Nici Hope - Meph

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  • No·vel·le/Novélle/


    Substantiv, feminin [die]


    Erzählung kürzeren oder mittleren Umfangs, die von einem einzelnen Ereignis handelt und deren geradliniger Handlungsablauf auf ein Ziel hinführt.


    Soweit zur Erklärung des Begriffes!


    Der Vorteil einer Novelle ist es, dass man sie schnell durchgelesen hat. Der Nachteil einer Novelle ist es, dass man sie schnell durchgelesen hat.


    Und der Nachteil so mancher Novelle ist es auch, dass sich der Autor zu Beginn so dermaßen verzettelt, dass das Ende eher überstürzt und krampfhaft konstruiert wirkt.


    Auf „Meph“ trifft zu, dass man die Geschichte zu schnell durchgelesen hat, denn da wäre unendlich viel mehr Geschichte drin gewesen – was ich aber nicht als negativen Aspekt verstanden wissen möchte, denn hier liegt in der Kürze auch die Würze.


    Lynn ist Autorin, welche damit hadert, dass ihr Werk nicht die Anerkennung zu finden scheint, die sich wünscht. Und auch wenn ihre Freundin Jenny ihr stets versichert das sie Talent hat, hadert sie dennoch mit sich und ihrem Leben. Als ihr dann das klassische „Aufbruch zu neuen Ufern“-Szenario widerfährt – ihr Freund, der sie ohnehin nur für eine Träumerin gehalten hat, betrügt sie – macht sie sich auf, um in einem Artist Retreat ein Buch zu schreiben. Dort lernt sie „Meph“, kurz für Mephisto, kennen und die Dinge nehmen rasend schnell ihren Lauf.


    Nici Hope gelingt es auf nur 87 Seiten die Charaktere nachvollziehbar auszufleischen und eine Geschichte zu erzählen, die weder schnell konstruiert oder gar dahingeschludert wirkt. Ich hatte von Anfang an einen Bezug zu Lynn, auch wenn ich die weibliche Sichtweise ab und an in meine männliche umwandeln musste.


    „Meph“ ist teilweise recht düster angelegt und der Twist, so circa ab der Mitte der Erzählung, verdüstert alles noch ein wenig mehr. Trotz alledem hatte ich viel Spass bei lesen, denn wie ich bereits schon erwähnte, macht hier die Kürze unheimlich viel Würze aus.


    Die Geschichte ist zwar auf Seite 87 beendet, doch ist da eine Menge Potential für eine Fortsetzung drin, welche sich auf eben dieser Seite im vorletzten Satz abzeichnet. Welcher das ist? Das sollte man schon selbst herausfinden, denn „Meph“ ist eine Novelle, von der ich einfach mal behaupten möchte, dass man sie gelesen haben sollte.


    Also, liebe Nici, nimm dir ein Herz, deinen Laptop, eine Flasche Grauburgunder oder viele Amaretto Sour und erzähle die Geschichte bitte weiter!

    1. Meph

      (Ø)

      Verlag: Independently published


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