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Camilla Bruce - Pepper-Man / You let me in

  • Buchdetails

    Titel: Pepper-Man


    Verlag: Knaur TB

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 256

    ISBN: 9783426524329

    Termin: Neuerscheinung September 2020

  • Bewertung

    3.8 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

    75% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Pepper-Man"

    Cassandra Tipp – erfolgreiche Autorin, exzentrische Tante und Angeklagte in zwei Mordfällen – ist tot. Ihre Hinterlassenschaften: sehr viel Geld und ein Brief, der die Wahrheit über ihr Leben enthüllen soll. Denn wie die Polizei bereits festgestellt hat, war die zierliche Frau gar nicht in der Lage, die blutigen Morde an ihrem betrügerischen Ehemann und ihrem Vater zu begehen, der nicht der war, für den ihn alle hielten. Die Geschichte, die Cassandra erzählt, beginnt in ihrer Kindheit, mit unheimlichen Geschenken aus Zweigen und Knochen und einem Wesen aus dem Wald, das niemand sonst sehen kann: Pepper-Man …
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  • Ich habe dieses Buch bewusst nicht im Fantasy-Sektor eingeordnet, weil es dort meiner Meinung nach nicht hingehört. Es ist eher eine psychische Flucht aus der Realität und damit teilweise fiktional


    Klappentext


    Wesen aus dem Wald – oder Wahnvorstellung einer Mörderin?

    Geheimnisvoll, düster und faszinierend unheimlich: Grusel-Fantasy aus Norwegen für alle Fans von Tim Burton und Guillermo Del Toro

    Dies ist die Geschichte der verstorbenen Cassandra Tipp. Cassandra war erfolgreiche Autorin, exzentrische Tante – und angeklagte Mörderin. Sie hinterließ ihren Nachfahren ein Buch, das ihre Geschichte erzählt. Eine Geschichte von Pepper-Man, dem Wesen aus dem Wald, das Cassandra beschützte; eine Geschichte von blutigen Nächten und magischen Geschenken; eine Geschichte von Ehemännern aus Zweigen und Steinen.

    Und die Geschichte von Kindern, die im Wald verloren gingen.

    Oder vielleicht doch eine Geschichte über ein kleines Mädchen, das im Schatten eines dunklen Waldes und furchtbarer Erinnerungen aufwuchs?



    Meine Meinung


    Die Gesellschaft drängt einen immer in die Richtung, die sie als normal und anständig und sicher betrachtet. Es war einfacher nachzugeben, fand ich, so zu tun, als wäre ich wie alle anderen.

    Zitat Seite 138


    Der Klappenext hat mich hier sehr neugierig gemacht: düstere Wesen, Grusel-Fantasy und die Wälder Norwegens ... dazu dieses unheimliche Cover, in das ich ein unheimliches Märchen interpretiert habe - allerdings hat mich dann hier eine völlig andere Geschichte erwartet.


    Den Einstieg fand ich interessant, denn es ist ein Zeitungsausschnitt über das Verschwinden von Cassandra Tipp, sowie ihre Anweisungen zu ihrem Testament, in dem sie ihre Erben: ihre Nichte und ihren Neffen, auffordert, ein Manuskript zu lesen, bevor sie an ihren Nachlass kommen.

    Dieses Manuskript ist ein Rückblick, die Erinnerung an ihre Kindheit, die geprägt ist von Einsamkeit, Abweisung und der Flucht aus der Realität.


    Was genau dahintersteckt, darauf möchte ich nicht zu sehr eingehen, da es spoilert. Man könnte es als magische, düstere Geschichte mit Fantasy Elementen sehen - aber dahinter gibt es noch eine andere Wahrheit, eine andere Sicht der Dinge - und genau vor diese Frage werden die Erben und auch die Leser gestellt: welche Version ist wahr?

    Wer hier ein gespenstisches Märchen im momentan typischem Stil erwartet ist fehl am Platz, denn die Geister, die Cassandra seit ihrer Kindheit heimsuchen, sind beängstigend ernst.

    Das fällt auch recht schnell auf, denn kleine Details deuten bald darauf hin, was dem jungen Mädchen widerfährt. Man spürt einen schalen Beigeschmack durch diese wenigen, aber fast schon obszönen Beschreibungen kleiner Szenen und ich hatte oft ein sehr ungutes Gefühl beim Lesen. Auch sonst ist der Schreibstil durchsetzt von Metaphern, die sehr deutlich darauf hinweisen, welch tristes und beängstigendes Leben Cassandra durchleiden muss.

