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Helen Peters - Mitternacht in Charlbury House /Evie's Ghost

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  • Eine abenteuerliche Reise in längst vergangene Zeiten


    Mitternacht ist eine gefährliche Zeit, wenn man als Dreizehnjährige in einem geheimnisumwitterten alten Herrenhaus zu Besuch ist. Die Protagonistin Evi Tregarron fühlt sich vernachlässigt, nachdem sie für die Zeit der Hochzeitsreise ihrer Mutter bei ihrer schrillen Patentante Anna in Charlbury House untergebracht wird. Nicht nur die Trennung von der Mutter, sondern auch die Tatsachen, dass es dort weder Internetempfang, noch ein Fernsehgerät gibt, machen ihr zu schaffen. Evi ist außer sich, und als sie in ihrer ersten Nacht noch dazu einen Geist erblickt, ergreift sie die Flucht. Doch dabei wird sie auf unerklärliche Weise in eine längst vergangene Zeit katapultiert und mit einem ungelösten Rätsel konfrontiert. Evi darf tief in die Ereignisse des Jahres 1814 eintauchen, lernt den Alltag und die Gepflogenheiten dieser Zeit kennen und erlebt als Hausmädchen in Charlbury House das harte, arbeitsame und mühevolle Dasein der dienenden Klasse. Obgleich Evi den Komfort und all die Errungenschaften der modernen Zeit vermisst, darf sie dennoch von ihrem spannenden Ausflug in die Vergangenheit profitieren. Sie lernt interessante Menschen kennen, gewinnt eine gute Freundin, und stellt sich dabei stets die Frage, wie es ihr wohl gelingen wird, wieder in ihre eigene Welt zurückzufinden…


    Helen Peters präsentiert mit diesem Jugendbuch einen höchst interessanten, lehrreichen und amüsanten Zeitreise-Roman, in welchem die junge Protagonistin Evi einige Abenteuer in der Vergangenheit bestehen muss. Die verwöhnte junge Dame lernt bei ihrem Ausflug die Bequemlichkeit und die vielen technischen Hilfsmittel ihres Lebens in London so richtig zu schätzen. Denn als Hausmädchen im Jahre 1814 ist sie zu körperlich anstrengender Arbeit verpflichtet. Die Idee der Zeitreise ist nicht neu, und dennoch hat die Autorin es geschafft, mich vom ersten Augenblick an dafür einzunehmen. Man verfolgt gespannt Evis Aktivitäten, wird vom Zauber längst vergangener Zeiten gefangen, erfährt aber auch viele Einzelheiten vom harten Leben der Hausmädchen, Küchenmädchen, Mägde und Diener eines solch imposanten Anwesens. Standesdünkel und Kinderarbeit, Aufbegehren gegen die soziale Ungerechtigkeit, und nicht zuletzt ein mysteriöses Familiengeheimnis sind Themen dieses Buches.


    Der einnehmende Schreibstil der Autorin und der mit dem rätselhaften Verschwinden einer der Figuren des Buches einhergehende Spannungsfaktor machen diese Lektüre zum reinen Vergnügen. Interessante Figuren bereichern die Handlung, ein aufregendes Finale mit einer Überraschung am Ende des Buches runden das Ganze ab. Es hat mir große Freude bereitet, Evis Ausflug in das Jahr 1814 mitzuverfolgen und die hasserfüllte Küchenmagd Alice, die verängstigte Spülmagd Nell, die gefürchtete Haushälterin Mrs. Hardwick, die singende Waschmagd Mary, den kreativen und sensiblen Gärtnergehilfen Robbie und den üblen Stallburschen Jacob kennenzulernen. Die herrschende Klasse wird durch den stark verschuldeten Hausherrn Sir Henry Fane, dessen strenge und hoheitsvoll auftretende Schwester Mrs. Bailey sowie den schwerreichen Mr. Charles Ellerdale vertreten, dem sein arrogantes Auftreten, sein Alter und sein Hang zur Gewalttätigkeit die Brautwerbung um die junge Tochter des Hauses erschweren. Im Handlungsstrang der Gegenwart fungieren Evis Patentante Anna sowie Evis Mutter Lara als Nebenfiguren. Obgleich Anna relativ große Aufmerksamkeit zuteilwurde und ihre Person ausführlich beschrieben wurde, konnte ich mich mit ihr nicht anfreunden. Ihr schrilles Aussehen und ihre Marotten bildeten einen eigenartigen Gegensatz zu ihrem Beruf als forensische Anthropologin, ihre nüchterne und kühle Art und ihr offensichtliches Desinteresse an ihrer jungen Besucherin konnten mich letztendlich nicht von dieser Figur überzeugen.


