Luisa von Kamecke - Die Frauen von Gut Falkensee

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  • Inhalt: Zitat amazon.de:

    "Westpreußen 1904: Um den verschuldeten Familiensitz zu retten, verlobt sich die junge Charlotte von Bargelow mit dem wohlhabenden Witwer Baldur von Krammbach. Kurz vor der Hochzeit lernt sie unter dramatischen Umständen den jungen Polen Karol kennen und verliebt sich gegen alle Vernunft in ihn. Siegen ihr leidenschaftliches Herz und die Sehnsucht nach Selbstbestimmung über Pflichtbewusstsein und die Liebe zur Heimat? Charlotte trifft eine Entscheidung, die ihr Leben für immer verändern soll ..."




    Das Cover weist gelungen auf die Zeit von damals hin. Da sind zum einen die passenden Farben und zum anderen die Abbildungen, die alles wunderbar aufzeigen.

    Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen.

    Die Themen sind sehr umfänglich und vielfältig.

    Die Kapitel, die mittels unterschiedlicher "Erzähler" und auch oftmaliger Zeitensprünge aufgeführt sind, ergänzen gelungen die Geschichte und lassen den Leser ins Geschehen eintauchen.

    Einziges Manko ist hier, dass die Themen oftmals zu wenig in die Tiefe gehen. Habe mir das so erklärt, dass es vielleicht durch die Vielfältigkeit der Vorkommnisse nicht möglich war, alles eingehender zu erläutern. Dennoch habe ich das Buch äußerst gerne gelesen. Das liegt zum Teil auch daran, dass man die Leidenschaft, die die Autorin zu diesem Buch hat, auch im Stil erkennen kann. Gibt es doch auch Einblicke in die Familiengeschichte von Luisa von Kamecke.

    Das erkläre auch die authentische Darstellung der Charaktere.


    Mein Fazit: interessante Einblicke in die Welt von damals, nur oftmals etwas zu wenig in die Tiefe

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Luisa von Kamecke - Die Frauen von Gut Falkensee - Westpreußen-Saga (Band 1)“ zu „Luisa von Kamecke - Die Frauen von Gut Falkensee“ geändert.
  • In ihrer Familiensaga „Die Frauen von Gut Falkensee“ greift Luisa von Kamecke auf die Geschichte ihrer eigenen westpreußischen Familie zurück. Sie füllt das Geschehen mit Hintergrundwissen der örtlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, so dass Gut Falkensee und seine Bewohner schnell vor dem geistigen Auge entstehen. Hier ist es von besonderem Reiz, dass sie Angehörige der unterschiedlichen Klassen gegenüberstellt und zugleich bewusst macht, dass auch die privilegierte Klasse wie der westpreußische Landadel trotz pflichtbewusster Sparsamkeit durchaus in finanzielle Schwierigkeiten geraten kann und daraus folgend Zwängen unterworfen ist.


    Wie kann also etwas, das eine Lebensgrundlage bildet, von der nicht nur eine Familie, sondern auch die Dienstboten abhängig sind, gerettet werden?


    Im Falle von Gut Falkensee und der von Bargelows verhindert im Jahre 1905 nur eine Heirat der ältesten Tochter mit einem wohlhabenden Mann den Ruin. Es ist vor allem das Bewusstsein, das Erbe der Familie zu erhalten und der Verantwortung genüge zu tun, die Charlotte zustimmen lassen, diesen Schritt zu gehen, obwohl es die impulsive und wissbegierige junge Frau vielmehr danach drängt, ihre Studien, von denen die Eltern nichts ahnen, in Paris fortzusetzen, um noch mehr über Landwirtschaft, Chemie und andere Wissenschaften zu lernen. Charlottes Traum ist es nämlich, das Landgut selbst führen zu können, auch wenn dieser Wunsch wegen ihres Geschlechts nahezu unerfüllbar bleiben wird.

    Und so entscheidet sich die kluge Charlotte, die trotzdem den Ernst der Lage erkennt. Sie tut letztlich das, was nötig ist, um Falkensee zu retten: Sie heiratet Baldur von Krammbach. Womit sie bei allem jedoch nicht gerechnet hat, sind ihre Empfindungen für den Polen Karol...


    Luisa von Kamecke gelingt es, die Ereignisse in einem lebhaften Rahmen zu setzen, in dem ihre Protagonisten mehr oder weniger erfolgreich handeln und einige Entscheidungen treffen. Sie bezieht die politische Situation ein und berücksichtigt hierbei das Verhältnis von Polen und Deutschen. Daneben stellt sie unterschiedliche Lebensmodelle und -wege dar.


    Trotz einiger freudiger Ereignisse und vieler berührender Momente überwiegt ein schicksalsträchtiges Geschehen, und es herrscht insgesamt eine traurige Grundstimmung, das von verlorenen Möglichkeiten geprägt ist. Und obwohl die Autorin nicht alles bis in die Tiefe auslotet, entwickeln sich durchaus nachvollziehbare Gefühle, wenngleich sie nicht immer Wohlwollen hervorrufen. Luisa von Kamecke positioniert ihre zahlreichen Figuren gut in der Geschichte und verleiht ihnen gemischte Charakterzüge. Sie stellt sie nicht auf einen Sockel, sondern zeigt auch ihre Schwächen auf, die zu fehlbaren Menschen machen, die scheitern können.


    Die Frage ist, ob aus diesen Niederlagen etwas Neues erwachsen kann...


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