Alexis Hall - Boyfriend Material

  • Kurzbeschreibung (Amazon):


    Wanted:

    One (fake) boyfriend

    Practically perfect in every way

    Luc O'Donnell is tangentially—and reluctantly—famous. His rock star parents split when he was young, and the father he's never met spent the next twenty years cruising in and out of rehab. Now that his dad's making a comeback, Luc's back in the public eye, and one compromising photo is enough to ruin everything.

    To clean up his image, Luc has to find a nice, normal relationship...and Oliver Blackwood is as nice and normal as they come. He's a barrister, an ethical vegetarian, and he's never inspired a moment of scandal in his life. In other words: perfect boyfriend material. Unfortunately apart from being gay, single, and really, really in need of a date for a big event, Luc and Oliver have nothing in common. So they strike a deal to be publicity-friendly (fake) boyfriends until the dust has settled. Then they can go their separate ways and pretend it never happened.

    But the thing about fake-dating is that it can feel a lot like real-dating. And that's when you get used to someone. Start falling for them. Don't ever want to let them go.



    Meine Meinung:


    Es fällt mir sehr schwer, meine Gedanken zu diesem Buch in Worte zu fassen. Ich hatte mit einer lustigen, süßen Liebesgeschichte gerechnet. Das ist sie auch... irgendwie. Aber ich hatte nicht erwartet, dass die Charaktere, die Gespräche und die Handlung SO skurril werden würden.

    Die Geschichte wird aus Luc's Perspektive erzählt. Der Schreibstil ist angenehm, allerdings fand ich das Englisch teilweise anspruchsvoll, sodass ich gelegentlich Wörter nachschlagen musste.


    Luc ist bei seiner Mutter aufgewachsen und hat seinen Vater nie kennengelernt, da dieser die Familie früh verließ, um seine Rockstar-Karriere weiter zu verfolgen. Dennoch stand Luc schon immer im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit und hat - auch aufgrund einer gewissen Tollpatschigkeit - einen sehr schlechten Ruf. Negative Erfahrungen mit der Presse haben ihn sehr vorsichtig und misstrauisch werden lassen, insbesondere was potenzielle Partner anbelangt. Er arbeitet für eine Wohltätigkeitsorganisation, die Käfer schützt, und muss reiche Spender anwerben und bei Laune halten. Nach einem weiteren, sehr negativen Artikel steht sein Job auf dem Spiel, sodass er zu dem Schluss kommt, einen ansehnlichen, skandalfreien Fake-Boyfriend zu benötigen, um seinen Job zu retten.


    Luc und Oliver sind vollkommen gegensätzlich, in jeder Hinsicht. Und schon direkt zu Beginn scheint dieses Projekt zum Scheitern verurteilt zu sein, da man sich beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie diese zwei ein Paar darstellen sollten. Im Laufe der Geschichte wird jedoch deutlich, wie gut sie sich ergänzen und wie viel beide von dem jeweils anderen lernen können. Sie haben eigentlich ständig Krisen und Streit, und dennoch wollen und brauchen sie einander und können sich beide nicht von dieser "Beziehung" verabschieden. Ich mochte die vielen süßen Momente zwischen den beiden, die vielen humorvollen Nachrichten, die zahlreichen peinlichen Szenen und die zickigen Streitigkeiten. Ich konnte mich kaum von dem Buch lösen und wurde sehr, sehr gut unterhalten.


    Zitat von Luc

    At nine o'clock on Tuesday night, [...] I came abruptly to the conclusion that all my problems would be solved if I tidied my flat. At nine thirty-six on Tuesday, came abruptly to the conclusion that this had been the worst idea ever. I'd started trying to put things in places, but the places where I wanted to put the things were already full of things that weren't the things that were supposed to go in those places, so I had to take the things out of the places, but there were no places to put the things that came from the places, so then I tried to put things back in the places but they wouldn't go back in the places, which meant now I had more things and nowhere to put the things, and some of the things were clean and some of the things were very much not clean, and the very much not clean things were getting mixed up with the clean things and everything was terrible and I wanted to die.


    Ob man den Humor dieses Buches mag oder nicht, ist wirklich Geschmackssache. Luc hat sehr viele, sagen wir, individuelle Freunde und Arbeitskollegen. Aber auch seine Mutter ist speziell. Die Gespräche in diesem Buch sind zum Großteil sehr skurril und sorgen dafür, dass man ständig zwischen Lachen und "What the f*ck???" schwangt. Als "herkömmlich" kann man in diesem Buch wohl keine Person bezeichnen. Aber ich habe diesen Humor - nach leichten anfänglichen Schwierigkeiten - sehr genossen und als erfrischend empfunden.


    Das Ende hat mich dann nochmal sehr überrascht, da es unerwartet ernst wurde. Ich mochte sehr, welche Entwicklung Luc vollzogen hat und wie sich seine Sichtweise auf gewisse Dinge und Personen veränderte. Ich hätte mir noch ein paar Seiten mehr gewünscht, da es mir in der letzten Szene ein wenig zu schnell ging. Aber ich konnte das Buch mit einem sehr glücklichen, tief berührten Lächeln schließen.


    Fazit:

    Eine Fake-Boyfriend-Gay-Romance mit sehr speziellem Humor und sehr skurrilen Gesprächen und Charakteren. Wer sich darauf einlassen kann, wird gut unterhalten werden. Absolute Leseempfehlung! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne.

    Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen. Kurt Tucholsky :wink: