Geld mit Schreiben verdienen?!

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  • Hallo!


    Bin in eine Situation geraten, in welcher ich nicht weiß, wie ich zu handeln habe. Hoffe, ihr werdet mir einen Rat geben können.

    Eine ziemlich heikle Thema, welche ich nicht mit andren in meinem Umfeld besprechen möchte.


    Bin ein Student, ein Mitstudent ist auf mich zugekommen, und hatte mich gefragt, ob ich seine Hausarbeit schreiben kann (gegen Bezahlung). Habe bisher schon 2 mal ein ähnliches Angebot erhalten, doch immer gleich angelehnt. Nun ja, jetzt beim dritten Mal, überlege ich tatsächlich, mich darauf einzulassen.


    Würde gerne eure Meinung hören, kann man sich so ein paar Hundert Euro dazuverdienen oder die Finger davon lassen? Mit meiner Freundin/Freunden/Familie will ich das Thema erst gar nicht besprechen.

    Wie war es zu eurer Studentenzeit? Hatte man sowas auch praktiziert?

  • Im Prinzip geht es ja hier um Ghostwriting. Wie man moralisch dazu steht, ist die eine Frage - rechtlich gesehen ist es für den Ghostwriter selbst nicht strafbar, sondern nur für denjenigen, der die Arbeit als seine eigene irgendwo einreicht. Ich persönlich kenne jemanden, der sein Geld mit Ghostwriting verdient, konkret mit dem Verfassen unterschiedlichster Arbeiten, von der Hausarbeit bis zur Doktorarbeit. Profitabel ist das wohl durchaus, aber in dem Fall würde ich empfehlen, mich noch viel mehr mit dem Rechtlichen zu beschäftigen, dann tatsächlich auch entsprechende Verträge aufzusetzen und das nicht unbedingt "nebenbei" mit meinen Kommilitonen zu betreiben. Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist, wenn Ghostwriter und "Klient" zusammen studieren.


    Persönlich habe ich auch schon mal etwas Ähnliches gemacht, sprich: einen wissenschaftlichen Artikel geschrieben, der dann nur noch Feinschliff bekommen hat und auf dem mein Name dann nicht mehr zu finden war. Ich denke, das ist im wissenschaftlichen Bereich nicht unüblich, vor allem im Verhältnis Prof und Studi. Ich wurde gut dafür bezahlt, aber besonders angenehm fand ich es nicht, meine eigene Leistung nicht als solche erwähnen zu dürfen. Das müsstest Du auch für Dich berücksichtigen: Deine Texte darfst Du dann nicht mehr selbst verwenden.

  • Würde gerne eure Meinung hören, kann man sich so ein paar Hundert Euro dazuverdienen oder die Finger davon lassen?

    Zunächst einmal solltest du dir die Hochschulordnung durchlesen, ob dort möglicherweise Passagen stehen, die das Anfertigen von Hausarbeiten o.ä. für andere regelt. Möglich sein sollte es auf jeden Fall, dass du eine Vorlage für die Hausarbeit schreibst, auf deren Grundlage der Mitstudent seine eigene Arbeit entwickelt. Lies dir einfach mal das hier durch.

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt." (Simon Stiegler)

    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

  • Hey,

    das würde ich stark überlegen. Ghostwriting Agenturen sind eine Sache, aber privat eine Arbeit zu schreiben für einen Kommilitonen an der gleichen Uni, das ist was ganz anderes.. Interessant finde ich diese Grauzone: >>Ebenfalls im Februar 2011 urteilte das Oberlandesgericht Köln, solange akademische Ghostwriter wissenschaftliche Hochschularbeiten als „Entwürfe und Beispiele … an(bieten), die ihre Kunden nicht als eigene Arbeit ausgeben dürfen“<< (Quelle: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Ghostwriter#cite_ref-7)

    Manche Ghostwriting Agenturen bieten auch nur diese Hilfestellungen an, agieren also in einem legalen Bereich. (zB hier)


    Könntest du dir so etwas vorstellen? Vielleicht kannst du das deinem Kommilitonen vorschlagen, dass ihr gemeinsam daran arbeitet, du ein Exposé entwirfst aber nicht die ganze Arbeit mit ausformulieren etc. für ihn schreibst .. Ich finde immer, sobald das Grundgerüst steht ist es gar nicht mehr so schwer, Formulierungen zu finden...

  • Meiner Meinung nach wäre das Betrug. Schließlich handelt es sich hier nicht um jemanden ohne schriftstellerisches Talent, der seine Autobiographie schreiben (lassen) will, sondern um jemanden, der eine für den Studienabschluss relevante eigene Leistung erbringen muss.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

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