Ellen C. Flynn - Der Tuchfuchs

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  • Inhalt (Quelle: Klappentext)

    Ein ehrgeiziger Soldat. Eine starke Frau. Ein rachsüchtiger Adliger.

    Manchester im Jahr 1764:

    Als Aidan Towell aus dem Siebenjährigen Krieg heimkehrt, besitzt er wenig für einen Neubeginn. Das ändert sich, als er auf den Tuchproduzenten Hugh Wilson trifft. Ausgestattet mit Wilsons Glauben und einem Kredit von tausend Pfund wagt er den Einstieg in den Tuchhandel und beginnt eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Doch als der „Tuchfuchs“ die Grenzen des Binnenhandels verlässt und nach der Krone des Exports greift, trifft er eine Entscheidung, die sein Leben aus den Fugen reißt. Denn in der kühlen Kalkulation fehlt ein entscheidender Faktor: Gillian Pollett


    Meine Bewertung

    Auf Grund des Klappentextes habe ich erwartet, dass zunächst Aidans Aufstieg geschildert wird. Die Handlung setzt jedoch ein, als er bereits erfolgreich ist, nach dem Export strebt und sich damit einen Konkurrenten zum Feind macht. Spannend erzählt wird, wie dieser Konkurrent versucht, Aidan zu schaden, und wie dieser sich immer wieder zu retten versucht.

    Gelungen wird die Handlung aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Zwischenüberschriften geben dabei jeweils an, wessen Perspektive eingenommen wird, was eine sehr gute Orientierung bietet und auch nötig ist, denn alle Kapitel sind in der Ich-Form geschrieben. Irritiert hat mich dabei, dass teilweise auch mehrfach dieselbe Zwischenüberschrift steht, um einen Zeitsprung ohne Perspektivwechsel zu markieren. In dem ersten der teilweise zu langen Kapitel werden vor allem die drei Protagonisten vorgestellt, deren Handlungsstränge in dem 2. Kapitel interessant miteinander verwoben werden.

    Gefehlt hat mir an manchen Stellen Hintergrundwissen, zum Beispiel zu dem Teezoll. Das ist für das Verständnis des Buches nicht von elementarer Bedeutung, aber bei dem enormen Umfang des Werkes hätte ich mir ein oder zwei erklärende Sätze gewünscht. Ebenso ist das Ende zu knapp geraten; die dort geschilderten Ereignisse geschehen zu plötzlich.

    Leider enthält der Roman einige sprachliche Fehler, zumindest in der 1. Auflage.


    Fazit

    Den Roman kann ich Lesern empfehlen, die gerne umfangreiche historische Roman lesen, bei denen soziale Beziehungen im Vordergrund stehen.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Da ich Rezensionen gerne mit etwas Abstand schreibe, bin ich jetzt nach knapp 2 Wochen immer noch überzeugt von der Geschichte...

    Aiden hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre von einem Nichts in den Zweitgrößten Tuchhändler von Manchester verhandelt. Militär und sein Ehrgeiz auch hoch zu pokern, verschafften ihm den Namen Tuchfuchs. Als die Preise in Manchester für Tuch sinken, schlägt er vor die Ware zu reduzieren um bessere Preise zu bekommen, doch sein Rivale und Nr. 1 in Manchester John Weston diktiert als Bankier die Situationen und setzt alles daran um seinen Widersacher auszuschalten. Gillian, verwitwet und mit minimalen Einkommen hat als Frau nur 2 Möglichkeiten. Entweder sie heiratet einen Mann der Ihr Auskommen sichert oder sie fängt an zu arbeiten. Doch das ist in dieser Zeit als Frau alles andere als leicht. Im Tuch weben allerdings kennt sie sich aus, doch sie benötigt die Zustimmung des Magistrats und Geld , welches sie beides nicht hat oder bekommen wird. Sie versucht alles um Aiden auf Ihre Seite zu ziehen, damit er sie unterstützt. Doch dieser lehnt ab, bis eine Tuchmanufaktur in Flammen aufgeht....

