Fee Krämer - Ein ganz alter Trick

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  • ein unvergesslicher Sommer für Pascal

    Pascal ist wütend, nicht nur weil er jetzt auf einem Internat fest hängt. Nein es brodelt in ihm erst hat sich sein Vater von seiner Mutter getrennt. Dann ließ sie sich gehen und nun ja nun ist er da, ein Mann der sein neuer Stiefvater ist. Aber anstatt als Familie zusammenzuwachsen haben ihn die beiden auf das Internat abgeschoben. Wo andere Schüler ihre Ferien und Wochenenden daheim verbringen können muss er auf diesen Internat bleiben. Um seinen Frust ein wenig abzubauen spielt er den Leuten gerne Streiche zuletzt seinen Klassenlehrer, der leider auch der Direktor des Internates ist. Wohlgemerkt der Streich mit Knochenkarl war wirklich gut, man keinen einzigen Knochen gesehen. Doch was hat ihn dieser Streich eingebracht. Als er dann aus lauter Frust den Rollator der rüstigen Ingelotte in den Teich stößt fällt der Direktor ein harte Urteil. Er darf vielmehr muss einen Großteil seine Ferien im Altersheim verbringen und sich dort nützlich machen. Die rüstige Ingelotte wohnt eben genau in diesem Altersheim Sonnenstrahl. Nach und nach lebt er sich dort ein und Ingelotte hat einen ganz großen Plan. In ihrem alten Haus musste sie einen Schatz zurücklassen, als sie dieses gezwungener Massen überstürzt verlassen musste. Pascal freundet sich ohne es zu ahnen mit dem Enkel von Ingelotte an. Und schon planen sie einen Einbruch um den Schatz zu retten. Doch der Einbruch geht mächtig in die Hosen, denn plötzlich steht nicht nur die Polizei da, nein auch die jetzigen Bewohner tauchen auf.



    Die Autorin hat einen sehr netten und flotten Schreibstil. Sie schreibt kindgerecht und würdigt diese als kleine Erwachsene. Ich finde es besonders schön dass sie keine aufgesetzte Jugendsprache verwendet, sondern von Jugendlichen erzählt, dies grad nicht so einfach haben.



    Da sich die Geschichte ja hauptsächlich um Pascal und Ingelotte dreht erfährt man eben auch so einiges aus dem Leben dieser beiden. Besonders schön finde ich, das die Autorin hier darstellt, das nicht alle Kinder ganz freiwillig auf einen Internat sind, sondern dorthin einfach abgeschoben werden. Natürlich kommt der Spaß auch nicht zu kurz. Aber es wird eben auch deutlich wie Pascal hier leidet. Auf der anderen Ingelotte, eine alte Dame die auch abgeschoben wurde jedoch in ein Altersheim. Besonders gelungen ist es der Autorin dazustellen gelungen, wie die alte Damen den harte Schalle von Pascal knackt. Und wie beide gemeinsam zu Komplizen werden. Pädagogisch wertvoll ist diese Geschichte auch noch der Einbruch nach hinten losgeht und auch da Pascal, der sich ja immer wieder von seinen Strafarbeiten befreit, auch noch immer dabei erwischt wird.



    Die Figuren wachsen einen unglaublich schnell ans Herz. Ja ich musste öfters schmunzeln und auch lachen. Die Figuren sind glaubwürdig geschildert und auch ganz gut ausgearbeitet.



    Fazit: Ein wirklich sehr schönes Kinderbuch mit dem Prädikat pädagogisch wertvoll. Mitreisend geschrieben ohne aufgesetzter Jugendsprache. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

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  • Ein turbulentes und witziges Abenteuer mit sympathischen Charakteren und lustigem Daumenkino.


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    Inhalt:


    Pascal lebt im Internat Schloss Karlsee, denn seine Mutter ist mit ihrem neuen Mann oft auf Reisen und für Pascal bleibt da kein Platz.


    Der Junge heckt einen Streich nach dem anderen aus, aber nachdem er den Lehrern mit dem Schulskelett einen Schrecken eingejagt und einen Rollator im Ententeich versenkt hat, ist das Maß voll.


    Vier Wochen lang soll Pascal nun in der Residenz Sonnenstrahl aushelfen und lernen, was Respekt bedeutet.


    Dass er dort neues Futter für Streiche erhält und die alten Leute gar nicht so langweilig sind, hätte er allerdings nicht erwartet.


    Eine alte Dame benötigt ausgerechnet seine Hilfe, um einen Schatz zu bergen.



    Altersempfehlung:


    ab 10 Jahre



    Illustrationen:


    Die schwarz-weiß Illustrationen zu Beginn jedes Kapitels sind - wie auch das Coverbild - ähnlich einem Scherenschnitt. Zusätzlich gibt es ein Daumenkino, welches Pascal aus seinem Skateboard davonfahrend zeigt. Eine wunderbare Spielerei.


