Tessa Alberti - Die Stunde unserer Träume

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  • Ein alter Brieffund öffnet das Tor zur Vergangenheit

    Berit Bartoll macht sich daran, ihr Elternhaus auszuräumen, bevor dieses durch den Anwalt Nathan zum Verkauf angeboten werden soll. Dabei findet sie einen kleinen Karton mit alten Liebesbriefen, die ihr Urgroßvater Gideon einst im Ersten Weltkrieg aus Frankreich an seine Frau Eleonore sandte. Gideon hat damals im Kontor gearbeitet, das zum Hamburger Kautschuk-Unternehmen von Eleonores Vater gehörte und in dem auch Eleonore sich gern aufhielt, um sich in das Geschäft einzuarbeiten. Schon bald sind die beiden ineinander verliebt, doch Eleonores Vater Heinrich steht dieser Liebe im Weg, denn er hat höhere Pläne mit seiner Tochter. Die alte Korrespondenz macht Berit neugierig, was damals wohl passiert ist. Dabei ist ihr Nathan eine große Hilfe, der von der alten Post ebenfalls fasziniert ist. Gemeinsam decken sie neben einem alten Familiengeheimnis auch eine wunderschöne Liebesgeschichte auf….


    Tessa Alberti hat mit „Die Stunde unserer Träume“ einen wunderschönen historisch angehauchten Roman vorgelegt, der von der ersten Seite an zu fesseln weiß. Der flüssige, einfühlsame und bildhafte Schreibstil fängt den Leser sofort ein, der sich mal an Berits und Nathans Fersen hefte, mal in die Vergangenheit abtaucht, um dort Gideon und Eleonore in einer schicksalsträchtigen Zeit zu begleiten. Die Autorin spiegelt die Vergangenheit sehr schön wieder und zeigt nicht nur die Rolle der Frau zur damaligen Zeit auf, sondern gibt auch einen Einblick in die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten und die Veränderungen in der Bevölkerung durch den herrschenden Krieg. Eingepflegte Briefe, in denen Gideon von der Lage an der Front berichtet, lassen einem das Blut in den Adern gefrieren und das dortige Elend genau vor Augen haben. Mit farbenfrohen Beschreibungen lässt die Autorin nicht nur die Stadt Hamburg im Kopf des Lesers lebendig werden und macht so einen Rundgang durch die Speicherstadt und deren Kontore möglich, sondern bringt ihn auch in den Schützengraben an der Front. Zwei Zeitebenen, die etwas mehr als hundert Jahre trennen, wechseln sich fließend ab und jagen den Leser durch eine Achterbahn der Gefühle, während sich der Spannungsbogen immer weiter steigert.


    Die Charaktere sind liebevoll und lebendig ausgestaltet, überzeugen durch glaubwürdige menschliche Eigenschaften, was es dem Leser leicht macht, sich unter ihnen wohl zu fühlen und der Geschichte entgegen zu fiebern. Berit ist eine sympathische Frau, die mit einer gesunden Neugier gesegnet ist. Gideon ist ein intelligenter, zurückhaltender, ehrlicher und warmherziger Mann, der sich schnell ins Leserherz schleicht. Eleonore Kraft hat ihren eigenen Kopf, ist fleißig und wissbegierig, doch werden ihr von Haus aus die Flügel gestutzt, doch sie lässt sich nicht aufhalten. Ihr Vater Heinrich möchte seine Tochter verschachern, um die Nachfolge seiner Firma zu retten. Carsten Belendorp ist ein gefühlloser Mann, der sich nimmt, was sich ihm bietet. Nathan ist ein freundlicher und geheimnisvoller Mann, der für eine Überraschung sorgen wird.


    „Die Stunde unserer Träume“ vereint auf wunderbare Weise Familiengeheimnisse, Liebe und Historisches. Der Roman hat absolute Sogwirkung und verdient eine absolute Leseempfehlung für diese unterhaltsame und emotionale Lektüre.


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

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