Lindsay Jayne Ashford – Welche Farbe hat die Wahrheit / The Color of Secrets

Anzeige

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)
    Jeder hat Geheimnisse, doch manche verändern das Leben für immer ... Mitten im Zweiten Weltkrieg erhält Eva die niederschmetternde Nachricht, dass ihr Mann vermisst wird und vermutlich tot ist. Sie lebt in einem dumpfen Schwebezustand der Ungewissheit vor sich hin, bis sie in der Hitze eines englischen Sommers Bill kennenlernt, einen schwarzen amerikanischen GI. Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe kann keiner von ihnen die Liebe verleugnen, die sie in den folgenden verrückten Wochen erleben, in denen jeder Tag ihr letzter sein könnte. Nachdem Eva feststellt, dass sie schwanger ist, wird Bill wegen der Vorbereitungen zum D-Day an die Küste versetzt und lässt sie in einer engstirnigen Welt zurück. Wie weit wird Eva gehen, um ihre heranwachsende dunkelhäutige Tochter Louisa zu beschützen und die Vergangenheit zu vergessen? Und wie weit wird Louisa gehen, um die Wahrheit zu enthüllen?


    Autorin (Quelle: Amazon)
    Lindsay Ashford ist in Wolverhampton, Großbritannien aufgewachsen. Sie hat als erste Frau am Queens‘ College in Cambridge studiert. Nach ihrem Abschluss in Kriminalwissenschaft hat Ashford als Reporterin für die BBC gearbeitet sowie als freie Journalistin für verschiedene nationale Zeitschriften und Zeitungen. Sie hat vier Kinder und lebt gegenwärtig in einem Haus mit Meerblick an der Westküste von Wales.


    Allgemeines
    Titel der Originalausgabe: „The Color of Secrets“, ins Deutsche übersetzt von Peter Groth
    Erschienen am 13. Oktober 2015 bei Tinte & Feder als TB mit 476 Seiten
    Gliederung: Prolog – Roman in drei Teilen mit insgesamt 42 Kapiteln – Anmerkungen und Danksagungen
    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven
    Handlungsorte und -zeit: Wolverhampton und Wales, 1943 bis 1978


    Inhalt und Beurteilung
    Die junge Eva, Mutter eines kleinen Jungen, arbeitet bei einem Gleisbautrupp, ihr Mann Eddie gilt als vermisst, seitdem sein Schiff gesunken ist. Eva verliebt sich in den schwarzen Amerikaner Bill, doch eine solche Beziehung wird in den Vierzigerjahren des 20. Jahrhunderts von der großen Mehrheit der Menschen abgelehnt. Als Eva schwanger wird und Bill an eine Dienststelle in Frankreich abberufen wird, steht sie vor dem Problem, wohin sie mit einem gemischtrassigen Kind gehen kann…
    Jahre später versucht ihre inzwischen erwachsene Tochter Louisa, die inzwischen selbst Mutter ist, etwas über ihren biologischen Vater herauszufinden.


    Der Roman thematisiert Beziehungen zwischen weißen Frauen und schwarzen Soldaten zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Nicht nur die Soldaten, sondern auch deren Kinder wurden massiv diskriminiert, die weißen Mütter der gemischtrassigen Kinder waren in der Gesellschaft schlecht angesehen. Am Beispiel von Louisa verdeutlicht die Autorin, was dieser ungeschminkte Rassismus an einer Kinderseele anrichten kann. Jahrelang versucht Louisa, ihre braune Haut möglichst vollständig zu verdecken oder durch Gesichtscremes aufzuhellen. Obwohl sie einen einfühlsamen und zugewandten weißen Stiefvater hat, leidet sie unter dem fehlenden Stück ihrer Identität. Da ihre Mutter Eva es strikt ablehnt, über Louisas Vater und ihre Zeit mit ihm zu sprechen, muss Louisa sich allein, bzw. mit Hilfe ihres Ehemannes auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater machen.
    Der Roman ist in einem sehr eindringlichen und gefühlvollen Erzählstil geschrieben, manchmal werden diese Gefühle etwas zu dick aufgetragen dargestellt, sie sind allerdings vor dem Hintergrund der Geschehnisse und traumatischen Erfahrungen im Leben der beiden weiblichen Protagonisten nachvollziehbar.
    Gelegentlich wirken einige Entwicklungen in Louisa Leben ein wenig konstruiert, insgesamt wird aber ein realistisch anmutendes Bild des Lebens und der Probleme eines gemischtrassigen Kindes zu jener Zeit entworfen.
    Die deutsche Übersetzung ist leider in manchen Fällen un-idiomatisch und deshalb nicht vollständig gelungen.


    Fazit
    Ein lesenswerter Roman, der den Leser fesselnd unterhält und mehr als einmal Bestürzung erzeugt!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Das klingt ganz nach meinem Beuteschema (und danke für die Warnung bezüglich der Übersetzung, dann packe ich mir lieber gleich die Originalversion auf den Wunschzettel).

  • Das klingt ganz nach meinem Beuteschema (und danke für die Warnung bezüglich der Übersetzung, dann packe ich mir lieber gleich die Originalversion auf den Wunschzettel).

    Der Satzbau ist manchmal etwas seltsam und befremdlich, auch bei einigen Idiomen wirkt es, als habe der Übersetzer eine wörtliche Übersetzung angestrebt.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Uah, das mag ich ja gar nicht. Deshalb habe ich mir jetzt auch das Original auf die Liste gesetzt.

  • Uah, das mag ich ja gar nicht. Deshalb habe ich mir jetzt auch das Original auf die Liste gesetzt.

    Ich hätte es auch auf Englisch gelesen, wenn ich es hätte kaufen müssen.:wink:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

Anzeige