    Mein Eindruck:


    Da das Abenteuer aus Pascals Sicht, als Ich-Erzählung, geschrieben ist, kommen seine Gefühle sehr gut zur Geltung. Die Beschreibung ist bildhaft: wenn Pascal sich ärgert, rumort es in seinem Bauch und es kommt die Kugelblitz-Wut oder sein schlechtes Gewissen kriecht wie ein Wurm durch ihn hindurch. Man fühlt und leidet mit ihm.


    Die Geschichte kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus. Ein paar Seitenhiebe auf langweilige Senioren, das Alter oder Seniorenresidenzen müssen aber sein.


    Die alte Ingelotte, deren Rollator er im See versenkt hat, ist trotz ihres hohen Alters mit ihm auf einer Wellenlänge. Die alte Dame hat es faustdick hinter den Ohren, kann über sich selbst lachen und nimmt kein Blatt vor den Mund. Über ihre Schlagfertigkeit muss man immer wieder schmunzeln.


    Auch die weiteren Charaktere wie der syrische Talal (Mädchen für alles) und Ingelottes Enkel Jonathan sind sympathisch und authentisch, hätten aber - wie auch die Hauptfigur - etwas mehr Tiefe verdient.


    Zum ersten Mal seit Langem, erlebt Pascal was Familiengefühl bedeutet und er findet neue Freunde. Die Beschaffung des Schatzes wird zum turbulenten Abenteuer. Lediglich der Schluss kommt sehr abrupt.


    Fazit:


    Ein turbulentes und witziges Abenteuer, das auch nachdenklich stimmt.


    Das Daumenkino des skateboardfahrenden Pascals ist ein wahrer Hingucker!


    Eine Leseempfehlung für Jungen und Mädchen!



    ...


    Rezensiertes Buch "Ein ganz alter Trick" aus dem Jahr 2020

    :study: "Bücher sind das beste Schmerzmittel, um das Leben zu ertragen. "

    Nathanviel, der Bücherdrache von Walter Moers

  • Eine lustige Geschichte über Freundschaft


    Inhalt: Pascal hat oft Wut im Bauch, weshalb er Dinge tut, für die er Ärger bekommt. So wie bei dem Rollator von Ingelotte, einer Seniorenresidenz-Bewohnerin: Ingelotte wollte eigentlich entspannt ein Buch im Park lesen, hat dabei aber nicht mit Pascal gerechnet, der ihren unbeaufsichtigten Rollator kurzerhand in den Parkteich schubst. Als Bestrafung muss er nun die Sommerferien in der Residenz Sonnenstrahl aushelfen. Pascal graut’s: Das kann ja nur langweilig werden. Doch die Senior*innen sind agiler, als gedacht, und besonders Ingelotte hat einen Trumpf in der Hinterhand: Ein Schatz, den es zu heben gilt, wartet in ihrem alten Haus.


    Persönliche Meinung: „Ein ganz alter Trick“ ist aus der Perspektive von Pascal geschrieben, der ein liebenswürdiger Querulant ist. Schön fand ich dabei, wie die unkontrollierbare Wut von Pascal für die Zielgruppe (Kinder ab 10) verständlich umschrieben wird. Pascal ist für mich insgesamt authentisch charakterisiert, allerdings hätte ich gerne noch etwas mehr zu seiner Vergangenheit erfahren. Die anderen Figuren sind humorvoll und amüsant beschrieben: Die Senior*innen sind insgesamt ulkig, wobei besonders Ingelotte heraussticht. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, hat immer einen lustigen Spruch auf den Lippen und sieht sich insgesamt nicht als „alte Frau“. Der Plot ist der einer Schatzsuche, wobei Pascal und mit ihm die Leser*innen die ganze Zeit darüber im Unklaren sind, was genau der Schatz ist. Mehrmals kommt es während der Suche zu komischen Situationen, die nicht aus platten Witzen bestehen, sondern eine originelle Mischung aus Slapstick und Ironie sind (Das Finale, in dem mehrere Figuren aufeinandertreffen, ist besonders lustig!). Daneben ist „Ein ganz alter Trick“ aber auch die Geschichte einer besonderen Freundschaft, die zeigt, dass auch Erwachsene das Kind in sich bewahren können. Der Schreibstil eignet sich mit seinen eher kurzen Sätzen und der Wortwahl sehr gut für die Zielgruppe. Schön und besonders fand ich auch, dass ohne viel Aufhebens ein gleichgeschlechtliches Paar in „Ein ganz alter Trick“ auftritt. „Ein alter Trick“ ist insgesamt eine kurzweilige und witzige Geschichte über Freundschaft und das Älterwerden, ohne das innere Kind in sich zu verlieren.

