Robert Focken - Arnulf. Kampf um Bayern

  • Kurzmeinung

    Minnie007
    Falsche Zielgruppe, es war nicht mein Genre. Das Buch ist flüssig geschrieben und wirklich gut recherchiert.
  • Kurzmeinung

    Hirilvorgul
    Protagonisten mit Ecken und Kanten, Loyalität und Machtspiele, Eifersucht und Rachedurst... eine spannende Mischung

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  • Kurzbeschreibung:

    Der Krieger Arnulf hat es als Truppenführer des Frankenkönigs Karl zu Ruhm gebracht. Einst unfreiwillig in das Heer Karls geraten, wird Arnulfs Schwert nun überall gefürchtet.
    Folglich wählt der König Arnulf für einen verwegenen Plan aus, um seinen letzten Rivalen, den Bayernherzog Tassilo, in die Knie zu zwingen. Tassilo hat, angetrieben von seiner rachsüchtigen Frau Leutberga, einen Trumpf in seine Hand gebracht: einen totgeglaubten Neffen Karls, der seinen Thron stürzen könnte. Arnulf stößt mit wenigen Gefährten in das Herz Bayerns vor und riskiert alles, um den Karolinger-Prinzen zu fassen. Unterdessen aber ist Arnulfs Frau den tödlichen Intrigen bei Hofe schutzlos ausgeliefert. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, an dessen Ende eine Katastrophe droht.

    Angelehnt an die tatsächlichen Ereignisse des Jahres 787/788 lässt der Historiker Robert Focken ein schicksalsträchtiges Drama der bayerisch-deutschen Geschichte lebendig werden, dessen Folgen bis heute nachwirken. (Quelle: Verlagswebsite)


    Autor:

    Robert Focken wurde in Höxter (NRW) geboren und wuchs in Holzminden auf der niedersächsischen Weserseite auf. Interesse für Historisches war früh vorhanden, zumal sich an der Weser einst zahlreiche Kriegszüge Karls des Großen ins Sachsenland hineinschoben. Regelmäßigeres Schreiben begann während der Bundeswehrzeit für Lokalzeitungen, ein Volontariat bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung folgte. Anhaltendes Fernweh konnte vorübergehend durc h längere Reisen in Afrika und Asien gestillt werden. Nach einem Geschichtsstudium in Bonn dominierte dann das Gebot, Geld für eine wachsende Familie verdienen zu müssen: Seit 1994 ist Robert Focken in der Finanzindustrie beschäftigt. Er ist verheiratet und lebt im Vordertaunus. (Quelle: Verlagswebsite)


    Allgemeines:

    - erschienen im Juli 2019 im Acabus Verlag als Taschenbuch

    - 332 Seiten in 30 Kapitel + Personenverzeichnis und Erklärung althochdeutscher Begriffe zu Beginn und ausführlichem Nachwort zu Fiktion und historischer Wahrheit
    - Teil 3 der Arnulf-Reihe, Fortsetzung ist für 2021 angekündigt

    - Zeitraum der Handlung: 3 Monate im Jahr 787.


    Meine Meinung:

    Entgegen aller Gewohnheit bin ich in diese Reihe mit Band 3 eingestiegen, da sich die Gelegenheit ergab, an einer autorenbegleiteten Leserunde teilzunehmen. Und dank der ausführlichen historischen Einordnung im Nachwort (das man durchaus zu Beginn lesen sollte) war das für das Verständnis gar kein Problem.


    Robert Focken zeichnet dem Leser ein sehr eindrückliches Bild der Verhältnisse im Frankenreich des ausgehenden 8. Jahrhunderts. Mit zahlreichen Feldzügen sichert Karl der Große seine Macht, unterwirft und christianisiert die Sachsen und dehnt sein Reich bis zum Ende seiner Herrschaft auf ein Gebiet zwischen Atlantik, Nordsee und Mittelmeer erstreckt und im Osten noch abhängige Gebiete umfasst, die von Oder und Donau begrenzt werden. Im vorliegenden Band geht es um die Unterwerfung Tassilo III. und damit seines Herzogtums Bayern.


    Zum Inhalt ist in der Kurzbeschreibung schon genug gesagt, finde ich. Der Autor nimmt uns mit an den Hof Karls und seiner Gemahlin Fastrada, die sich beide in tiefer Abneigung zugetan sind, gewährt uns Einblicke in das Intrigenspiel von Leutberga, der Gattin Tassilos, lässt uns Gefechte und Scharmützel erleben und erzählt „nebenbei“ sehr spannend und unterhaltsam noch eine wunderbare Geschichte von Freundschaft, Loyalität und Liebe. Wie er Arnulf sich seinem Sohn Arthur nach und nach immer mehr öffnen lässt, ist allein schon Grund genug, das Buch zu lesen. Und der großartige, stimmige Schluss ist für mich ein echtes Meisterstück. Man bekommt direkt Lust, die Fortsetzung zu lesen. Die gibt es leider noch nicht, ist aber bereits angekündigt.


