Ferdinand von Schirach, Alexander Kluge - Trotzdem

  • Buchdetails

    Titel: Trotzdem


    Band 11 der

    Verlag: Luchterhand Literaturverlag

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 80

    ISBN: 9783630876580

    Termin: Neuerscheinung Mai 2020

  • Bewertung

    2.7 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

    53,3% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Trotzdem"

    Das Corona-Virus hat uns an eine Zeitenwende gebracht. Beides ist jetzt möglich, das Strahlende und das Schreckliche. Ist der aktuelle Shutdown unserer Gesellschaft auch ein Shutdown unserer Grundrechte? Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge gehen der Frage nach, was die Corona-Pandemie für unsere Gesellschaftsordnung und unsere bürgerliche Freiheit bedeutet. „Niemand hätte sich vor zwei Monaten vorstellen können, dass wir diesen Ausnahmezustand erleben. Es wird heute von manchen behauptet, das sei die Zeit der Exekutive. Aber das ist falsch. Wir leben in Demokratien, wir haben eine Gewaltenteilung. Noch immer muss das Parlament entscheiden, und daran darf sich auch nichts ändern. Noch scheint unsere Demokratie nicht gefährdet. Aber die Dinge können kippen. Autoritäre Strukturen können sich verfestigen, die Menschen gewöhnen sich daran. Erosionen sind langsame Abtragungen, keine plötzlichen Ereignisse.“
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  • Autoren: Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge
    Titel: Trotzdem
    Seiten: 80 Seiten
    Verlag: Luchterhand
    ISBN: 9783630876580


    Die Autoren:
    Ferdinand von Schirach, geboren 1964 in München, ist Jurist und Schriftsteller. Mit Terror schrieb er auch ein Theaterstück, welches mittlerweile zu den meistgespielten Werken im deutschsprachigen Raum gehört.

    Alexander Kluge, geboren 1932 in Halberstadt, ist ebenfalls Jurist und Schriftsteller, größtenteils von Kurzgeschichten.


    Inhalt: (Klappentext)
    Ist der aktuelle Shutdown unserer Gesellschaft auch ein Shutdown unserer Grundrechte? Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge gehen der Frage nach, was die Corona-Pandemie für unsere Gesellschaftsordnung und unsere bürgerliche Freiheit bedeutet.


    Meinung:
    Am 30. März 2020 führten die beiden Juristen ein Gespräch über einen Instant-Messaging-Dienst, um sich über das Coronavirus und die gesellschaftliche Entwicklung auszutauschen.
    Es ist ein knappes, kleines Büchlein und darin werden eine Menge Themen angeschnitten, aber meines Erachtens zu wenig umfassend behandelt.
    Ausgehend vom Shutdown, in der wir sozusagen an einem Scheideweg stehen: entweder werden wir längerfristig auf Grundrechte verzichten und es werden sich autoritäre Strukturen verfestigen, oder es werden sich demokratische Funktionen durchsetzen und es bleibt bei einer sauberen Gewaltenteilung. Voraussetzung für die Legitimität des Shutdowns werden erörtert (bspw erforderlich und angemessen) und so entwickelt sich das Gespräch weiter. Historische Wendepunkte wie der Gang nach Canossa, das Erdbeben von Lissabon 1755, oder die Formulierung der amerikanischen Verfassung trotz bestehender Sklaverei sind nur einige Beispiele. Ein paar Wünsche für die Zukunft gibt es, bspw wäre doch eine EU-Verfassung super, mit universalen Menschenrechten und dem Anspruch auf intakter Umwelt. Überhaupt sehen wir an den radikalen Einschnitten, dass Politik und die Menschen generell etwas bewegen können, wenn sie nur möchten. Die Zeit wird zeigen, wie sie es nutzen.
    Ein wenig mager fand ich das Gespräch insgesamt. Sicherlich nett einmal durchzulesen, aber eher ein Für und Wider, die Beiden stimmen sich gerne zu. Es bleibt eine «Warnung», dass die heutigen Entscheidungen von Bedeutung sind, und es deshalb einigen Politikern auch nicht einfach fällt. Nein, Neues habe ich nicht erfahren, interessante Denkanstösse auch nicht.

    1. (Ø)

      Verlag: Luchterhand Literaturverlag


  • Ein wenig mager fand ich das Gespräch insgesamt.

    So wie Du das beschreibst, hätte das Gespräch auch an unserem heimischen Esstisch und an vielen anderen auch stattfinden können.

    Schade. Das passt eigentlich nicht zu Alexander Kluge.


    Danke für die "Warnung"!

    :study: John Burnside, What light there ist. (MLR)

    :study: Christoph Nußbaumeder, Die Unverhofften.

    :study: Charles Dickens, Harte Zeiten. (MLR)

  • Man stelle sich folgende Situation vor: Zwei Schüler, Grundkurs Philosophie, sitzen in der Kneipe und trinken ein bisschen – nur so viel, dass sie gesprächig werden, aber noch nicht so viel, dass sie dummes Zeug reden. Ihre neu erworbenen schulischen Kenntnisse halten sie für so eminent wichtig, dass sie sie sämtlichen Gästen zukommen lassen wollen und sich dementsprechend laut unterhaltend über Rousseau, Voltaire, Locke, Hobbes und andere Staatsphilosophen auslassen, wohl wissend, dass ein paar Brocken reichen, um die Gäste gebührend zu beeindrucken. Mischt man noch ein paar Fakten über geschichtliche Zusammenhänge darunter und lässt aufblitzen, was man für eine eigene Meinung hält, kann man abends ruhig nach Hause gehen in dem guten Gefühl, etwas für die Bildung seiner Mitmenschen getan zu haben.


    Etwaige Parallelen zu diesem Buch mag jeder selbst ziehen. Ich frage mich gerade, wer auf die Idee gekommen ist, es zu drucken.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



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