  • Mein Highlight: die rüstige Rentnerin mit dem Herzen auf der Zunge



    Klappentext


    „Die ganzen Ferien soll Pascal im Altenheim „Residenz Sonnenstrahl“ aushelfen. Nur weil er dem Schulskelett einen Anzug angezogen und einen Rollator im Teich versenkt hat. Pascal hat überhaupt keine Lust, den ganzen Tag Tee für die Omis und Opis zu kochen. Aber dann lernt er Ingelotte kennen, und die ist ganz anders als alle alten Leute, die Pascal sonst so kennt. Und Ingelotte weiß von einem Schatz! Um diesen Schatz heben zu können, braucht die alte Dame jemanden, der klein, schnell und schlau ist. Jemanden wie – Pascal.“



    Gestaltung


    Mit dem dunklen Cover sieht das Buch zunächst ganz Kinderbuch-untypisch aus. Durch das Motiv und den gezeichneten Stil passt es sich dann aber doch gut in das Genre ein. Man sieht eine alte Dame am Rollator und einen Jungen mit Skateboard durch die Nacht streifen. Dabei hält die alte Dame eine Taschenlampe in deren Schein der Titel in knallpink geschrieben steht, sodass er den Blick sofort auf sich zieht.



    Meine Meinung


    Tatsächlich hat mich zuerst der Titel auf dieses Buch aufmerksam werden lassen, da ich mich fragte um was für einen Trick es sich bei „Ein ganz alter Trick“ wohl handeln könnte. In dem Buch geht es um Pascal, der in der Schule Blödsinn gemacht hat und als Konsequenz nun im Altenheim aushelfen muss. Darauf hat er eigentlich so gar keine Lust, bis er Ingelotte kennenlernt. Sie ist anders als die restlichen alten Leute und sie weiß von einem Schatz. Pascal ist dabei derjenige, der ihr helfen soll, diesen Schatz zu heben…



    Ziemlich süß finde ich das kleine Daumenkino am unteren Buchrand, welches Pascal zeigt, der mit seinem Skateboard fährt. Auch die Illustrationen zu jedem Kapitelbeginn fand ich eine schöne Ergänzung, die das Buch auflockerte. Die Handlung empfand ich als kurzweilig und unterhaltsam, da die Figuren einige teilweise lustige Aktionen unternehmen, um den Schatz zu bergen. So werden die Lachmuskeln angeregt und die Geschichte wirkt locker.



    Am besten fand ich Rentnerin Ingelotte, da sie trotz ihres Alters junggeblieben und mit den Kindern auf Augenhöhe ist. Sie ist gewieft und trotz ihres harmlosen Aussehens schelmisch und schlagfertig. Eine rustikale Rentnerin, die offen ihre Meinung sagt und meine Sympathien sofort für sich gewonnen hat. Pascal ist ein Junge, der es familiär nicht leicht hat, da seine Mutter ihn auf ein Internat abgeschoben hat, um mit ihrem Freund durch die Welt zu reisen. Dementsprechend macht er viel Schabernack, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Mit Ingelotte, ihrem Enkel Jonathan und dem Hilfsarbeiter Talal findet er jedoch Freunde.



    Das Abenteuer der Vier wurde für mich dadurch spannend, dass ich mich immer fragte, was es wohl für ein Schatz sei, ob es ihn überhaupt wirklich gibt und ob sie ihn schlussendlich wirklich bergen könnten. Ich wollte gerne Antworten auf diese Fragen haben, sodass ich das Buch neugierig gelesen habe. Allerdings fand ich das Ende doch etwas zu schnell und die Auflösung etwas überstürzt, sodass ich mir da doch etwas mehr Seiten gewünscht hätte. Auch hätten für mich manche Aspekte der Charaktere noch genauer beleuchtet werden können, da es einige Andeutungen gab, die aber nicht weiter aufgegriffen wurden.



    Fazit


    Dadurch, dass ich wissen wollte, was es mit Ingelottes Schatz auf sich hat, habe ich „Ein ganz alter Trick“ neugierig verfolgt und bis zum Schluss aufgesaugt. Die Auflösung hätte für mich ruhig etwas mehr Raum einnehmen können, da sie etwas hastig wirkte. Dennoch fand ich die Geschichte sehr unterhaltsam und mit ihrer lockeren Art auch angenehm zu lesen. Mein absoluter Liebling war Renterin Ingelotte, die eine coole, schlagfertige und schelmische alte Dame ist mit lustigen Sprüchen!


    4 von 5 Sternen!



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    Einzelband

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