Alan Bennett - Schweinkram / Smut: Two Unseemly Stories

  • Kurzmeinung

    Squirrel
    Englischer Humor entlarvt ein wenig die Engländer - Bennett wie gewohnt gut
  • Über den Autor:
    Alan Bennett, 1934 in Leeds geboren, wurde durch seine Arbeiten für Film, Fernsehen und Theater bekannt, etwa sein Drehbuch für »The Madness of George III«. Seit Mitte der neunziger Jahre schreibt Bennett auch Prosa. Bei Wagenbach sind von ihm unter anderem erschienen »Così fan tutte«, »Handauflegen«, »Miss Fozzard findet ihre Füße« und sein großer Erfolgstitel »Die souveräne Leserin«.

    Buchinhalt:
    »No sex please, we re British!« Wem diese Reaktion auf kontinentale Frivolitäten nie glaubhaft erschien, der findet bei Alan Bennett seine Bestätigung: In zwei neuen Geschichten berichtet er, wie verlässliche Untertanen der Königin auf unerwarteten Gebieten zu Entdeckern werden und sich Gelüsten hingeben, die wohl schon längst unter der Oberfläche brodelten. Bereits in früheren Erzählungen deutete sich an, dass Bennett über das Leben seiner Landsleute bestens Bescheid weiß. Hier aber widmet er sich mit Hingabe ihren dunklen Seiten und belegt anschaulich, dass britische Skurrilität und lustvolle Ausschweifungen überraschende Wendung inklusive einander nicht ausschließen.
    (Quelle: Klappentext)


    Das mit 139 Seiten kurze Buch umfasst zwei Geschichten:
    Mrs. Donaldson erblüht:
    nach dem Tod ihres Mannes baut sich die Protagonistin ein neues Leben auf, indem sie zunächst als „lebendes Krankheitsmodell“ bei der Ausbildung von Medizinstudenten hilft und dann auch noch ein Zimmer an diese untervermietet – alles gegen den Willen ihrer erzkonservativen Tochter. Was sich dann im Verhältnis zu ihren Untermietern so entwickelt, als diese nicht mehr die Miete zahlen können, darf der Leser selbst erleben.

    Mrs. Forbes wird behütet:
    und wie sie behütet wird von ihrer Schwiegertochter und ihrem Mann – behütet in ihren Illusionen über sich und ihren ach so tollen Sohn, der wiederum in seinen Illusionen über sich selbst ebenso von den beiden behütet wird. Wie die beiden das tun, ist eine gelungene Geschichte.


    Meine Meinung:
    Alan Bennett erzählt in humoriger Weise mit typisch englischem Humor die Geschichten zweier älterer Damen, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Während die eine ihr Leben erst entdeckt, hat die andere ihr Leben längst verlebt und verpasst. Mrs Donaldson entwickelt immer mehr ein Leben außerhalb ihrer festgetretenen Pfade und entdeckt sich auf eine völlig neue Art und Weise. Mrs Forbes dagegen lebt ihr Leben für und durch ihren Sohn, der allerdings die Kontrolle über sein Leben mehr verliert als ihm lieb und auch bewusst wird.

    Wer jetzt detaillierten Schweinkram erwartet wie der Titel suggeriert, der kennt den englischen Humor nicht. Wer aber Andeutungen und Anspielungen mag, die Bennett setzt, der hat zwei humorige und launige Geschichten mit überraschenden Wendungen am Ende zu erwarten.

    Mein Fazit:
    Gelesen ist das Büchlein schnell, aber es macht halt einfach gute Laune beim Lesen.

    1. Schweinkram

      (Ø)

      Verlag: Verlag Klaus Wagenbach