Manuel Bianchi (Hrsg.) - Auf den Spuren H. P. Lovecrafts - Metamorphosen

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  • Wie der Herausgeber des Buches bereits im Vorwort so treffend bemerkt, würde es ohne H.P. Lovecraft die moderne Horrorliteratur, wie wir sie kennen, nicht geben. Deshalb ist es also auch vollkommen legitim ihm eine Kurzgeschichtensammlung zu widmen, welche mehrere Autoren versucht haben im Stil des Altmeisters zu verfassen. Das Buch erschien 2009.


    Dies wird, wie bei Anthologien bei mir so üblich, eine Besprechung on the go. Ich versuche auf jede einzelne Story mit ein paar Worten einzugehen, und am Ende ein Resümee des kompletten Buches zu ziehen.


    Eröffnet wird der bunte Reigen von Christian Damerow, dessen Story „Der gute Gott“ einen Pfarrer zurück zu seinen Wurzeln bringt. So wirklich konnte mich die Story nicht überzeugen und der Satz “Es geht alles viel zu schnell!“, welchen man innerhalb der Story kursiv gesetzt vorfindet, gibt die Geschichte an sich schon sehr gut wieder.


    „Die Schokolade des Herrn Bost“ schmeckte nicht nur Autor Jan-Christoph Prüfer, sondern auch mir. Diese Geschichte verströmt schon mehr den Charme eines Lovecraft. Sie weiß trotz der Kürze mit dem in ihr lauernden Horror zu überzeugen.


    Der dritte ist Carsten Steenbergen, welcher mit „Der Fluch des Zulu“ das klassische Ebenbild einer Lovecraft-Geschichte abliefert. Vermutete ich zuerst einen „Arthur Jermyn“ hinter allem, so entpuppte sich die Story schnell als Eigenläufer. Von der ersten drei Storys bisher mein Favorit.


    „Zombies für einen Tag“ von Nina Horvath lies mich ein wenig ratlos zurück, denn die Geschichte auf den wenigen Seiten wollte so gar nicht in dieses Buch passen, denn sie erschien mir eher wie ein Modeleitfaden für Zombiecosplayer.


    Thomas Backus zeigt danach mit „Die versunkene Stadt“ dass man dasselbe Thema – wie in „Zombies…“ – auch auf spannende Weise an den Leser bringen kann.


    Danach geht es mit „Die Ausstellung“ von Sabrina Eberl in die Welt der Archäologie und auch „Der Kontaph des Kagemni“ von Marco Bianchi ist dort angesiedelt.


    Mit „3,5“ von Samuel White und „Symbiose“ von Chris Schlicht begegneten mir die ersten beiden Storys, von denen ich gerne viel mehr gelesen hätte. Das jeweilige Grundthema der beiden Geschichten würde jede für sich Möglichkeiten für längere Romane, oder soagr Serien hergeben. Wobei gewisse Dinge in „Symbiose“ mich doch sehr an VENOM aus SPIDER-MAN erinnerten.


    „Die Anstalt“ von Markus Niebios und „Portrait eines sterbenden Mannes“ von Christian Stobbe sind wieder recht nah an den Altmeister angelehnt, wobei sich Niebios eher auf den Wahnsinn und Stobbe auf die Art und Weise der Erzählung beziehen.


    Die letzten drei Geschichten, „Der Journalist“ von Sascha Erni, „Das Erbe“ von Robin Haseler und „Der Veränderte“ von Tomi Bader, gehen ohne große Umschweife sofort auf das Titelthema des Buches ein,


    Nach dreizehn Geschichten, lässt mich die Anthologie ein wenig mit gemischten Gefühlen zurück.


    Auf der einen Seite findet man das Titelthema „Metamorphosen“ in jeder Geschichte wieder, auf der anderen Seite sind sie mir teilweise ein wenig zu weit von den Spuren Lovecrafts entfernt gewesen.

    Nun kann man bei einem solchen Buch nicht erwarten, das einem jede Geschichte gleich gut gefällt und ich denke das jeder Lovecraft-Fan hier auf die eine oder andere Story stoßen wird die ihm subjektiv zusagt.


    In dieser Reihe sind bisher vier Bände erscheinen, der letzte 2019, und ich bin gespannt was „Die Klabauterkatze“ zu bieten haben wird.

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