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Isolde Peter - Der halbe Russ

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  • lustiger und humorvoller bayrischer Krimi

    Daisy arbeitet für die Staatsanwältin, als dort eine Akte über den Mord eines Straßenmusikers in München auf den Tisch flattert. Da jedoch der Leutner sich einer Zeugin von seiner weniger charmanten Seite zeigt und kurzerhand versetzt wird, laufen die Ermittlungen, die vorher er schleppend verlief nun noch schleppender. Adrian der Mann von Daisy kommt dann noch vollkommen überraschend auf die Idee einen Hund anzuschaffen. Es ist aber nicht einfach ein Hund, nein ein echter Rauhaardackel. Nun muss Daisy ihren Tagesablauf neu ordnen. Und da Leutner, die Sache mit dem toten Straßenmusiker keine Ruhe lässt, sitzt Daisy bald mit ihrem Akkordeon in der Münchener Innenstadt als Straßenmusikerin. Es dauert gar nicht lange da kommt sie mit dem jungen Igor ins Gespräch, der kurz darauf auch tot ist. Dann ergibt es da aus heiterem Himmel eine Spur in Daisys Heimatdorf und zu ihrem Vater. Plötzlich überschlagen sich dann auch noch die Ereignisse. Daisys Vater ist verschwunden und ihre Tante macht sich erhebliche Sorgen und schlägt Alarm. Kaum ist Daisy wieder in ihrer alten Heimat kommen erst ein Erpresserbrief und dann eine Geldforderung. Daisy und ihr alter Freund Vinzenz gehen einer Spur nach und geraten dabei selbst in Lebensgefahr.



    Die Autorin legt einen witzigen und flotten Erzählstil an den Tag, den all jene die Rita Falk mögen gefallen wird. Jedoch schafft sie es nicht diesen doch sehr charmanten und lustigen Schreibstil den ganzen Krimi hindurch zu halten.



    Die Handlung, die in Bayern spielt, hat mich bereits nach den ersten Seiten in ihren Bann gezogen. Mich hat er sehr an die Regionalkrimis von Rita Falk erinnert. Nur das hier eben eine weibliche Person, die Daisy, eher durch Zufall in die Ermittlungen hineingerät. Zu Beginn des Krimis leistet sich die Autorin ein paar Logikfehler, die jedoch nicht sonderlich ins Gewicht fallen, dem Leser jedoch kurz die Stirn kraus ziehen lassen können. Ich fand es wirklich sehr amüsant nicht nur das Bayowarische, was immer wieder durchkommt. Jedoch fand ich die Auflösung der Todesfälle doch ein wenig an den Haaren herbei gezogen. Und gegen Ende doch ein klein wenig in die Länge gezogen. Das Thema Geschlechtbestimmung bei dem Hund der Hauptprotagonistin, ist doch nun wirklich ganz einfach nachschauen und faktisch dann ja auch geklärt. Und herje manche Hundemädels sind eben ein wenig dominant und können wie die Jungs schon mal das Beinchen heben. Das man das immer wieder thematisieren muss fand ich am Schluss nur noch nervig. Vor allem wenn der TA schon sagt das ist ein Mädel. Also nee wirklich das fand ich dann schon richtig affig, das die Autorin immer wieder darauf rumgeritten ist.



    Besonders die Figur der Daisy hat mich hat die Frau Stockl aus der einen Krimiserie erinnert. Habe mich köstlich amüsiert, nicht nur über die kuriosen Figuren sondern auch wie diese in die Handlung eingebettet sind. Die Autorin hat der ländlichen bayrischen Bevölkerung nicht nur sehr genau auf die Schnute geschaut sondern auch trefflich beschrieben.



    Fazit: Ein köstlicher humorvoller bayrischer Regionalkrimi, den man einfach mögen muss. Jedoch hat er hier und da auch so seine Schwächen. All die Rita Falk lieben werden diesen Roman hier mögen. Von mir gibt’s hier eine klare Leseempfehlung. Richtig schöne Lektüre zum Abschalten auch für Nordlichter geeignet.

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  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Isolde Peter Der halbe Russ“ zu „Isolde Peter - Der halbe Russ“ geändert.
  • Daisy im Dirndl mit Dackel


    Der halbe Russ, Cosy-Crime-Roman von Isolde Peter, 350 Seiten, erschienen im Droemer-Knaur- Verlag


    Die Tochter des „großen Blochner“ ermittelt in ihrem ersten Fall.


    Daisy Dollinger ist Sekretärin der Staatsanwaltschaft, eigentlich hätte sie, wenn es nach ihrem Vater gegangen wäre, auch zur Polizei gehen sollen. Als vor dem Münchner Hofbräuhaus die Leiche eines Straßenmusikers gefunden wird, kommen „der Hoblmayr und sein Assistent der „Tschernobyl.Seppi“ nicht mehr weiter. Es könnte ja mehr dahinterstecken – vielleicht sogar die russische Mafia. kurzentschlossen klemmt sich die Daisy ihr Akkordeon unter den Arm, schmeißt sich in ihr Dirndl und beginnt undercover zu ermitteln.
    35 Kapitel in angenehmer Leselänge lassen sich flüssig lesen, der bildhafte Erzählstil der Autorin hat mir gut gefallen. Z.B. der Blochner-Hof und die gute Stube der Tante Emerenz, sind so trefflich beschrieben, mir kam es fast so vor als wäre ich selbst dagewesen. Die Figuren sind gut gezeichnet, der Hoblmayr mit breitem Kopf und den Glupschaugen, die Staatsanwältin mit „viel Holz vor der Hüttn“, da entstehen Bilder im Kopf.

    Lebendige Dialoge lockern die Geschichte auf. Die Autorin schreibt in der Ich-Form, aus Sicht der Protagonistin. Leider wirkten die humorvollen Szenen für mich gequält lustig. Der Start ins Buch verlief reibungslos und auch zum Ende entsteht noch eine spannende Szene, doch zwischendurch habe ich den Faden verloren und der Spannungsbogen reißt ab. Nicht immer handeln die Figuren logisch, was die Daisy und der Leutner Sepp hier ermittlungstechnisch auf die Füße stellen, ist hanebüchen und auch nicht witzig. Die ganzen „Familienzusammenhänge“ sind übertrieben und haben mit der Auflösung des Falles nichts zu tun. Die gefundene Zigarrenkippe hätte ich z.B. sofort der Polizei übergeben und auch beim finalen Entführungsfall handelt die Protagonistin dilettantisch. Alle Figuren sind überzeichnet, normal ist in dieser Geschichte eigentlich nur der Hund.

    Über die humoristischen Szenen konnte ich im Höchstfall leicht schmunzeln, eine Konkurrenz zum Eberhofer sehe ich hier in keinster Weise, da ist noch viel Luft nach oben.

    Der Krimi kommt ohne blutrünstige Szenen und Beschreibungen aus, es handelt sich um einen typischen Roman aus dem Bereich Cosy-Crime, das mir aber zugegebenermaßen nicht besonders liegt, weil dadurch einfach zuviel an Spannung verloren geht.

    Meine Empfehlung an alle Fans des Genres, ein Kriminalfall, den man auch noch vor dem Schlafengehen lesen kann. Von mir 3 Sterne :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

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