Selfpublishing oder Verlag ?

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  • Hallo liebes Forum, Nein, mein Buch ist noch fertig aber ich möchte mich vorab informieren. Hier meine Frage: Lohnt es sich nach einem guten Verlag zu suchen oder als Selfpublisher anzufangen ? Im Internet habe ich Plattformen gefunden die sehr verlockend klingen. ( DeBehr und amazon kindle ). Bei DeBehr kenne ich den Aufwand und die Kosten. (700-1300 € für Lektorat, Werbung,

    Covergestaltung usw ). Würde mich über Antworten freuen.:D

  • Das musst du letztendlich für dich selbst entscheiden, aber einen guten Verlag zu finden ist an sich schon schwierig. Die Tantiemen, die du von einem echten Verlag bekommst, liegen üblicherweise bei 5-7% vom VK bei Taschenbüchern und etwas mehr bei e-Books. Dafür übernimmt der Verlag dann aber auch Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung und Werbung, ohne dass du dich an den Kosten beteiligen musst. Jeder Dienstleister, der sich zwar Verlag nennt, dafür aber Geld vom Autor verlangt, ist dagegen kein Verlag, dem an deinem Verdienst gelegen ist, sondern ausschließlich am eigenen. Das heißt aber nicht, dass man nicht auf Dienstleister zurückgreifen könnte, die sich auch als solche betiteln, denn diese spielen mit offenen Karten. Nur sollte man eben nicht an selbsternannte Verlage treten, die keine sind und nur Augenwischerei betreiben.

    De Behr ist im Übrigen solch ein Dienstleister, nennt sich auch Zuschussverlag. Von solchen sollte man die Finger lassen. Die Cover sind selbst gebastelt, das Lektorat kann man offensichtlich an der Pfeife rauchen, die Klappentexte sind grottig und selbst die Webseite macht einen unprofessionellen Eindruck. Einen Eindruck davon (und von jedem anderen »Verlag«) kannst du dir ganz schnell selbst schaffen, indem du ein paar der genannten Buchtitel bei Amazon suchst und dir dann Cover, Klappentext und die Bewertungen anschaust, sofern sie überhaupt welche haben. Eine Leseprobe gibt es bei diesen Büchern auch nicht. Ab und an findet man tatsächlich auch mal eine! fünf-Sterne-Bewertung, aber das ist eher die Seltenheit und da ist auch noch nicht mal gesagt, dass sie echt ist. Mein Rat: Finger weg! Die nehmen jeden, egal wie schlecht er ist, und auch jeden aus, der das mit sich machen lässt.


    Wenn du an einen richtigen Verlag kommen willst, solltest du dir einen Literaturagenten suchen. Die meisten guten Verlage lehnen Autoren ohne Literaturagenten ab und diese Agenten wissen, was die Verlage haben wollen. Aber auch da kann es dir natürlich passieren, dass sie dein Manuskript ablehnen, wenn es nicht gut genug ist und/oder sie kein Potenzial darin sehen.


    Als Selfpublisher hat man zwar mehr Arbeit, weil man sich selbst Lektoren, Korrektoren und Covergestalter suchen muss und sich zudem selbst um die Werbung kümmern muss, aber dafür ist man verlagsunabhängig. Gerade bei Büchern, die in gemischten Genres zu finden sind, ist es schwerer, einen passenden Verlag zu finden. Da ist das Selfpublishing eine sehr gute Option. Auch hier ist aber bitte unbedingt darauf zu achten, dem Kunden ein ordentliches Werk für sein Geld abzuliefern. Allein Herzblut in sein Buch zu geben, reicht nicht, denn das tun andere Autoren auch. Aber die tun noch mehr, indem sie ihrem Buchbaby helfen (lassen), erwachsen zu werden. Wenn sich dein Buch in der Vielzahl der Veröffentlichungen herausheben soll, musst du es zu etwas Besonderem machen.

    Es sollte auf keinen Fall auf Korrektorat und Lektorat verzichtet werden, bloß weil man glaubt, alles selbst tun zu können. Andere sehen immer mehr als man selbst, finden Fehler und Ungereimtheiten, die einem als Autor nicht auffallen. Jeder Bestseller hat zuvor ein Lektorat gehabt, obwohl er von einem guten Autor geschrieben wurde. Warum ist das wohl so?

    Auch sind Freunde und Verwandte keine guten (neutralen) Leser. Das, was Mutti gefällt, kann bei fremden Lesern absolut durchfallen. Hier ist es also sinnvoll, fremde Leute das Buch vorab lesen zu lassen, bevor man es auf die breite Masse loslässt.


    Ich denke mal, das sind jetzt eine ganze Menge Hinweise, die dir (und anderen) hoffentlich helfen werden, deinen Weg zu finden.


    Hier noch eine Liste der Zuschussverlage, die ihr Geld am Autor verdienen und nicht an den Buchverkäufen. Von diesen bitte die Finger lassen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weiß man aber erst einmal, worauf man achten muss, findet man die schwarzen Schafe der Branche schnell selbst heraus :wink:

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt." (Simon Stiegler)

    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

  • Hallo Junior!


