Adrian Tchaikovsky - Die Kinder der Zeit / Children of Time

  • Buchdetails

    Titel: Die Kinder der Zeit


    Band 1 der

    Verlag: Heyne

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 672

    ISBN: 9783453318984

    Termin: Februar 2018

  • Bewertung

    3.9 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Die Kinder der Zeit"

    Die letzten Menschen haben eine sterbende Erde verlassen, um in den Tiefen des Alls ein neues Zuhause zu finden. Als sie auf den Planeten Eden stoßen, scheint ihnen das Glück sicher: ideale Konditionen und eine florierende Ökosphäre. Doch was sie nicht wissen – es waren bereits Menschen hier gewesen, vor langer Zeit. Menschen, die Eden als Versuchsplaneten für ein vermessenes Projekt künstlicher Evolution ausersehen hatten. Doch ihr Experiment damals hat ungeahnte Spuren hinterlassen, und nun treffen ihre Nachfahren auf die vergessenen Kinder ihres Versuchs. Wer von ihnen wird das Erbe von Eden antreten?
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  • Inhalt:


    Die letzten Menschen haben eine sterbende Erde verlassen, um in den Tiefen des Alls ein neues Zuhause zu finden. Als sie auf den Planeten Eden stoßen, scheint ihnen das Glück sicher: ideale Konditionen und eine florierende Ökosphäre. Doch was sie nicht wissen – es waren bereits Menschen hier gewesen, vor langer Zeit. Menschen, die Eden als Versuchsplaneten für ein vermessenes Projekt künstlicher Evolution ausersehen hatten. Doch ihr Experiment damals hat ungeahnte Spuren hinterlassen, und nun treffen ihre Nachfahren auf die vergessenen Kinder ihres Versuchs. Wer von ihnen wird das Erbe von Eden antreten?


    Quelle: Amazon


    Meine Meinung:


    Anfangs war ich hellauf begeistert, von der faszinierenden Gegenüberstellung zweier Zivilisationen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

    Auf der einen Seite die Menschheit, gerade im Begriff sich zu Göttern aufzuschwingen und dennoch unfähig Hass und Gewalt zu überwinden, wieder einmal über sich selbst stolpernd.

    Dann das fast zwangsläufiges Scheitern, der Niedergang und später die verzweifelte Suche nach Rettung, vielleicht sogar nach Erlösung.

    Dem gegenüber die Spinnen Population, anfangs nur einzelne Jäger, wenige Millimeter groß und zu nicht viel mehr in der Lage, als ihren Urinstinkten zu folgen : Jagen, fressen, töten.

    Tchaikovski beweist hier viel Fantasie und Fingerspitzengefühl, um das abstrakte Leben der Spinnen, in einer riesigen und gefährlichen Welt, erfahrbar zu machen, in der sie keineswegs an der Spitze der Nahrungskette stehen.

    Fasziniert erklimmt man als LeserIn, mit den Tieren, die Sprossen der Evolutionsleiter - Bein um Bein - von der einfachen Kommunikation, über die Zusammenarbeit bis hin zum Gemeinschaftsgefühl und sogar technologischen Entwicklungen.

    Die Technologie der Spinnen war sowieso eines der Highlights des gesamten Romans, hier hat der Autor wirklich bis zum Ende gedacht und ich als alter Trekkie habe seine Ideen sehr gefeiert!

    Charmant fand ich auch die Problematik der Namen, denn Spinnen gibt es viele und ihre Leben sind äußerst kurz. Dies umschifft der Autor aber sehr gekonnt und ich musste immer wieder lächeln, wenn neue Spinnen auf altbekannten Beinen durch die Szenerie krabbeln. Mehr möchte ich hier auch gar nicht verraten.

    Gut gefallen haben mir auch die philosophischen Fragen des Buches, die mich zwangsläufig an Cixin Liu`s "Trisolaris" erinnert haben.

    Für so etwas bin ich ja sehr empfänglich und so habe ich auch abseits des Buches sehr viel über den Plot und seine Konsequenzen nachgedacht. Super!


    Leider vermag der Roman das wirklich gute Niveau nicht bis zum Ende zu halten, ab der Hälfte geht es kontinuierlich abwärts, ohne das Liu`sche Niveau je zu erreichen.

