Roseanna M. White - A Portrait of Loyalty

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  • Auf ihrer Flucht vor den Bolschewiken werden Zivon und sein Bruder Evgeni bei einem Zugunglück getrennt. Als Zivon aus einem Koma erwacht gibt es keine Spur seines Koffers, seiner Papiere, oder seines Bruders. Wie der ursprüngliche Plan vorgesehen hat, macht er sich allein auf den Weg nach London, um den Briten seine Dienste als Topverschlüsselungsexperte anzubieten. Bei einem Dinner der Familie Blackwell lernt er die Tochter des Hauses, Lily kennen.


    Die politischen Hintergründe sind etwas schwierig zu verstehen, wenn man sich geschichtlich mit der Oktoberrevolution nicht auskennt. Es ist zunächst nicht ganz einfach Zivon richtig einzuordnen, er entzieht sich etwas dem Einblick des Lesers. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass er sich selbst in diesen neuen Lebensumständen noch nicht einordnen kann. Lily dagegen ist schnell sympathisch und durch ihre Fähigkeiten interessant.


    Auch wenn Zivon nicht davon ausgeht, erfährt man in abwechselnden Kapiteln, dass seine Feinde die Freundin seines Bruders auf seine Spur gesetzt haben. Mit wenigen Mitteln macht sie sich dennoch voll Tatendrang auf den Weg zum Unglücksort nach Frankreich.


    Eine der bewegenden Fragen, die das Buch aufwirft lautet: Darf man sein künstlerisches Talent in den Dienst der Kriegspropaganda stellen? Darf man Bilder verändern, um den Feind zu schwächen und den Krieg früher zu beenden? Bei dieser Diskussion geht ein Riss durch die Lilys Familie.


    Die wachsende Zuneigung der Beiden kann überzeugen, sie sind ein sympathisches Paar, aber dann entstehen durch die Widrigkeiten ihrer Geheimnisse schwere Hindernisse und Zerwürfnisse.


    Man erhält Einblick in die Not, Sorge und Verzweiflung dieses Krieges und in die Situation in der Stadt London. Man fühlt sich in die Zeit versetzt.


    Die Autorin beendet das Buch spannend und glaubhaft. Ein lesenswerter Teil 3 der Codebreakers Reihe.


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