Petra Reategui - Der Grenadier und der stille Tod

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  • Ein besonderer historischer Krimi


    Ignatz ist dafür zuständig, die Straßen von Karlsruhe sauber zu halten. Er ist der Straßenfeger der Stadt. Ihm macht seine Arbeit sogar Spaß, findet er doch Anerkennung für das, was er tut. Denn Ignatz kann weder hören noch sprechen. Doch dann geschieht ein Mord in der Stadt und der Straßenfeger wird am Tatort gesehen. Sofort ist für Major von Sandberg klar, es kann nur Ignatz gewesen sein. Aber der junge Mann entwischt wieder und versucht nun auf eigene Faust seine Unschuld zu beweisen. Wird es ihm gelingen? Hat er überhaupt eine Chance?


    Die Handlung spielt im Jahre 1772 in Karlsruhe. Da der getötete Soldat Angehöriger des Leibgrenadierregiments war, ist Major von Sandberg für die Aufklärung zuständig. Gleichzeitig bekommt man dadurch einen schönen Einblick darüber, wie die Soldaten das Leben der Menschen beeinflusst hat.


    Zunächst beginnt die Geschichte mit dem Leben in Karlsruhe. Die Protagonisten werden vorgestellt und ihr Schicksal erläutert. Ignatz seine ganz spezielle Welt wird ausführlich geschildert. Sein Schicksal hat mich beim Lesen schon bewegt. Es war interessant zu lesen, wie er sich in seiner Umwelt zurechtfand. Die Darstellung von Petra Reategui fand ich gelungen. Am Anfang weiß man eigentlich gar nicht, wohin die Geschichte genau führen soll, aber dann geschieht dieser Mord und die Aufklärung nimmt seinen Lauf.


    Der Erzählstil ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, da die Autorin immer wieder alte Ausdrucksweisen einfließen lässt. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal in einem Roman die Ausdrucksweise „blümerant“ gelesen habe, und das ist nur ein Beispiel, aber ich fand es auch überraschend gut. Irgendwie passt die Ausdrucksweise zu dem Geschehen im Buch. Die Autorin hat es durchaus verstanden, die Spannung aufzubauen. Wie von selbst verbinden sich die Krimielemente mit dem Handlungsverlauf.

    Die Charaktere hat die Autorin gut dargestellt. Sie sind nicht nur unterteilt in Gut und Böse, sondern haben schon ihre Ecken und Kanten und sind vom Leben gezeichnet. Mir hat gut gefallen, wie die Geschichte erzählt wurde.


    Obwohl dieser historische Krimi nur 270 Seiten lang ist, gibt es trotzdem Platz für einen Stadtplan von Karlsruhe, ein kleines Personenregister sowie ein Glossar und ein ausführliches Nachwort. Mir gefällt solches Zusatzmaterial immer sehr gut. Schön, dass auch in so einem schmalen Buch daran gedacht wurde.


    Fazit:

    „Der Grenadier und der stille Tod“ hat mich gut unterhalten. Gefallen hat mir vor allem, dass nicht zu schnell offensichtlich war, warum überhaupt gemordet wurde. Der Krimi selbst schlägt leise Töne an und erzählt eben auch von dem Schicksal der Menschen. Gerade Ignatz hat es mir angetan. Am Ende bleibt keine Frage offen. Dieser Roman geht schon ein wenig unter die Haut. Es ist nicht nur dieser Mord, der einem beim Lesen beschäftigt, sondern das Schicksal von Ignatz im Besonderen.


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