    Was wirklich schade ist, denn ich kann jederzeit sehen, worauf der Autor abzielt und welche Fragen er aufwerfen, diskutieren oder beantworten möchte.

    Nur ist die Umsetzung teilweise sehr zäh und der Plot verliert sich in allerlei unnötigen Längen, die auch nicht durch die enthaltenen Action Sequenzen ausreichend aufgelockert werden.

    Diese fand ich nämlich besonders schlecht, den sie wirkten wie ein leidiger Fremdkörper, der aber gebraucht wird, um die Geschichte voranzutreiben oder als Motivation dient.

    Das ist so schade, gerade weil ich das Leiden der Menschen so gut nachempfinden konnte, wenn sie nach ein paar Jahrhunderten wieder und wieder aus dem Kälteschlaf gerissen werden und immer neue Situationen vorfinden, teils neue Gesellschaften und Machtverhältnisse. Das ist so toll gedacht und so mäßig umgesetzt.

    Auch mit dem Spinnen Part hatte ich irgendwann so meine Probleme, auch wenn dieser Teil der eindeutig der bessere ist, und zwar über die gesamte Länge des Buches.

    Nach meinem Empfinden vermenschlicht Tchaikovsky die Tiere irgendwann zu sehr, ihre Entwicklung ist der unseren viel zu ähnlich, auch wenn dies durchaus logisch erklärt ist.


    Dadurch verlieren diese Abschnitte irgendwann viel von ihrem Reiz und manches wirkte auf mich auch schlichtweg plump.

    Etwa wenn die unterdrückten Männchen aufbegehren und um ihre Emanzipation kämpfen.

    Es ist sicher nett gedacht, gleitet aber schnell ins "Fabel"-hafte ab, was ich nicht unbedingt gebraucht hätte.

    Missfallen hat mir auch irgendwann der sehr religiöse Unterton, und das obwohl ich das Aufkeimen einer Religion, bei den Spinnen nachvollziehen kann und anfangs noch sehr charmant fand.

    Irgendwann hatte ich aber den Eindruck, der Autor überzieht alle Fraktionen mit einer (öko-) religiösen Puderschicht, aus eine Art Erlösergeschichte entstehen soll. Das war mir eindeutig too much.


    Fazit:


    Nach der ersten Hälfte hätte ich dem Roman, ohne zu zögern, volle fünf Sterne gegeben.
    Danach sinkt das Niveau dann leider, allerdings ohne das "Die Kinder der Zeit" je wirklich schlecht wird.

    Das hat mich aber irgendwann umso mehr geärgert, weil der Roman weiterhin die richtigen Fragen aufwirft und die Stärken immer wieder aufblitzen, ohne sie richtig auszuspielen.

    Diese Spinnengesellschaft ist einfach zu faszinierend und das der Roman nicht ins Lächerliche abgleitet, wenn die Tiere dann Technik entwickeln, Nutztiere halten etc. spricht für ihn.

    Gleichzeitig verpasst Tchaikovsky so viele gute Chancen, obwohl er sich diese selbst erschaffen hat, dass ist einfach nur ärgerlich.

    Hierbei denke ich besonders an den Erstkontakt, um den es ja eigentlich geht und der dann ewig verschleppt wird, bevor er dann, weit unter seinen Möglichkeiten, schnell und unbefriedigend abgehandelt wird.

    Ich hatte immer wieder das Gefühl, einen sehr philosophischen Roman zu lesen, der aber auch Action bieten möchte, grandios daran scheitert und dabei sein gesamtes Niveau nach unten zieht.

    Und während man sich noch ärgert, blitzt wieder das Epische auf, dass als Unterbau so hervorragend funktioniert.

    Trotzdem bin ich froh, mal einen Blick riskiert zu haben, denn vergessen werde ich diese Geschichte trotzdem nicht so schnell. Darum vergebe ich auch dreieinhalb Sterne. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Ich bin eitel, hochmütig, tyrannisch, blasphemisch, stolz, undankbar, herablassend - bewahre aber das Aussehen einer Rose.

    Pita Amor

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Adrian Tchaikovsky - Die Kinder der Zeit“ zu „Adrian Tchaikovsky - Die Kinder der Zeit / Childten of Time“ geändert.
  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Adrian Tchaikovsky - Die Kinder der Zeit / Childten of Time“ zu „Adrian Tchaikovsky - Die Kinder der Zeit / Children of Time“ geändert.

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