Heidi Ehrensperger & Peter Stierli - Keine Panik vor Dynamik!

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  • Klappentext


    Ob man Kinder oder Jugendliche unterrichtet oder ob man mit Kollegen im Team zurechtkommen muss, in jedem Fall geht es um den Aufbau einer tragfähigen (Arbeits)beziehung. Was man als Gruppendynamik bezeichnet, verhält sich dabei wie das Wetter: Es ist immer da, zeigt sich aber in unterschiedlichen Formen. Wer erkennt, wie vielschichtig eine Situation betrachtet werden kann, ist eindeutig im Vorteil.


    Heidi Ehrensperger und Peter Stierli beschreiben an eindrücklichen Fallbeispielen aus dem Schulalltag, wie sich gruppendynamische Vorgänge erkennen und einordnen lassen und wie man ihnen begegnen kann. Konflikte in der Klasse, dicke Luft im Teamzimmer, ein neuer Schüler, heikle Elternabende, auffällige Kinder oder unerwartetes Verhalten von Kollegen: zu allen dargestellten Ereignissen werden wirksame Interventionen aufgezeigt und begründet.


    Lehrpersonen und Schulleiter finden auf diese Weisr jede Menge Anregungen, die ihr Handlungdrepertoire erweitern.


    Eigene Beurteilung / Eigenzitat aus amazon.de


    Schüler und Schüler, Lehrer und Schüler, Lehrer und Lehrer, Lehrer und Schulleitung, Lehrer und Eltern, Schulleitungsteams, Klassenteams etc. Pp.... Die Schulen sind voller Gruppen, die aus Individuen bestehen, die jeweils durchschnittlichen dreien dieser Konstellationen tätig sind. Das macht das Lehrerleben ziemlich komplex und häufig werden zwischen Tür und Angel Entscheidungen erwartet, die immer wieder tief in diese Strukturen eingreifen können.


    Dieses Buch plädiert dafür Freiräume zu machen um die Gruppen und die Stellungen der jeweiligen Gruppenmitglieder genau zu analysieren und so gruppendynamisch bedingte Störungen des Zusammenlebens zu antizipieren und im Vorfeld zu klären. Dazu gibt es dann auf den letzten 34 Seiten noch Anleitungen und Test-, Auswertungs- und Auszeitformulare. Wenn man bedenkt, dass der Thementext erst auf Seite 12 mit 12 Seiten Grundlagen beginnt, dann bleibt für Falldarstellungen und die Lösungsvorschläge nicht mehr sonderlich viel Platz.


    Für Lehrerinnen und Lehrer außerhalb der Schweiz, die oberhalb der sechsten Klasse unterrichten sind die gegebenen Fälle nur eingeschränkt relevant, weil man etwa in Deutschland Eltern für ein Nichterscheinen zu einem Elternabend kein Ordnungsgeld abverlangen kann. Und viele der beschriebenen Lösungswege mit laufenden Teamsitzungen von mindestens 90 Minuten sind aus Gründen des Zeit- und Personalmangels nicht wirklich zu leisten. Wenn Schweizer Schulen da besser ausgestattet sind, dann ist das gut für sie, aber außerhalb der Schweiz nicht wirklich relevant.


    Außerdem habe ich Probleme mit der Tendenz Eltern aus der Verantwortung ihrer Kinder zu entlassen, wie es hier zum Teil im falschen Umgang mit sozialen Netzwerken angedacht scheint. Wenn ich mich von vornherein nicht darauf verlasse, dass Eltern gemeinschaftlich beschlossene Regeln für die Kinder nicht einfordern, dann investiere ich dafür keine Zeit.


    Ein paar interessante Betrachtungen sind dabei, auch wenn die Grundlage von Reframing und Perspektivenwechsel nicht sonderlich neu oder originell ist. Muss man nicht haben.

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