Margot S. Baumann - Spiegelinsel

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  • Inhalt:
    Bei der Wohnungsauflösung ihrer Großmutter entdeckt Tessa ein Album mit faszinierenden Fotoaufnahmen aus dem 19. Jahrhundert. Wer war die unbekannte Fotografin, die auf der Isle of Wight gelebt hat? Um mehr über die Künstlerin zu erfahren, beschließt Tessa, ihren Sommerurlaub auf der Insel zu verbringen.
    Leider schmettert der attraktive Museumskurator Tessas Bitte, eine Ausstellung über die Pionierin der Fotografie abzuhalten, direkt ab. Zuerst findet Tessa ihn daher auch reichlich arrogant, aber dann überrascht Raiden sie mit seiner Hilfsbereitschaft.
    Sie ahnt nicht, dass dieser charmante Insulaner ihr ein Geheimnis aus der Vergangenheit verschweigt, das die Gegenwart für sie zu einer echten Gefahr werden lässt …




    Rezi:

    Gefühlvoller Roman mit Krimianteil


    Alte Familiengeheimnisse können so unterschiedlich sein, wie die Menschen selbst. Was wird Tessa auf der Insel entdecken? Findet sie überhaupt noch Spuren der Fotografin?



    Magot S. Baumann liefert eine romantische Geschichte mit spannenden Aspekten, verwoben in geheimnisvollen Überlieferungen. Dieses Dreiergespann lässt den Leser „Die Spiegelinsel“ nicht mehr aus der Hand legen.



    Ich fand mit Tessa und Raiden ein paar entspannte Stunden abseits meines Alltages. Immer wieder durchbrochen mit Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte. Spannend und für Tessa durchaus gefährlich entwickelt sich die Geschichte nicht zur leichten Sommerromanze, sonder zu einem schönen fesselnden Liebesroman mit Krimianteil.



    So ganz nebenbei erfährt der Leser interessante Anekdoten aus der Inselgeschichte und lebhafte Beschreibungen der Landschaft. Der angenehm lockere Schreibstil gibt sein übriges, um das Buch in beinahe einem Rutsch lesen zu können.



    Gut gefallen hat mir auch die Entwicklung der Hauptfiguren. Der Leser erhält Einblick in ihre Gedankenwelt und den Weg ihrer Entscheidungsfindung. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass hier etwas konstruiert oder künstlich aufgebaut wurde.



    Ich kann diesen Roman nur wärmstens empfehlen. Mit Gefühl und Wärme verlängert er den ausklingenden Sommer um zumindest ein paar Stunden.

  • Geheimnisvoller Bilderfund

    Als ihre Großmutter in eine Seniorenresidenz umzieht, findet Tessa bei der Wohnungsentrümpelung ein altes abgegriffenes Fotoalbum, dass aus dem 19. Jahrhundert und von einer entfernten Verwandten namens Margaret Sophie Clark stammt, die sich gern als Fotografin betätigte. Die alten Bilder sind zwar nicht mehr von bester Qualität, zeugen jedoch von einem Auge für Stil und Komposition, so dass sie Tessas Neugier anstacheln, mehr darüber herauszufinden, vielleicht ja auch noch andere Bilder der Fotografin zu finden, die auf deren Heimatinsel Isle of Wight gemacht wurden. So findet sich Tessa bald auf der Insel wieder, um den alten Spuren zu folgen, wobei ihr bald der Kurator des örtlichen Museums dazwischen grätscht…


