Geschichte. Denn genau das ist das Problem. Dinge, die ungesagt sind. Ich habe Clara und Morgans Gründe verstanden, warum sie über bestimmte Dinge schweigen wollten. Ob es der richtige Weg war, mag dahingestellt bleiben.


    Und das Ende? Wow. Ich glaube, ich bin verliebt. Mehr sage ich dazu nicht.


    FAZIT: Eine schöne, aber auch traurige Geschichte, die von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: bekommt.

  • Mit ihrem neuen Buch "All das Ungesagte zwischen uns" wagt die amerikanische Bestseller-Autorin Colleen Hoover nach ihrem Psychothriller "Verity" ein neues literarisches Experiment.

    Ein tragischer Unfall macht das Familienleben von Morgan von einer Sekunde auf die andere zunichte: Ihr Mann Chris stirbt – ebenso wie ihre Schwester Jenny. Zur unendlichen Trauer um den Verlust von Mann und Schwester kommt für Morgan eine albtraumhafte Erkenntnis: Ohne es zu wissen, lebte sie seit Jahren in einem Lügengebäude. Morgans einziges Bestreben ist es nun, zumindest für ihre 16-jährige Tochter Clara die Erinnerung an glückliche Zeiten aufrechtzuerhalten. Doch je mehr sie sich um das Wahren der Fassade bemüht, desto mehr entgleitet ihr die Beziehung zu ihrer eigenen Tochter.

    Was das Cover angeht, ist man kein Risiko eingegangen. Das neue Buch fügt sich harmonisch in die Reihe der bereits erschienenen Werke von Colleen Hoover ein. Die roten Blüten auf weißem Grund sind hübsch, gewiss, aber nichtssagend. Weitaus interessanter ist der Titel, der - in Verbindung mit dem Klappentext - in mir eine starke Erwartungshaltung geweckt hat. Durch den tödlichen Verkehrsunfall kommen dunkle Geheimnisse ans Tageslicht.

    Das Geschehen spielt auf zwei verschiedenen zeitlichen Ebenen, nämlich in der Vergangenheit, als die siebzehnjährige Schülerin Morgan entdeckt, dass sie ungewollt schwanger geworden ist und eine folgenschwere Entscheidung treffen muss, und in der Gegenwart, in der Morgan mit ihrem Ehemann Chris und ihrer Tochter Clara ein (vermeintlich) harmonisches, glückliches Familienleben genießt, das sich nach dem tödlichen Verkehrsunfall ihres Mannes als eine schreckliche Lebenslüge entpuppen wird.

    Die Handlung wird aus zwei verschiedenen Perspektiven vermittelt, aus der Sicht der fast siebzehnjährigen Schülerin Clara und der 34 Jahre alten Morgan, die sich für ihr Kind und gegen eine Ausbildung entschieden hat. Clara ist ein launisches, rebellisches Mädchen mitten in der Pubertät, das an ihrem großzügigen Vater Chris hängt, ihre unbeschwerte Tante Jenny vergöttert und ihrer strengen Mutter Morgan reserviert gegenüber steht. Der Verlust ihrer wichtigen Bezugspersonen bringt sie aus dem seelischen Gleichgewicht; sie kämpft mit tiefen Schuldgefühlen und flüchtet sich in eine Beziehung mit dem übel beleumundeten Miller, die von ihrer Mutter argwöhnisch beobachtet wird.

    Morgan meint es nicht böse, sie will ihre einzige Tochter beschützen und vor möglichen folgenschweren Fehlern bewahren. Sie ist getrieben von einem starken Pflichtbewusstsein und hat sich bereits als Schülerin um ihre jüngere Schwester Jenny gekümmert. Als Teenager ist sie ungewollt schwanger geworden, sie hat sich für ihr Kind entschieden und auf ihr eigenes Leben verzichtet, um für ihre Familie zu sorgen. Nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Schwester kommen dunkle Familiengeheimnisse ans Licht, die ihr Glück als eine Lüge entlarven. Morgan ist keine starke Frau, die sich bewusst mit ihrer Wut und Trauer auseinandersetzt. Kritische Selbstreflexion ist nicht ihre Sache. Sie zerreißt alle belastenden Briefe und verschweigt die schreckliche Wahrheit, um ihr Kind zu schonen. Dadurch verliert sie den Kontakt zu Clara, die ihr weiteres Benehmen in einem falschen Sinne deutet. All das Ungesagte zwischen Clara und Morgan, aber auch zwischen Clara und Miller bzw. Morgan und Jason macht den betroffenen Menschen das (Über-)Leben zur Hölle.

    Alles in allem hat mir dieser emotionale Roman gut gefallen. Dennoch halte ich ihn nicht für das beste Werk von Colleen Hoover, weil das Geschehen nur an der Oberfläche kratzt und nicht in die Tiefe geht.

  • Als Stamm-Leserin von Colleen Hoover habe ich mich total auf und über dieses neue Werk gefreut! Die Geschichte hat mir total gut gefallen und ist Colleen Hoover pur, wie man sie kennt: Gefühlvoll, originell und witzig. Denn ihre Bücher verbindet zwar alle eine große und dramatisch romantische Tiefe, die volle Dosis Gefühl einfach, entscheiden sich aber gravierend in den in ihnen verpackten Themen. Diesmal wurde ich mit einer wirklich rührenden Mutter-Tochter Story, Hoher Minne, Familienbande und Tragödien überrascht.


    Wir lesen die Geschichte abewechselnd aus der Sicht von Mutter Morgan und Tochter Clara. Die Frauen teilen dabei miteinander nicht nur einen erlebten Schicksalsschlag, sondern auch das Erwachen neuer (oder alter?) Liebe und sind dabei, jede für sich, herauszufinden, was sie im Leben eigentlich wollen.

    Dabei ist es nicht wunderlich, dass es zwischen den Beiden auch mal so richtig kracht. Clara, jung und aufstrebend, will ihren eigenen Weg finden und als Waschechte Teenagerin zickt sie sich manchmal sehr sympathisch durch die Seiten, während Morgan gegen ihren beschützenden Mutter-Kontrollmodus ankämpft und nebenbei versucht, ein dunkles Geheimnis zu bewahren. Es ist herrlich, beide Seiten zu kennen, und den Entwicklungen dieser beiden Frauen so hautnah beizuwohnen.


    Doch das ist nicht das einzige, was mir unter die Haut ging. Colleen Hoover schreibt Traummänner. Manchmal hätte ich gerne etwas mehr aus Jonas oder Millers Sicht erfahren. Jonas konnte mich zwar nicht so erreichen, Miller dafür umso mehr. Ich mochte seine Art unglaublich gerne und auch sein Verhältnis zum Grandpa war einfach nur herzerweichend.


    Fazit: Ein absolutes Lesehighlight voller Gefühl

Anzeige