    Freunden historischer Romane lege ich dieses Buch durchaus ans Herz. Und allen, die bei „historischer Roman“ an die umfangreichen Werke von Ken Follett oder Rebecca Gablé denken und darum eher die Finger davon lassen, sei gesagt, dass Robert Focken auch auf erheblich weniger Seiten ein ebenso deutliches Bild der damaligen Zeit zu malen versteht. Ich werde nun unbedingt noch die anderen beiden Bücher der Arnulf-Reihe lesen. Von mir gibt es :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.


    Fazit:

    Geschichte unterhaltsam erzählt. Raubeinige Kämpfer und intrigante Höflinge, Freundschaft, Loyalität und Machtspiele, Eifersucht und Rachedurst und dazu eine sehr sympathische Hauptfigur... genau die richtige Mischung für spannende Lesestunden.


    Auch an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an Robert Focken und den Verlag für diese schöne und informative Leserunde.

    Gelesen in 2021: 19 - Gehört in 2021: 10 - SUB: 513


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Liebe Hirilvorgul,

    danke für diese freundliche, kluge und irgendwie warmherzige Besprechung.

    Ein Stück vorher hattest du erwähnt, dass Fastrada dich anfangs etwas "getäuscht" hat bzw. das Verhältnis von Karl und seiner Gattin doch hoffnungsloser war, als zunächst angenommen. Ganz ehrlich: Ich hab' häufiger solche Erlebnisse beim Lesen. Und meistens finde ich es gut, wenn da jemand auf der rechten Spur überholt, dem man das zunächst nicht zugetraut hatte. Klar, glaubhaft muss das sein.

    Aber etwas Überraschung gehört m.E. zu einem Charakter dazu. Auch im Negativen. Soll ja sein wie im richtigen LEben... :-)

  • Inhalt (Quelle: Klappentext)

    Karl der Große greift nach dem Herzogtum Bayern.

    Der Krieger Arnulf hat es als Truppenführer des Frankenkönigs Karl zu Ruhm gebracht. Einst unfreiwillig in das Heer Karls geraten, wird Arnulfs Schwert nun überall gefürchtet.

    Folglich wählt der König Arnulf für einen verwegenen Plan aus, um seinen letzten Rivalen, den Bayernherzog Tassilo, in die Knie zu zwingen. Tassilo hat, angetrieben von seiner rachsüchtigen Frau Leutberga, einen Trumpf in seine Hand gebracht: einen totgeglaubten Neffen Karls, der seinen Thron stürzen könnte. Arnulf stößt mit wenigen Gefährten in das Herz Bayerns vor und riskiert alles, um den Karolinger-Prinzen zu fassen. Unterdessen aber ist Arnulfs Frau den tödlichen Intrigen bei Hofe schutzlos ausgeliefert. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, an dessen Ende eine Katastrophe droht.

    Angelehnt an die tatsächlichen Ereignisse des Jahres 787/788 lässt der HIstoriker Robert Focken ein schicksalträchtiges Drama der bayerisch-deutschen Geschichte lebendig werden, dessen Folgen bis heute nachwirken.


    Mir gefällt:

    Das Cover ist für mich ansprechend gestaltet. Dem Romantext vorangestellt ist ein hilfreiches Personenregister, in dem der Leser während der Lektüre Namen nachschlagen kann. Der Roman ist flüssig lesbar und sprachlich sehr gelungen formuliert. Am spannendsten ist für mich die Entwicklung von Arnulfs Einstellung zu seinem König Karl, die im Laufe des Romans immer schneller voranschreitet, sodass ich den Roman bei der Lektüre der letzten Kapitel nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ebenfalls fesselnd ist das Verhalten von Arnulfs Sohn Arthur, der seinem Vater nacheifert. Obwohl die Herrscher männlich sind, ist der Einfluss der Frauen auf die Handlung nicht zu unterschätzen.


    Mir gefällt nicht:

    Der Anfang des Romans, der Geschehnisse vor der Umsetzung des oben erwähnten Plans schildert, ist für meinen Geschmack etwas lang geraten.


