Nancy Springer - Der Fall des geheimnisvollen Fächers / The Case of the Peculiar Pink Fan

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  • Klappentext


    Lady Cecily wendet sich mit einer verzweifelten verschlüsselten Botschaft an Enola. Sherlock Holmes‘ kleine Schwester begreift sofort, dass sie ihrer Freundin helfen muss, bevor es zu spät ist – aber wie? In ihrem bisher kompliziertester Fall geht Enola in ganz London auf Spurensuche, bis sie die abscheuliche Wahrheit entdeckt: Lady Cecily wird gefangen gehalten und soll gegen ihren Willen verheiratet werden! Enola muss ihre eigene Freiheit riskieren und sich mit ihrem Bruder Sherlock zusammentun, um ihre Freundin zu retten. Kann Enola ihrem Bruder vertrauen? Und können sie Cecily rechtzeitig befreien?


    Meine Meinung

    Enola Holmes, die "kleine" Schwester der berühmten Brüder Sherlock und Mycroft, ist ja den konventionellen Zwängen der Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes entflohen und widmet ihre Zeit mit dem Lösen von Rätseln. Ganz nach dem Vorbild ihres großen Bruders Sherlock Holmes, zu dem sie eine ganz außergewöhnliche Bindung hat. Einerseits versteckt sie sich ja vor ihren Brüdern, die sie ein Internat stecken und heiratsfähig machen möchten, andererseits strebt sie ihm nach, da er ein unbewusstes Vorbild für sie ist.


    Enola ist mit ihren 14 Jahren noch sehr jung, aber eben auch pfiffig und weiß sich zu helfen. Mittlerweile hat sie sich in ihrer Situation gefestigt, in der sie sich als Sekretärin des (nicht vorhandenen) Dr. Rasputins ausgibt. Durch ihre vielen Verkleidungen schafft sie sich einen Schutzraum, in dem sie sich durch die Straßen von London begibt und auf ihre Weise rätselhafte Fälle löst.

    Dieses Mal muss sie nochmals Lady Cecily helfen, die wir schon in Band 2 kennengelernt haben und es wird eine schwierige Mission, da sie nicht nur kaum Ansatzpunkte hat, sondern auch ihre Brüder ihr ständig in die Quere kommen. Mit ihrem Mut, ihrer Kombinationsgabe und ihrem Sinn für Gerechtigkeit setzt sie sich jedoch durch und schafft es immer wieder, zu überraschen.

    Es unterlaufen ihr dabei einige Schnitzer, was sie nur noch sympathischer macht! Ihre Fähigkeit, sich immer selbst Mut zu machen, auch wenn sie sich manchmal sehr verloren und einsam fühlt, ist eine ganz starke Eigenschaft und bekräftigt sie, Lösungen zu finden und ihr Ziel zu erreichen.


    Dabei spielt natürlich eine große Rolle, dass ihre Mutter noch immer verschwunden ist und zeigt Enolas Unsicherheit, wie sie damit umgehen soll. Die Suche nach ihr schiebt sie immer wieder hinaus, da sie Angst hat, nicht das zu finden, was sie sich erhofft.


    Sherlock und Mycroft selbst erlebt man hier ja immer nur eher am Rande, doch der Prolog und Epilog mit den beiden ist eine gute Kompontene, um einen Einblick zu geben, was sie über ihre Schwester denken. Vor allem bei Sherlock bemerkt man, dass seine Bewunderung und sein Verständnis seiner Schwester gegenüber zunimmt, was ihn natürlich umso mehr ins Herz schließen lässt.


    Insgesamt wieder eine sehr gelungene Fortsetzung, die die Atmosphäre der damaligen Zeit lebendig aufleben lässt. Viele Details geben ein eingehendes Bild ab über die unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten und welche Probleme sich damit ergeben, wie die Menschen damals lebten und miteinander umgegangen sind und noch viele weitere Einblicke, die grade auch jungen Lesern überzeugend und prägnant veranschaulicht werden.

    Mein Fazit: 5 Sterne

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