Tom Lloyd - Sturmkämpfer / Stormcaller

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  • Einst aus einer Laune der Götter heraus erschaffen, von den Streitigkeiten ihrer Bewohner seit langem im Innersten erschüttert und nur mehr durch Magie zu retten- dies ist die Heimat von Isak, dem Weißauge.
    Als ungeliebtes Kind in einem Wagenzug des Fahrenden Volkes geboren, von der Mutter verlassen und vom Vater verachtet, wächst der Junge Isak heran. Sein größter Traum ist es, Soldat zu werden. Doch auf die Mission, die ihn erwartet, ist er nicht vorbereitet: Die Götter erwählen ihn zum Erben des legendären Lord Bahl, des Gebieters von Farlan. Denn ebenso wie Bahl gehört auch Isak zum mächtigen Geschlecht der Weißaugen, die dazu bestimmt sind, über die Menschen zu herrschen.
    Vorerst aber muss der ungestüme Isak lernen, Herr seiner eigenen Launen zu werden. Bahl ist ein strenger Lehrmeister, doch wird er Isak für das wappnen können, was ihn erwartet? Unermesslich ist der Zorn der Menschen und der Neid der Götter. Wird es Isak am Ende dennoch gelingen, seinem Reich Frieden zu bringen?

    (innerer Klappentext)




    Die hier erschaffene Welt ist eher eine düstere, voll von Krieg und gefährlicher Magie. Andererseits: was soll man auch erwarten, wenn die Weißaugen als mächtige Krieger und Herrscher zugleich erschaffen wurden, ausgestattet mit Magie?


    Mir gefallen eher düstere Welten sehr. Hier ist die Magie selbst für erfahrene Magiebenutzer häufig undurchschaubar und eigentlich immer gefährlich. Hier existieren Götter nicht nur auf Papier und in Köpfen, sondern agieren tatsächlich. Hier treiben sich allerlei magische Wesen und unterschiedlich begabte Menschen herum. Hier gibt es uralte und mächtige Artefakte, Waffen, Rüstungen. Kurzum, eine komplexe Welt.


    Dementsprechend viele Nebencharaktere gibt es. Aber während es für die Welt eine Karte gibt, fehlt mir hier eine Personenübersicht, denn durch die Fantasienamen verliert man doch recht schnell den Überblick, vor allem, weil einige an verschiedenen Stellen verschiedenen benannt werden (Titel, kurzer Name, langer Name etc.) Die wichtigsten Figuren wie Carel, Vesna und Tila, die Isak begleiten, werden tatsächlich lebendig, obwohl ich mir da noch ein wenig mehr gewünscht hätte. Lord Bahl bleibt tatsächlich eher distanziert und blass, was ich schade fand.


    Dazu kommt, dass man immer wieder zu weit entfernten Charakteren springt und einen kurzen Einblick erhält, was zwar durchaus spannend sein kann, mich persönlich aber doch ein wenig gestört hat, weil es mich irgendwie rausreißt und sich der Sinn bzw. Zusammenhang meist erst deutlich später ergibt (wenn überhaupt, einiges habe ich am Ende des Buches immer noch nicht begriffen). Ich bin da persönlich kein großer Fan von, aber es wirft gute/wichtige/interessante Fragen auf.


    Isak… Isak ist ein Junge, ein junger Mann, aufgewachsen in einem Wagenzug. Dementsprechend fehlt ihm vieles an Wissen, was dem Autor die Gelegenheit gibt, es ihm und uns zu erklären. Und das ist eigentlich mein größter Kritikpunkt: Isaks Entwicklung vom unwissenden, schüchternen, aufbrausenden Balg zum selbstbewussten, politisch und militärisch taktierenden, meist beherrschtem Erben geht mir zu schnell. Sicher, er hat fähige Berater und Freunde an seiner Seite, er hat mächtige Artefakte geschenkt bekommen, aber dennoch… schmeckt das ein wenig fad, auch wenn immer wieder erwähnt wird, dass er dieses und jenes nicht weiß oder er bestimmte Traditionen und Regeln nicht kennt. Was mir hingegen gut gefällt, ist sein Humor, der grade in der zweiten Hälfte stärker hervortritt. Ist vermutlich nicht jedermanns Geschmack, aber ich mag es. Man merkt ihm durchaus an, dass er noch jung ist und sich in einer Welt voller gestandener Männer bewegt.



    Fazit: Der Auftakt einer Reihe, der mir trotz kleinerer Schwächen wirklich gut gefällt und definitiv Lust auf mehr macht.

    4 von 5 Sternen!

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