Nathanael West - Der Tag der Heuschrecke / The Day oft the Locust

  • Buchdetails

    Titel: Der Tag der Heuschrecke


    Verlag: Manesse Verlag

    Bindung: E-Book

    Seitenzahl: 273

    ISBN: 9783641118785

    Termin: September 2013

  • Bewertung

    4.5 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Der Tag der Heuschrecke"

    Wiederentdeckung eines US-amerikanischen Kultautors Hollywood: nirgends gedeihen Illusionen prächtiger, nirgends werden sie rascher entsorgt. Hauptsache, die Show geht weiter. Dieser Roman ist eine herrlich respektlose Nahaufnahme der Traumfabrik, eine filmreife Parodie auf Starkult und kollektiven Selbstbetrug. Keiner hat das wahre Hollywood mit seinen Widersprüchen, Abgründen und Hell-Dunkel-Kontrasten schärfer erfasst als Nathanael West. In seiner Satire widmet er sich den Schattenseiten einer durch und durch künstlichen Welt, in der die Verlierer in der Überzahl sind: die ewigen Statisten, Sternchen, Schmalspurdiven und Reservehelden. Je zweifelhafter deren Aussicht auf das große Los, desto verbissener hängen sie ihren Illusionen nach - und überbieten sich in einer Parade der Peinlichkeiten und Selbstentblößungen. Einmal mehr besticht Nathanael West hier mit der hohen Kunst der Zuspitzung. Schonungslos bis zum Zynismus legt er das Urkomische im Tragischen frei und entlarvt seine Figuren als hoffnungslose Träumer, ohne sie dabei zu diffamieren. Wunsch und Wirklichkeit mögen noch so weit auseinanderklaffen, menschliche Sehnsüchte sind einfach nicht totzukriegen. So ist dieses Buch eine Demaskierung des neuzeitlichen Wahns, um jeden Preis ein Star werden zu müssen, und ein tiefer Seufzer angesichts evidenter Aussichtslosigkeit. Neuübersetzung
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  • Deutscher Titel: Tag der Heuschrecke


    Meine Rezension bezieht sich auf das englische Original.


    Autor:

    Der US-amerikanische Schriftsteller und Drehbuchschreiber Nathanael West (1903 bis 1940), war im Leben als Autor nicht sehr erfolgreich. Sein Nachruhm setzte in den 1950er Jahren ein und wurde so gewaltig, dass er heute als Klassiker der modernen amerikanischen Literatur gilt.


    Inhalt:

    Tod Hackett hat einen Abschluss als Kunstmaler als er das Angebot annimmt, in Hollywoods Filmindustrie als Illustrator zu arbeiten. Seine Ambitionen als ernstzunehmender Maler gibt er dennoch nicht auf. Sie durchweben den ganzen Roman.

    Durch Zufall macht Tod die Bekanntschaft einer Gruppe von Menschen, die alle nach Hollywood gekommen sind, um einen Erfolg in der Industrie zu landen, ungeachtet der Tatsache, dass sie weder über Eignung noch Talent verfügen.

    Tod verliebt sich in Faye, ein überblondes, überinszeniertes junges Mädchen, das in der Traumfabrik schon mit 17 Jahren jeglichen Bezug zur Realität verloren hat. Er leidet immer stärker darunter, dass sie, die auch gelegentlich als Prostituierte arbeitet, ausgerechnet ihm ein intimes Verhältnis verweigert. Stattdessen lebt sie mit einem anderen Mann, Homer Simpson*, zusammen, den sie quält und demütigt. Homer, geplagt von einem schrecklichen, auffälligen Tick, ist zu keiner Gegenwehr fähig.

    Im Vergleich zu den anderen Romanfiguren, Homer, Faye, ihrem Vater, einem Cowboy, einem zwielichtigen Mexikaner und sonstigen bizarren Figuren, ist Tod der einzige Sympath, da er als Einziger zu Anteilnahme und Mitgefühl fähig ist.

    Anlässlich einer Filmpremiere kommt es auf einem Hollywood Boulevard zu einem riesigen Menschenauflauf, und Tod gelingt es am Ende sein Meisterwerk zu malen.


    *Der Name der Serienfigur ist dieser Romanfigur entlehnt.


    Fazit:

    Was für eine Entdeckung! Dieses alte Buch, 1939 erschienen, ist ein echter Knaller, ein ungeheuer vielseitiger, fantasiereicher, spannender Roman mit einem Panoptikum schriller Figuren, wie man sie in einem Roman nicht oft antrifft. Jeder Charakter ist absolut exquisit gezeichnet, ohne dass man in der Regel etwas über sein Vorleben erfährt. Diese Menschen sind einfach da, präsent und treiben voran, wo es kaum Handlung zu geben scheint. Das ist allerhöchste Schreibkunst, und natürlich merkt man, dass Nathanael West auch Drehbücher geschrieben hat. Da sitzt jede Wendung, Szenen werden so plastisch beschrieben, dass man sie direkt vor Augen hat. Es entstehen lebendige Bilder beim Lesen. Hinzukommt, dass die Sprache absolut heutig wirkt, keinen Deut angestaubt oder altmodisch. Es gibt Menschen, die gesagt haben, es sei niemals – auch später nicht - ein treffenderes Buch über Hollywood geschrieben worden.

    Statt aus einer angelegten Handlung besteht das Buch aus Szenen, Episoden, Ereignissen, die oft gleichrangig nebeneinander stehen. Locker verbunden sind sie durch die Figur Tod Hackett, der eine Art Ankerfigur aber kein auktorialer Erzähler ist. Seine Sichtweise auf Menschen und Ereignisse teilt sich mit durch das, was er tut, nicht was er sagt.

    Im Verlauf des Romans wird er immer spannender. Man fängt an an zu spüren, dass etwas sehr Bizarres im Gange ist. Es brodelt im Hintergrund, ohne dass es zu greifen wäre. Bei jeder trivialen Begebenheit lauert man, dass jetzt eine Welle schlimmster Ereignisse in Gang gesetzt wird. Die Spannung steigert sich noch lange, bis es dann soweit ist. Der Auslöser ist jedoch nicht trivial.

    Meine Bewertung ist 5 Sterne.

    signed/eigenmelody

    "I would challenge you to a battle of wits, but I see you are unarmed."

    - Shakespeare


  • eigenmelody

    Hat den Titel des Themas von „Nathanael West – The Day oft the Locust“ zu „Nathanael West – The Day oft the Locust/Tag der Heuschrecke“ geändert.
  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Nathanael West – The Day oft the Locust/Tag der Heuschrecke“ zu „Nathanael West – Der Tag der Heuschrecke / The Day oft the Locust“ geändert.

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