C. M. Spoerri - Der Greifenorden von Chakas

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  • Damaris (Der Greifenorden von Chakas) - C. M. Spoerri


    Sternensand Verlag

    452 Seiten

    Fantasy

    Band 1

    03. Juli 2020


    Inhalt:


    Hätte Greifenreiterin Damaris ihrer Schwester nicht versprochen, drei Jahre lang im Magierzirkel von Chakas ihre Wassermagie beherrschen zu lernen, wäre sie wohl bereits am ersten Tag zurück ins Talmerengebirge geflogen.

    So aber versucht sie, sich der neuen Situation anzupassen.

    Dass Cilian, der Leiter des Greifenordens, eine starke Anziehungskraft auf sie ausübt, ist dabei ebenso wenig hilfreich wie die Hänseleien der Mitschüler.

    Und da wäre noch der mürrische Greifenreiter Adrién, der mehr über Magier und deren Intrigen zu wissen scheint, als er preisgibt.

    Doch Damaris wäre nicht Damaris, wenn sie nicht ihre ganz eigene Art fände, mit den Widerständen zurechtzukommen.

    Nicht ahnend, dass sie sich dabei auf ein gefährliches Terrain begibt ...


    Meinung:


    Damaris ist anders. Darauf hatte ich mich schon zu Beginn dieser Geschichte eingestellt.

    Wie anders sie ist, damit hatte ich allerdings nicht gerechnet.

    Der Auftakt, diese Einführung in den Greifenorden war eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
    Auch wenn ich noch nicht viel von der Welt Veneras kenne, die Faszination dafür kann ich auf jeden Fall nachvollziehen.


    Damaris ist 17 Jahre jung und beginnt - aus Neugier und dank ihrer Schwester - eine Ausbildung zur Greifenreiterin in Chakas.

    Der Wechsel vom kalten Norden in die heißen Regionen der Wüstenstadt ist bereits ein großes Wagnis für sie, doch als dann auch noch das weite, unerforschte und irreführende Gebiet der Liebe hinzu kommt, wird Damaris gerade einmal ansatzweise klar, auf was sie sich mit Ausbildungsantritt eingelassen hat. Und obwohl sie anfangs etwas naiv erscheint und nicht genug Weitsicht für das große Ganze besitzt, so ist sie trotzdem eine starke Persönlichkeit.
    Die genannten Charakterzüge haben es mir nicht leicht gemacht, einen Zugang zu ihr zu finden, doch so, wie sie sich im Laufe der Handlung entwickelt, hat Damaris sich Schritt für Schritt in mein Herz geschlichen.

    Ich bin sicher, dass sie und ihr Greif alles schaffen können.


    Doch nicht nur Damaris musste sich einen Platz in meinem Herzen erkämpfen, auch Cilian hatte es nicht sehr einfach.

    Die Geschichte wird abwechselnd in der Ich-Form aus der Sicht der beiden erzählt und gerade der Leiter des Greifenordens stand bei mir nicht sehr hoch im Kurs. Damaris Schwärmerei für ihn konnte ich anfangs - mal abgesehen von seinem hübschen Äußeren und seiner Freundlichkeit - nicht ganz begreifen. Warum?

    Tja, weil ich einen anderen Charakter viel faszinierender fand.

    Adrién weckte mit seiner griesgrämigen und geheimnisvollen Art direkt auf Anhieb Gefühle in mir.
    Und er bringt auch eine Menge Spannung in die Story, sodass ich persönlich, ehrlich gesagt, etwas verliebter in ihn war, als in Cilian.

    Aber kommt Zeit, kommt Rat, wie es so schön heißt.


    Der Schreibstil der Autorin ist hin- und mitreißend. Sie kann leise, aber auch laute Töne. Und so schwankend wie sich meine Gefühlslage über die gesamte Handlung erstreckt, so verhält es sich auch mit der Spannung.

    Mal gibt es größere Gefahren, mal kleinere. Mal emotionale Instabilität, mal eisige Worte, mal unbändige Fassungslosigkeit.

    Es ist definitiv kein ruhiger Fantasyroman, weil enorm viel dahinter steckt. Man begegnet altebekannten Charakteren aus Chakas und Karinth, lernt aber auch neue, vielschichtige Freunde kennen, wie Rahrin, Schneeflocke und Auralie.

    Vor allem das Kennenlernen der Greifen und ihrer Gewohnheiten, sowie die Einblicke in Damaris Vergangenheit, haben mir sehr gut gefallen.


    Selbst wenn ich mir ein paar mehr Stunden mit Adrién und seinem tragischen Schicksal gewünscht hätte, konnte ich gegen Ende doch verstehen, warum Damaris sich von Cilian angezogen fühlt. Und auch die Richtung, in die sich diese Abenteuer rund um den Greifenorden entwickelt, lässt mich dem zweiten Band absolut entgegenfiebern.


    Fazit:


    Damaris bietet ein Abenteuer der Extraklasse. Auch ohne direkte Verbindung zu den Protagonisten, habe ich mich wunderbar unterhalten gefühlt. Greife, vor allem die in Chakas, sind faszinierende Wesen und es gibt noch unendlich viel zu entdecken.

    Sowohl in Adriéns und Cilians Vergangenheit als auch in Damaris Zukunft.

    Der Auftakt ist emotional berührend, abwechslungsreich und spannend.

    Lasst euch von Venera und der Magie, die in der Luft liegt verzaubern!


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

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