    Margot S. Baumann hat mit „Spiegelinsel“ einen kurzweiligen spannungsgeladenen Roman vorgelegt, der sie recht gelungen neben einer Prise Romantik und Krimielementen auch einen Schwenk in die Vergangenheit untermischt. Mit flüssig-leichtem, bildhaftem und gefühlvollem Erzählstil platziert die Autorin den Leser mal an die Seite von Tessa, mal an die von Raiden sowie an die von Margaret, so dass ein wunderbarer Rundumblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der Hauptprotagonisten ein Gesamtbild ergibt, während sich die Geschichte gleich einem Puzzle Stück für Stück vor dem Leser entblättert. Baumann gelingt es, mit einem Brückenschlag zwischen Gegenwart und Vergangenheit sowie wohl dosierten überraschenden Wendungen die Spannung von Abschnitt zu Abschnitt zu steigern, was den Leser an den Seiten kleben lässt, um nur keine Entwicklung zu verpassen. Die farbenfrohen Beschreibungen der Insel lassen während der Lektüre schöne Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen, aber auch die historischen Details über die Anfänge der Fotografie geben der Geschichte einen schönen Rahmen, wobei sich die Autorin für die Darstellung ihrer Margaret einer belegten Person als Vorbild bedient und dem Ganzen mehr Authentizität verleiht.


    Die Charaktere sind mit menschlichen Zügen versehen, die sie dem Leser gegenüber glaubhaft auftreten lassen und dieser sie gerne während der Geschichte begleitet. Tessa überzeugt mit ihrem freundlichen Wesen sofort, sie besitzt eine gesunde Neugier, wobei sie manchmal sogar fast übers Ziel hinausschießt, doch ist es ihrem Interesse für die Vergangenheit geschuldet. Raiden ist wie ein etwas verschrobener Professor, besitzt aber neben Charme auch noch Einfühlungsvermögen sowie Hilfsbereitschaft. Ein Schuss Geheimniskrämerei seinerseits lässt ihn unwiderstehlich wirken. Auch Segler Oliver ist ein netter Kerl, der manchmal aber undurchsichtig erscheint. Margaret ist eine Pionierin, besitzt ihren eigenen Kopf und vor allem den Mut, ihren Träumen zu folgen.


    „Spiegelinsel“ ist ein unterhaltsamer Mix von Gegenwart und Vergangenheit, Geheimnissen, Liebe und Gefahr, dessen lebhafte und bildreiche Sprache dem Leser eine aufregende Zeit beschert. Verdiente Leseempfehlung!


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Rezi:

    Nicht absehbare letzte Wendung, trotzdem zu flach

    Die Handlung auf einem Kreuzfahrtschiff spielen zu lassen, hat etwas Reizvolles. Bis auf die Tatsache dass der oder die Täterin nicht einfach verschwinden kann, hätte sich diese Geschichte aber auch in einem Hotel zutragen können. Mir kam mitunter der Flair einer Kreuzfahrt zu kurz.


    Die Idee der Geschichte selbst finde ich interessant und mit verwirrenden kleinen Nebengeschichten aufgehübscht. Trotzdem konnte es mich nicht über den Umstand hinwegsehen lassen, dass „Lady Arrington und die tödliche Melodie“ in meinen Augen zu flach blieb. Es gab nicht wirklich Höhepunkte, vom Mord einmal abgesehen. Die Figuren sind unterschiedlich, aber alle sehr britisch-kühl. Wäre ja noch vertretbar, da das Schiff in England ablegt. Doch leider entwickeln sich die Figuren auch nicht sichtbar weiter.

    Lady Arrington ist eine nette ältere Dame. Leicht vergleichbar mit Miss Marple wenn auch in gehoberen Kreisen ansässig. Auch sonst werden gängige Klischees bedient. Der Kapitän als Seebär, das Stubenmädchen und ihr Freund als junges Pärchen mit Schwierigkeiten, der Steward oder Offizier als selbstverliebter Schönling, das Mordopfer als eigenwilliger Künstler, ein Kritiker als hart und herb, eine Operndiva als von sich eingenommen, und so weiter.


    Von Charlotte Gardener kenne ich ansonsten keine Bücher um einen Vergleich zu haben. Ihr Schreibstil ist mir insoferne entgegengekommen, da ich ihn als angenehm und flüssig zu lesen empfand.

    Einstufen würde ich das Buch als leichte Lektüre für Zwischendurch. Ausspannen und eine Tasse Tee genießen, geht hierbei ganz gut.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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