    Ich werde demnächst einen Roman im Selbstverlag veröffentlichen. Was besser ist hängt immer von mehreren Faktoren ab, aber ich habe auch Verlage und Agenten kontaktiert, welche mir abgesagt haben. Eine Autorin hatte mir schon zuvor gesagt, dass es schwierig wird da mein Roman ein Thema bedient, welches für Verlage eine zu kleine Zielgruppe behandelt.

    Daher mache ich jetzt alles selber. Lektorat, Druckerei, Cover etc., ich habe alles organisiert und muss natürlich auch die Werbung organisieren.

    Das größte Riskio dabei ist natürlich der finanzielle Faktor. Die Produktion ist nicht gerade billig und man weiß nicht ob man das Geld verdient welches man ausgegeben hat. Ich habe durch meine Kontakte und meinem Thema einen guten Weg gefunden und werde bei den Kosten ein wenig unterstützt. Bei uns in Österreich gibt es in der aktuellen Zeit ein weiteres kleines "Geschenk". Bei der Produktion von Büchern zahlt man bis 31.12.2020 nur 5% Steuer und nicht wie normal 10%.


    Von "Verlagen" bei denen man selber etwas zahlen muss, würde ich, wie Divina schon schreibt, die Finger lassen.


    Man muss eben abschätzen, möchte ich selber dabei etwas tun müssen? Wie viel Geld möchte/kann ich ausgeben? Kann ich das Buch selber bewerben?

    "We can't help everyone, but everyone can help someone."


    "You cannot break this love with hate." :musik:

  • Danke für die Tipps ! Eine Frage hätte ich da noch: Ich habe einen 'Verlag' entdeckt ( tredition ) der Selfpublishing und Verlag kombiniert. Ich habe keine offensichtlichen Kosten entdecken können aber falls hier jemand den Verlag kennt, könnte der/die jenige mich vielleicht darauf hinweisen. LG JUNIOR

  • Ich habe einen 'Verlag' entdeckt ( tredition ) der Selfpublishing und Verlag kombiniert. Ich habe keine offensichtlichen Kosten entdecken können aber falls hier jemand den Verlag kennt, könnte der/die jenige mich vielleicht darauf hinweisen.

    Tredition ist in dem Sinne auch nur ein Dienstleister wie BoD, nur teurer. Eine Vergleichsseite findest du hier.

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt." (Simon Stiegler)

    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

  • Ich habe mittlerweile zwei Bücher bei epubli veröffentlicht. Bin damit, was die Printausgabe betrifft sehr zufrieden. Einfaches Handling und alles dabei, was man so braucht (Vertrieb über den Buchhandel ....). Beim Ebook komme ich nicht klar, da bin ich zu bookrix ausgewichen, auch sehr zufriedenstellend.

    Grundsätzlich bevorzuge ich die Veröffentlichung im Verlag, aber da das eben nicht immer möglich ist, bin ich nun sogenannte "Hybridautorin" geworden.

  • Liebe mafalda, ist es ratsam bei zwei Anbietern gleichzeitig zu veröffentlichen ? ( Keine Kritisierung ) Wegen Rechtsstreits meine ich. Lg

    Wenn die Verträge das erlauben, ist das kein Problem (s.u.) :)

    Ich versteh die Frage nicht ganz. Wer soll wegen was einen Rechtsstreit führen?

    Hätte epubli wie BoD ein exklusives Nutzungsrecht für deine Bücher, die du über sie veröffentlichst, dann wäre es nicht möglich, das Buch in gleicher Form gleichzeitig über Bookrix zu vermarkten. Ein ebenso exklusives Nutzungsrecht gibt man an Amazon, wenn man kdp-select nutzt, solange man es nutzt. Die letzten Bücher, die ich herausgebracht habe, hatte ich mit kdp-select veröffentlicht und damit Amazon für drei Monate das exklusive Nutzungsrecht eingeräumt. In der Zeit gab es die Bücher also nur über Amazon und auf keiner anderen Plattform. Erst nach Auslaufen des dreimonatigen Exklusiv-Vertrages habe ich die Bücher zusätzlich über Bookrix auf andere Plattformen gebracht.

    Wenn man also irgendjemandem (wie einem Verlag, BoD oder Amazon) ein exklusives Nutzungsrecht an seinen Werken gibt, darf man es weder selbst noch über jemand anderen in gleicher Form vertreiben. Tut man es trotzdem, kann der Vertragspartner einen Rechtsstreit anstreben, den er wahrscheinlich auch gewinnen wird.


    Epubli bekommt allerdings kein exklusives Nutzungsrecht zugesprochen, sondern nur ein allgemeines. Das hauptsächliche Nutzungsrecht verbleibt beim Autor. Ebenso ist es bei Bookrix, sodass es in der Hand des Selfpublishers liegt, ob er die Bücher noch woanders oder sogar selbst vertreibt.

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt." (Simon Stiegler)

    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

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