Denise Mina - Der Hintermann / The Field of Blood

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  • Originalausgabe 2005 erschienen bei Bantam Press unter dem Namen "The Field of Blood"


    Kurzbeschreibung (Klappentext):

    Wenn die Vergangenheit zum Verhängnis wird

    In Glasgow wird der dreijährige Brian Wilcox von zwei Elfjährigen brutal ermordet. Trotz der erdrückenden Beweislast kann die junge Journalistin Paddy Meehan nicht glauben, dass die beiden Jungen die Tat aus eigenem Antrieb begangen haben. Auffällige Parallelen zu einem Mordfall, der acht Jahre zurückliegt, lassen sie nicht ruhen. Von der Polizei belächelt, begibt sie sich auf Spurensuche und kommt schon bald dem wahrem Täter gefährlich nahe.


    Mein Eindruck:

    Dieses Buch habe ich mir vor kurzem als Schnäppchen im Supermarkt zugelegt und heute zu Ende gelesen. Zwei Minderjährige, die ein Kleinkind töten, dass hörte sich sehr interessant an. Das Buch war sehr spannend. Die Geschichte spielt im jahr 1981 in Schottland, was ich äußerst interessant fand, da es zu dieser Zeit noch keine modernen Kriminalistikmethoden gab, was der Spannung aber keinen Abbruch tat. Das Buch startet aus der Sicht des kleinen Brian Wilcox, der mit den beiden älteren Jungen mitgeht, die ihn kurz darauf töten. Die Hauptfigur im Buch ist die noch sehr junge Paddy Meehan, eigentlich Patricia Meehan, eine junge Journalistin aus einer katholischen, schottischen Großfamilie. Das Gefühlsleben von ihr wird im Buch sehr detailliert beschrieben, was mir sehr gut gefallen hat, so hat sie ständig Angst zu dick zu sein, etwas falsch zu machen und identifiziert sich mit dem vor Jahren zu Unrecht verurteilten Paddy Meehan, weshalb sie auch nicht Patricia genannt werden möchte, sondern Paddy. In diesem Buch ermittelt also nicht die Polizei, sondern eine junge Journalistin, was ich beim Lesen als sehr erfrischend empfunden habe, auch wenn die Geschichte 1981 spielt. Sie ist klug, weiß sich durchzusetzen und versucht immer, alles richtig zu machen. Als der kleine Junge ermordert wird und die beiden Jungs verhaftet werden, die ihn getötet haben, erfährt sie durch Zufall, dass einer der Jungs ein Cousin ihres Verlobten ist. Sie möchte darüber allerdings keinen Artikel für ihre Zeitung schreiben und vetraut sich einer Kollegin an, welche ihr die Geschichte ungefragt klaut und veröffentlicht. Daraufhin wird Paddy von ihrer Familie beschtraft, indem sie von ihnen ignoriert wird und keiner ein Wort mehr mit ihr spricht. Sie schweigen sie alle an. Dieser Einblick in die Welt einer schottischen, katholischen Großfamilie aus den 1980er Jahren, und wie diese mit Problemen umgeht, war für mich sehr spannend. Auch hat die Auorin wunderbar die politischen Wirren und die kulturellen Eigenschaften der schottischen Katholiken dargestellt. Als Paddy beginnt, Parallelen zu einem ähnlichen Mord aus der Vergangeheit herzustellen und anfängt, im Umfeld des Opfers zu recherchieren, wird ihre Kollegin, die ihre Geschichte geklaut und veröffentlicht hat, brutal ermordert. Paddy bekommt es mit der Angst zu tun, ermittelt aber weiter, denn sie bekommt Hilfe von Terry, ebenfalls einem jungen Journalisten, der mir sehr sympatisch vorkam. Bis zum Ende des Buches war die Geschichte sehr spannend geschrieben und z. T. manchmal auch sehr traurig, was einige Personen, z. B. Dr. Pete, angeht. Für mich war das Buch ein idealer Krimi, das einzige was mich gestört hat, waren zwischendurch immer wieder die Rückblenden auf das Leben des zu Unrecht verurteilten Paddy Meehan, mit dem sich die Protagonisten so sehr identifiziert, das hat mich doch sehr gestört, weil die Geschichte ohne diese Rückblenden sehr viel flüssiger gewesen wäre, dafür gibt es daher einen Stern Abzug. Alles in allem ist es ein sehr guter Krimi, daher gibt es von mir vier Sterne.


    Bewertung:

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