Rudolf Pörtner - Die Wikinger- Saga

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  • ### Inhalt ###

    Rudolf Pörtner erhebt in diesem Werk den Anspruch ein umfassendes kritisches Bild der Wikinger abzuliefern, die Ende des 8. Jh. in Nordeuropa erstmals geschichtlich in Erscheinung treten. Er beleuchtet das Leben der Nordmänner, die aus Bauern Dänemarks, Norwegens und Schwedens hervorgegangen sind aus vielen verschiedenen Perspektiven. Angesprochene Themen sind:


    - Der geschichtliche Kontext

    - Herkunft

    - Kriegsparteien

    - Entdeckungsfahrten

    - Die wikingische Gesellschaft

    - Glaube und Mythologie

    - Wikingische Kunst

    - Wohnen und Arbeiten

    - Seefahrt

    - Handel

    - Geschichtliche Quellen


    ### Meinung ###

    Ich interessiere mich für die Wikinger und ihre Kultur. Mich hat immer besonders ihr Wagemut, ihre Zähigkeit und ihr Glaube an ihre ganz eigene Götterwelt fasziniert. Und natürlich habe ich auch gerne die Serie "The Wikings" geschaut und den Film "Der 13. Krieger" gesehen. In diesem Buch habe ich bekommen, was ich erwartet habe: Ein Blick aus allen möglichen Perspektiven auf diesen ganz eigenen Menschenschlag, deren Hauptmerkmale ihre Unbeugsamkeit. ihr unbedingter Wille zur Freiheit waren. Menschen, die es aber auch als selbstverständlich ansahen, dass sie sich nahmen, was sie wollten, wenn sie stärker und raffinierter als ihre Opfer waren. Ein Grundpfeiler ihrer weltlichen Anschauung war der geringe Wert des Lebens, die Ehre im Kampf zu töten und zu fallen. Besonders interessant fand ich, dass Ragnar Lotbrok und Rollo aus the Vikings, tatsächlich gelebt haben. Wie in der Serie dargestellt wechselt Rollo die Seiten vom Wikinger zum Franken und erhält im Gegenzug das Herzogtum Normandie und begründet damit ein Geschlecht, das die darauffolgende Geschichte noch intensiv beeinflussen wird. Ahmed Ibn Fadlan, der gebildete Araber, der in "der 13. Krieger" hervorragend von Antonio Banderas gespielt wurde, ist ebenfalls eine geschichtliche Figur und einer der wichtigsten Chronisten über das wikingische Leben dieser Zeit. Die Vikinger waren aber nicht nur brutal. Sie waren auch nüchterne Kaufleute und trieben Handel bis ins Mittelmeer. Sie liebten teuren Schmuck und schufen filigrane Kunst in Form von Spangen und Armreifen und raffinierten Holzschnitzereien. Das alles und noch viel mehr erfahren wir in diesem Buch. Pörtner pflegt einen lockeren lebendigen Sprachstil, dem man gut folgen kann. Vorne und hinten befinden sich jeweils eine Karte des damaligen Nordeuropas mit eingezeichneten Handelswegen. Das finde ich sehr gut. Es gibt eine Zeittafel, eine Quellenverzeichnis, einen Index und eine Anfahrtsbeschreibung zu den wichtigsten musealen Stätten, an denen man wikingische Artefakte bestaunen kann.

    Die Fülle an Informationen macht es jedoch auch manchmal schwierig. Pörtner verliert sich zum Beispiel in ausufernden Beschreibungen der wikingischen Kunst. Er beschreibt fast jeden Stil und jede Schnitzkerbe auf vielen Seiten. Am Ende konnte man sich die Objekte trotzdem nicht so recht vorstellen. Da hätte ich mir an der richtigen Stelle eine Abbildung gewünscht. Auch die verschiedenen Schiffstypen beschreibt er sehr genau. Es gibt auch Abbildungen auf Glanzpapier in der Mitte der Buches in schwarzweiß, allerdings keine Sprungmarken im Text zu den entsprechenden Abbildungen. An einigen Stellen werden geschichtliche Personen erwähnt, verwandtschaftliche Beziehungen, Begegnungen, Treffen, Vorgänge und auf der übernächsten Seite hat man diese Details schon wieder vergessen, zu speziell, zu detailliert. Bei der Beleuchtung des Handels und der wichtigsten Handelsniederlassungen kann man sich zwar immer mal wieder auf die oben erwähnten Karten beziehen, aber auch nicht immer. Gerade bei detaillierten geographischen Beschreibungen ist eine Karte mehr Wert als tausend Worte. Er neigt dann aber eher zur Verwendung der Letzteren.


    ### Fazit ###

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Eine umfassende Darstellung der Wikinger mit vielen Bezügen zu wissenschaftlichen Quellen. Oft hätte ich mir in den einzelnen Kapiteln mehr Textkürze und hier und da eine Zeichnung für mehr Verständlichkeit gewünscht.

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