    Ungewöhnlich wird die Geschichte jeweils aus verschiedenen Ansichten erzählt. Vorwiegend Aiden, Gillian und John Weston, die mit allen Charakterzügen dadurch hervorragend vorgestellt werden. Ebenfalls sehr positiv ist die Tatsache, dass nicht weit ausgeholt wird und die Vergangenheiten eigentlich keine Rolle spielen, sondern die Erzählung findet im Hier und Jetzt statt und erlaubt nur geringe Rückblenden in Form von schlechten Träumen, so dass die Ausgangssituation immer klar ist. Keiner ist wirklich nur herzensgut oder abgrundtief schlecht. Das Spiel mit den Charakteren ist eine Stärke dieses Buches und erlaubt trotz der vielen kleinen Abschnitte ein sehr flüssiges Lesen.

    Die Atmosphäre ist dicht und erlaubt dem Leser in die Zeit einzutauchen und wie immer erschreckend, die nicht vorhandenen Rechte der Frauen und der Umgang mit Ihnen . Aiden ist Charakterstark aber auch Konservativ in seinem Ansinnen , voll Ehrgeiz und nur auf Erfolg ausgerichtet, was ihm Abzüge in der Menschlichkeitsnote bringt, doch auch er wandelt sich. Wie auch Gillian, von einer explosiven drauflos plappernden Frau zu einer Frau, die auch ihren Kopf einsetzt um das zu bekommen was sie will.

    Fazit: Eine gelungen und sehr interessante historische Geschichte, die kurzweilig ist und spaß macht zu lesen. Für 5 Sterne a la Säulen der Erde fehlt mir dann noch etwas und lässt sich nicht vergleichen. 4 starke Sterne und eine Empfehlung an Romantiker, Historiker und auch für Fans von guten Geschichten.:bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Mitte des 18 Jahrhunderts kehrt Aidan Towell aus dem Siebenjährigen Krieg mit fast nichts nach Manchester zurück. Verstrickt in Intrigen, Machtgier und Neid etabliert er sich in wenigen Jahren als erfolgreicher Tuchhändler. Mit Träumen und Hoffnungen bestückt tritt Gillian Polett ins Bild und möchte sich eine eigene Manufaktur aufbauen und behauptet sich mit Witz, Wort und Geschick in der harten Welt der Männer dieser Zeit. Mehrfach kreuzt die Liebe auf die eine oder andere Weise die Geschichte, welche Ellen C. Flynn so wunderbar zu Papier gebracht hat. –Der Tuchfuchs- ist der erste historische Roman der deutschen Autorin Ellen Flynn und hat mich durch die sehr detailreiche liebevolle Art zu Schreiben überzeugt. Die Geschichte wird in der jeweiligen Ich Person der Protagnisten erzählt, was ich so vorher noch nicht gelesen habe aber direkt mochte. Die Geschichte ist sehr komplex mit vielen Einzelheiten aufgebaut was ich als Leser positiv empfinde.

    Gillian die starke Frau mit viel Herz und dem Mut ihre Träume in die Wirklichkeit umzusetzen ist mir sehr sympathisch. Sie träumt von mehr als dem Leben als Ehefrau die Kinder bekommt und das Haus in Ordnung hält. Aidan hingegen konnte meine Sympathie nicht so schnell für sich gewinnen da er doch sehr viele Ecken und Kanten hat und auf mich sehr lange auf seinen eigenen Vorteil bedacht erscheint. Obwohl sie nur wenige Passagen inne gefiel mit Gillians Mutter und ihre Art sehr.

    Alles in allem ist –Der Tuchfuchs- für mich ein Historischer Roman den ich jedem Leser der Facettenreiche und Vielschichtige Unterhaltung sucht empfehlen kann.

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