    Es zeigt aber auch, welche Rafinessen der menschliche Geist imstande ist zu entwickeln, um dieser Hoffnungslosigkeit zu entfliehen.


    Ich bin wirklich komplett ahnungslos in dieses menschliche Drama eingetaucht, weil ich etwas völlig anderes erwartet hatte. Der Klappentext alleine ist viel kürzer als die Info, die ich oben eingefügt habe und die mittlerweile auch so auf den Internetseiten zu finden ist. Wenn ich gewusst hätte worum es ging - ich bin nicht sicher, ob ich es dann gelesen hätte.

    Es geht um Missbrauch, Zurückweisung, Verdrängung, Vereinsamung und schließlich eine Welt, in der sich das kleine Mädchen seine Realität so zurechtbiegt, damit es eine Chance hat, zu überleben. Denn sie überlebt viele Jahre und wir begleiten sie in dem Manuskript bis zu ihrem mysteriösen Verschwinden. Ein ganzes Leben steckt in diesen 250 Seiten, recht kurz, aber gefühlt unendlich lange für einen Leidensweg, den jahrzehntelang niemand sehen wollte.


    Es zeigt auch sehr deutlich, dass "Wahrheit" aus verschiedenen Sichten unterschiedlich sein können. Ein unerschütterlicher Glaube lässt keine Lüge entstehen und wie sehr uns unser Geist auch täuschen mag, deshalb scheint es für uns nicht weniger real zu sein.


    Die Autorin hat hier ein sehr ernstes Thema auf eindringliche, ungewöhnliche, und dadurch auch tiefgehende Weise vermittelt, wodurch es sicher noch länger bei mir nachklingen wird. Als Leser wird man ja vor die Frage gestellt, ob man nun Cassandras "Märchen" glaubt oder eher die "Wahrheit" ihres Therapeuten - eine leider sehr klare Antwort für mich, die mir wieder zeigt, welcher Überlebenswille in Kindern steckt, was sie alles aushalten und vor allem, wie sie danach irgendwie (weiter)leben müssen.

    Der englische Originaltitel "You let me in" macht mir nach dem Lesen direkt eine Gänsehaut.


    Wahrheit ist etwas Unbeständiges, nicht wahr? Sie ist subjektiv, verändert sich ständig, als wäre sie ein lebendiges Wesen.

    Zitat Seite 135


    Keine leichte Lektüre und schwer zu "bewerten". Zuerst wusste ich wirklich nicht wie ich hier Sterne vergeben soll, vor allem, da ich anfangs so überrascht war von der Thematik, die ich so nicht erwartet hatte. Jetzt, nachdem ich die Geschichte etwas sacken lassen habe, muss ich für die geniale Art die volle Punktzahl vergeben.


    Mein Fazit: 5 Sterne


    Weltenwanderer

  • Keine leichte Lektüre und schwer zu "bewerten". Zuerst wusste ich wirklich nicht wie ich hier Sterne vergeben soll, vor allem, da ich anfangs so überrascht war von der Thematik, die ich so nicht erwartet hatte. Jetzt, nachdem ich die Geschichte etwas sacken lassen habe, muss ich für die geniale Art die volle Punktzahl vergeben.

    Da gebe ich dir vollkommen recht. Jedoch schlägt bei mir die Bewertung in eine andere Richtung. Anfangs war ich noch gefangen von der Geschichte und war gespannt, wie sich das ganze entwirrt, und was am Ende raus kommt. Dann war ich jedoch schnell gelangweilt und wollte nur noch wissen wie es ausgeht. Ich habe, wie du, auch etwas ganz anderes erwartet, eine düstere Gruselgeschichte oder auch etwas fantastisches. Herausgekommen ist etwas ganz anderes und damit kann ich persönlich nichts anfangen, auch wenn das Thema natürlich sehr ernst zu nehmen und "bedrohlich/traurig" ist.


    Ich kann verstehen, wenn man hier viele Sterne vergibt, für mich war es dennoch leider nichts. Daher nur :bewertung1von5::bewertung1von5: von 5 Sternen von mir.

    <--- The Power of books!


    :study: Katrin Böning - Wie Hannibal. Nur ohne Elefanten

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