Richard Chizmar / Billy Chizmar - Widow’s Point

  • Kurzmeinung

    Dave2311
    Ich wurde gut unterhalten und halte mich ab jetzt von verfluchten, alten, leerstehenden Leuchttürmen fern.

Anzeige


  • Richard Chizmar / Billy Chizmar - Widow’s Point




    Inhalt:

    “This is a bad place. I don't think people are meant to live here.”


    Longtime residents of Harper's Cove believe that something is wrong with the Widow's Point Lighthouse. Some say it's cursed. Others claim it's haunted.


    Originally built in 1838, three workers were killed during the lighthouse's construction, including one who mysteriously plunged to his death from the catwalk. That tragic accident was never explained, and it was just the beginning of the terror. In the decades that followed, nearly two dozen additional deaths occurred in or around the lighthouse including cold-blooded murder, suicide, unexplained accidents and disappearances, the slaughter of an entire family, and the inexplicable death of a Hollywood starlet who was filming a movie on the grounds.


    The lighthouse was finally shuttered tight in 1988 and a security fence was erected around the property. No one has been inside since.


    Until tonight.

    (Q amazon)


    Meinung:

    Widow's Point


    Thomas Livingston, Bestsellerautor, hat sich für dieses Wochenende etwas ganz besonderes vorgenommen. Er will von Freitag bis Montagmorgen im alten Leuchtturm von Harper Cove verbringen. Es ist der alte Widow Point Leuchtturm. Seinen Namen verdankt er dem Küstenstreifen an dem er 1838 gebaut wurde. Hier zerschellten unzählige Schiffe und hunderte Seemänner kamen ums Leben. Doch der Leuchtturm hat seine eigenen Geschichte. Im Laufe der Jahre gab es dutzende Zwischenfälle im und um den Leuchtturm. Viele Menschen sind in oder in der Nähe des Turms auf mysteriöse Weise gestorben oder verschwunden. Von vielen fehlt bis heute jede Spur und die Todesfälle sind ebenso rätselhaft. In Harper Cove ranken sich die fantastischen Mythen und Legenden um diesen Leuchtturm und jeder der bei Verstand ist, meidet seine Nähe. Mittlerweile ist der Turm von einem Sicherheitszaun umgeben und selbst der Eigentümer, ein Nachfahre des Erbauers, meidet den Ort.

    Thomas aber hat es geschafft den Eigentümer zu überreden und ist frohen Mutes und hoch motiviert. Er hat eine Videokamera, ein Diktiergerät, jede Menge Vorräte und Ausrüstung dabei.

    Sein Wochenendausflug wird düster und lang. Das Übertreten der Leuchtturmschwelle betritt Thomas eine Welt aus Dunkelheit, Wahnsinn und Schmerz. Das was er findet wird ihn in den Wahnsinn treiben. Er ist nicht allein. SIE sind hier!


    Die kleine Geschichte um Widow's Point macht so ziemlich alles richtig was man von einer Geistergeschichte erwarten kann. Das Gebäude, die ausführliche Hintergrundgeschichte und die Stimmung sind ein garantierter Gänsehautfaktor.


    Die Geschichte ist als Art Tagebuch, Bericht aufgebaut. Man liest sich durch die chronologisch geordneten, eingetexten Video- und Audioaufzeichnungen Livingstons. Hinzu kommt die ausführlichen Geschichtsstunden von Thomas. Er erzählt im Laufe seines Aufenthalts im Leuchtturm die Geschichte dieses nach. Es gibt so viele mysteriöse Todes- und Vermisstenfälle in Verbindung mit dem Leuchtturm. Natürlich dürfen auch Beschreibungen Livingstons zur Einrichtung des Gebäudes nicht fehlen.

    Das alles gibt dem Leser schon ein sehr ungutes Gefühl. Man fragt sich wie man sich mit diesem Hintergrundwissen für ein Wochenende in solch ein Bauwerk einsperren lassen kann. Doch Thomas versucht die Sache sachlich zu betrachten. Selbst der Bildausfall seiner Kamera direkt beim Überschreiten der Türschwelle macht ihm keine Sorgen. Technik geht eben auch mal kaputt.

    Im Verlauf der Geschichte findet er auch ein Tagebuch eines ehemaligen Bewohners des Turms. Durch diesen Fund ist er geradezu euphorisch. Und diese Euphorie wird auch nicht von einem aufziehenden Sturm gedrückt. Er ist ja sicher im steinernen Bollwerk.

    Dann kommen die Geräusche. Sind da Stimmen? Waren das Schritte? Tobt der Sturm noch immer? Kälte! Immer kälter? Da! ... Etwas berührt ihn. … Nichts! …. Oder doch?


    Ja, die Stimmung schlägt um und es wird gruselig.

    Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Die Darbietung als Bericht ist wunderbar, das Setting passend und die Atmosphäre stimmig.


    Allerdings habe ich auch etwas (nur ein bisschen) zu meckern.

    Schade fand ich, dass es keinen tieferen Einblick in die Hintergründe der Geschehnisse gab. Mir ist klar, dass eine bessere Beleuchtung der Hintergründe und der Vorkommnisse den 'Zauber' der Mythen um Window's Point zerstört hätte. Denn durch die Dokumentation der Ereignisse durch Livingston hätte es ja auch die Außenwelt erfahren und nicht nur der Leser. Hier hätte man auf einen anderen Erzählstil ausweichen müssen. Was aber dann auch eine andere Art der Darbietung wäre und vielleicht nicht so gut funktioniert hätte wie diese Berichterstattung.

    Es werden von Thomas ein paar Theorien zu den möglichen Ursachen der Geschehnisse gemacht, doch es bleibt alles recht wage.

    Auch der Abschluss des Büchleins hat mir nicht so ganz gefallen. Er zerstört etwas die Atmosphäre. Allerdings hat dieses Ende auch etwas. Ich bleibe hier zwiegespalten. Zum einen nervt es mich etwas, zum anderen ist es eben anders und somit ja nicht schlecht, eher gewöhnungsbedürftig.


    Fazit:

    Widow's Point ist eine gelungene Gruselgeschichte. Sie überzeugt und ist eine wunderbare Lektüre zu später, nächtlicher Stunde. Mit einem kleinen Sturm vor der Tür durchaus noch atmosphärischer. Das Ende des Buches ist unter Umständen diskutierbar und es hätte mehr 'Erlebnisse' für Thomas geben könne. Ansonsten aber sehr gelungen. Ich wurde gut unterhalten und halte mich ab jetzt von verfluchten, alten, leerstehenden Leuchttürmen fern.



    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:


    1. (Ø)

      Verlag: Cemetery Dance Publications


    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn


Anzeige