    Fazit:

    Dieser historische Roman ist absolut gelungen!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Ein Stück vorher hattest du erwähnt, dass Fastrada dich anfangs etwas "getäuscht" hat bzw. das Verhältnis von Karl und seiner Gattin doch hoffnungsloser war, als zunächst angenommen. Ganz ehrlich: Ich hab' häufiger solche Erlebnisse beim Lesen. Und meistens finde ich es gut, wenn da jemand auf der rechten Spur überholt, dem man das zunächst nicht zugetraut hatte. Klar, glaubhaft muss das sein.

    Aber etwas Überraschung gehört m.E. zu einem Charakter dazu. Auch im Negativen. Soll ja sein wie im richtigen LEben... :-)

    Ja natürlich. Und mein diesbezüglicher Kommentar in der Leserunde sollte auch nur deutlich machen, dass sich meine anfängliche Begeisterung über die Beziegung dann doch gelegt hatte. Und interessant sind deine Charaktere auf jeden Fall. :thumleft:

    Gelesen in 2021: 19 - Gehört in 2021: 10 - SUB: 513


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Zum Buch


    Dies ist der 3. Band dieser Reihe. Man kann das Buch durchaus auch einzeln lesen. Ich kenne die Vorgeschichten nicht und hatte deswegen keine Verständnisprobleme.

    Aber natürlich fehlt einem die Entwicklung, die die Protagonisten in den Teilen davor, durchmachen.


    Es gibt ein Personenregister, sowie eine Erläuterung einiger althochdeutscher Begriffe, die im Text vorkommen.

    Hilfreich ist auch die geographische Erläuterung, die im Buch bei entsprechenden Stellen erfolgt. So weiß man, um welche Gebiete es geht und wo die heute zu finden sind.


    Ein recht persönliches Nachwort des Autors, zur Entstehung des Buches und einigen Erläuterungen zum realen, damaligen Geschehen kann, besonders von Unkundigen dieser Zeit, zu Anfang gelesen werden.


    Inhalt


    Arnulf ist der erfundene Held der Geschichte. Er ist einer der besten Krieger von König Karl dem Großen. Zusammen mit seiner Frau Erika, die Gesellschafterin der Königin Fastrada ist und seinen Kindern, lebt er am Hofe des Königs. Außer er ist gerade im Auftrage Karls unterwegs um gefährliche Aufträge auszuführen oder Schlachten zu schlagen.

    Hauptgegner König Karls ist Herzog Tassilo von Bayern. Hier soll Arnulf sozusagen die Kohlen aus dem Feuer holen.


    In der Zeit wo er unterwegs ist, muss seine Frau Erika ihre eigenen Kämpfe austragen. Die Intrigen der Königin und die Avancen des Königs machen ihr das Leben schwer.


    Meinung


    Es ist ein actionreiches, spannendes Buch, das durch die geschichtlichen Hintergründe aufgewertet wird. Viele Kampfszenen, mit dem Helden Arnulf, lassen eher an das Genre Abenteuer denken. Dennoch erfährt man so einiges über das damalige Leben bei Hofe.

    Der Schreibstil ist leicht zu lesen und fesselnd. Die Kapitel haben die richtige Länge, so dass man auch schön in die Szenen eintauchen kann.


    Die Geschichte um Bayern, als solche, ist abgeschlossen. Man möchte am liebsten direkt weiter lesen, um zu sehen, welche Abenteuer Arnulf mit seinem Anhang noch zu bestehen hat.


    In der schönen gemeinsamen Leserunde mit Robert Focken, sind doch hin und wieder Fragen aufgetaucht, die kenntnisreich beantwortet wurden.

    Ohne diese Möglichkeit, wären sie offen geblieben, oder man hätte googeln müssen um diese zu klären.


    Zusammengefasst ist es ein gutes Buch, das ich gerne gelesen habe und für mich wohl nicht das letzte dieser Reihe sein wird.


    Es ist ein ewiger Zwiespalt: arbeitet man am Abbau des SuB oder am Abbau der WL?




  • Mein Ehrgeiz ist darauf ausgerichtet, nächstes Mal fünf Sterne zu erreichen.

    Das ist ein ehrgeiziges Ziel, aber natürlich will man immer alles perfekt machen.

    Für mich sind auch vier Sterne wirklich gut, denn ein 5-Sterne-Buch muss schon hervorragend sein. Ein Beispiel ist für mich Otfried Preußlers Krabat. Wie der Autor die verschiedenen Sagen neu verknüpft hat, wie er die Handlung mit Exkursen ausschmückt, Vorausdeutungen formuliert etc., das ist schon exzellent. Zudem kann ich das Buch gewinnbringend mit Schülern der 6./7. Klasse lesen, aber auch als Erwachsene genießen.

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