Thomas Finn - Bermuda

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  • Autor: Thomas Finn

    Titel: Bermuda

    Seiten: 522

    ISBN: 978-3426-22719-0

    Verlag: Knaur


    Autor:

    Thomas Finn wurde 1967 in Evanston/Chicago geboren und ist ein Schriftsteller und Journalist. Nach der Schule studierte er Volkswirtschaft in Hamburg und arbeitetete parallel als Journalist und Autor für diverse Verlage. Zuvor hatte er außerdem eine Lehre als Werbekaufmann absolviert. 1992 erhielt er den "ZauberZeit-Lesepreis". Seit 2001 arbeitet er als Roman-, Spiele- und Drehbuchautor. Bis 2011 war er zudem im Redaktionsstab des Rollenspiels "Das schwarze Auge" (DSA) tätig. Finn lebt und arbeitet in Hamburg.


    Inhalt:

    Nur knapp überleben der Biologe Alex Kirchner und die Kreuzfahrt-Mitarbeiterin Itzil Perez den Untergang ihres Luxusliners, der mitten im Atlantik in einen schrecklichen Hurrikan gerät. Zusammen mit einem Dutzend weiterer Überlebender werden die beiden am Strand einer Vulkaninsel angespült. Doch die vermeintliche Rettung erweist sich schnell als tödliche Falle: Weder Handys noch Kompasse funktionieren; mumifizierte Leichen werden angespült und nachts kommt es zu unheimlichen Licht- und Geräuchphänomenen. Schließlich kommt der erste Schiffsbrüchige ums Leben. Schleifspuren führen in den Mangrovendschungel, in dem ein namenoses Grauen lauert. (abgewandelter Klappentext)


    Rezension:

    Nördlich der Karibik liegt ein legendenumwobenes und zu Teilen gefürchtetes atlantisches Seengebiet, in dem bereits mehrere Schiffe und Flugzeuge spurlos verschwunden sein sollen. Von der kleinen Jolle bis zum großen Frachtschiff sollen unzählige Objekte Opfer der Fluten geworden sein und so ist es kein Wunder, dass auch in der Literatur das Bermuda-Dreieck Grundlage für unzählige Geschichten bietet. Zuletzt für den hier vorliegenden Horrorthriller des deutschen Autoren Thomas Finn.


    Eine verlegerische Entscheidung sicherlich, ist die Ausformulierung von Klappentexten, doch verrät dieser beinahe zu viel, wenn auch nicht so, als dass es gespoilert wäre, doch beginnt mit der Ausführlichkeit eine Grauzone, die mit Vorsicht zu genießen ist. Ein zwei Sätze weniger hätten es auch getan. Für diese Rezension habe ich mich daher entschlossen, den Klappentext etwas abzuwandeln. Ansonsten ist dies nämlich ein solider Horrorthriller, der alle Alpträume wahr werden lässt.


    Das Motiv der idyllisch wirkenden Tropeninsel, auf der sich nach und nach die Hölle auf Erden entwickelt, sei es durch dem Schauplatz selbst oder durch die Protagonisten, ist nicht neu. Tatsächlich werden hier Elemente aus "Robinson Crusoe" ebenso aufgegriffen, als auch aus "Der Herr der Fliegen", das gilt zum einen für den Schauplatz als auch für den für die Handlung zufällig zusammengewürfelten Personenkreis. Der Autor bringt von den ersten Seiten an, Tempo in die Handlung, deren Spannungsbogen sich rasant entwickelt. Dem Lesenden wird so schnell wie den Protagonisten, die sich deutlich in Sympathie- und Antipathieträger unterscheiden, klar, welches Grauen auf dem Eiland vorherrschen muss. Ein jeder geht damit anders um, zum Überleben oder Nachteil der Gruppe gereichend.


    Solche Geschichten lesen sich sehr flüssig, doch gilt es kleinere Logikfehler und so manches Mal harte Sprünge zu ignorieren, zwecks Lesegenuss. Der kommt auf, wirkt zum Teilen jedoch wie ein Horrorzweiteiler in den Öffentlich Rechtlichen, zumindest, was diese als solche bezeichnen. Eine solide Speise ist das, die man essen kann, von der man satt wird, Begeisterungsstürme jedoch nicht auslöst. Einige Überraschungen gegen Ende runden die Geschichte jedoch in soweit ab, dass die Geschichte kein Fehlschlag ist.


    Hervorzuheben ist das Erzähltempo und der Spannungsbogen, sowie das formulierte Ende. Für meinen Geschmack hätten der Geschichte jedoch ein paar mehr Seiten gut getan, sowie die Konzentration auf ein paar weniger Genre-Spielarten, als man diese hier vorfindet. An manchen Stellen wirkt der Mix aus Horror, Historientrhiller, Wissenschaftsthriller, Science Fiction einfach ein wenig zu sehr over the top, von der fehlenden Subtilität einmal ganz abgesehen. Dass man dies über weite Strecken ignorieren kann, liegt allein an der Formulierungsleistung Thomas Finns.

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