    Fazit: „Mitternacht in Charlbury House“ war ein faszinierendes Abenteuer und eine interessante und lehrreiche Zeitreise in die Vergangenheit dieses alten Herrenhauses, die mir großes Lesevergnügen bereitet hat. Evis Erlebnisse und ihre Bestrebungen, in das Schicksal der Menschen einzugreifen und zu versuchen, die Vergangenheit zu verändern, boten aufregende Momente. Ich kann dieses Buch jedem jungen Leser ans Herz legen, der sich für vergangene Epochen interessiert und Spannung und Abenteuer zu schätzen weiß. Begeisterte fünf Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Mitternacht in Charlbury House“ zu „Helen Peters - Mitternacht in Charlbury House“ geändert.
  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Helen Peters - Mitternacht in Charlbury House“ zu „Helen Peters - Mitternacht in Charlbury House /Evie's Ghost“ geändert.
  • Über die Autorin (Amazon)

    Helen Peters wuchs auf einem Bauernhof in Sussex mit vielen Tieren und jeder Menge Schlamm auf. Ihre Kindheit verbrachte sie hauptsächlich mit Lesen und dem Schreiben von Theaterstücken. Später wurde sie Lehrerin und lebt heute mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern, sowie zwei Katzen und zwei Meerschweinchen in London.

    Verena Körting ist in Köln geboren und aufgewachsen. Sie studierte Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Düsseldorf, zog danach für einige Jahre nach Hamburg und arbeitete dort als Grafikdesignerin. Doch da sie viel lieber zeichnet und Geschichten erzählt, begann sie 2010 Kinderbücher zu illustrieren. Sie lebt und arbeitet in Köln.



    Produktinformation (Amazon)

    Gebundene Ausgabe : 368 Seiten

    ISBN-13 : 978-3522185158

    ISBN-10 : 3522185153

    Größe und/oder Gewicht : 15.2 x 3.5 x 21.1 cm

    Herausgeber : Thienemann Verlag; 1. Auflage (17. September 2020)

    Leseniveau : 10 und Nach oben

    Sprache: : Deutsch



    Ein toller Zeitreiseroman


    In dem unheimlichen alten Herrenhaus taucht mitten in der Nacht plötzlich ein Geist auf. Evi bekommt Panik und rennt aus dem Schlafzimmer. Doch wie sieht der Flur aus? Gans anders als sie in Erinnerung hat. Auch trägt sie selbst andere Kleidung. Sie ist im Jahr 1814 gelandet und nun gezwungen, ihre Arbeit als Dienstmädchen zu tun, Boden und Töpfe schrubben, Nachttöpfe ausleeren etc. Und nur wenn sie das Familiengeheimnis löst, kann sie in ihre Gegenwart zurückkehren.



    Meine Meinung


    Bücher über Familiengeheimnisse und Zeitreisen habe ich schon immer gerne gelesen, denn hier gibt es meistens Spannung pur. So auch in diesem Buch, das sich durch den angenehm unkomplizierten Schreibstil – keine Unklarheiten im Text - auch leicht und flüssig lesen ließ. Ich kam ohne Probleme in die Geschichte rein, konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. In Evi, die, obwohl als Dienstbote misshandelt, der Tochter des Hauses helfen wollte. Und die in ihrer Kollegin Polly in der Vergangenheit eine Freundin fand. In Polly, die Evi anlernen sollte, und die sich über vieles, was Evi so sagte, wunderte. Gegen Ende des Buches gab es auch noch eine Überraschung, doch die muss der geneigte Leser selbst herausfinden. Es war ein wirklich fesselndes, spannendes und auch unterhaltsames Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Es gab Spannung vom Anfang bis zum Ende. Ich habe es sehr gerne gelesen und es bekommt von mir eine Leseempfehlung sowie die volle Bewertungszahl.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Lerchie



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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

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