Kristina Günak - Die Liebe kommt auf Zehenspitzen

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  • Klappentext

    Ganz unverhofft erben Autorin Lucy, die an einem Liebesroman schreibt, und Klinikarzt Ben, der an Panikattacken leidet, einen alten Bauernhof. Nur dumm, dass sie sich eigentlich nur flüchtig kennen. Aber weil Lucy dringend eine Bleibe und Ben eine Auszeit braucht, ziehen sie in die ländliche Idylle eines kleinen Dorfs. Gemeinsam, aber nur als Freunde, versteht sich, und bloß auf Zeit. Doch das Leben hat andere Pläne mit ihnen ...

    Meinung

    Der Titel passt sehr gut zum Buch, denn die Liebe kommt nicht immer auf dem ersten Blick sondern manchmal erst auf den zweiten oder dritten. Manchmal auch entsteht erst eine Freundschaft und daraus wird dann Liebe.

    Das ist hier auf eine sehr liebevolle nette Art beschrieben.

    Die Umstände des Kennenlernens und dann die Weiterentwicklung der Beziehung sind ungewöhnlich und dadurch spannend.

    Nicht nur die Hauptfiguren sondern auch alle anderen Menschen würde ich im wirklichen Leben gern kennen lernen und mit ihnen einen Tee oder Kaffee trinken. Alle sind auf ihre Art liebenswert, selbst der alte Grantler.

    Es ist schön das ein Liebesroman mal ohne großes Drama oder zickige Nebenbuhlerinnen auskommt.

  • Mit dem Roman "Die Liebe kommt auf Zehenspitzen" hat Kristina Günak ein neues Buch vorgelegt, das ihre Leser in den rauhen Norden entführt.

    Ganz unverhofft erben Autorin Lucy, die an einem Liebesroman schreibt, und Klinikarzt Ben, der an Panikattacken leidet, einen alten Bauernhof. Nur dumm, dass sie sich eigentlich nur flüchtig kennen. Aber weil Lucy dringend eine Bleibe und Ben eine Auszeit braucht, ziehen sie in die ländliche Idylle eines kleinen Dorfs. Gemeinsam, aber nur als Freunde, versteht sich, und bloß auf Zeit. Doch das Leben hat andere Pläne mit ihnen ...

    Das in hellen Farben gehaltene Cover ist relativ unauffällig und definitiv kein Hingucker, auch wenn die Füchsin Tausendschön liebevoll integriert worden ist. Dagegen hat mich der aussagekräftige Titel überzeugt, weil er den Inhalt dieses Romans schön zusammenfasst.Liebe kommt nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, sie muss sich entwickeln!

    Nach dem hektischen Lärm der Stadt sehnt man sich nach einem ruhigen Landleben. Deswegen könnte das Setting auf einem abgelegenen Dorf mitten in Schleswig-Holstein nicht besser sein. Lucy und Ben sind nicht fernab jeglicher Zivilisation, aber sie können abschalten und "entschleunigen", was sie bitter nötig machen. Damit sind wir schon bei den Protagonisten, die auf mich "total normal" und damit absolut authentisch wirken. Der attraktive Arzt Ben hat seinen Beruf nicht mit dem Blick auf einen hohen sozialen Status, sondern aus Liebe zu den Menschen gewählt. In dem hektischen Getriebe einer Notfallstation in einem Krankenhaus in Hamburg ist er an seine Grenzen gelangt. Er leidet unter den Schikanen seines Vorgesetzten, kämpft mit massiven Panikattacken und gegen den drohenden Burnout. Auch Lucy hat es nicht leicht. Allerdings macht sie sich ihren Stress selber, wenn ich es so flapsig formulieren darf. Als Freiberuflerin ist sie für die Struktur ihres beruflichen Alltags selbst verantwortlich. Sie ist chronisch blank, verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Übersetzen von literarischen Texten und schreibt an ihrem ersten eigenen Roman, den sie sogar in einem Verlag unterbringen konnte. Leider kämpft sie mit ihrem Exposé und sieht wertvolle Zeit davonrinnen. Durch die unerwartete Erbschaft bekommen sie die einmalige Chance, sich eine bezahlte Auszeit auf einem uralten Bauernhof gönnen zu können. Die Handlung erstreckt sich von einem bitterkalten Dezember bis in den warmen Spätsommer, und wir haben genügend Zeit, unsere Helden Lucy und Ben zu beobachten. Von wohlmeinenden alten Nachbarn werden sie in die intakte Dorfgemeinschaft integriert und lernen nicht nur die Freuden des Landlebens, sondern auch einander und sich selbst kennen. Ganz allmählich entwickelt sich aus ihrer lockeren WG eine gute Freundschaft - und tiefe Gefühle füreinander, die sie sich nicht einzugestehen wagen.

    Kristina Günak hat einen leisen, verhaltenen Liebesroman mit liebenswerten Protagonisten geschaffen, der mich nicht im Sturm, sondern ganz langsam, gleichsam auf Zehenspitzen, erobert hat. Es sind nicht nur die liebevoll ausgestalteten menschlichen Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind, sondern auch tierische Helden wie Helmut, der ängstliche Schäferhund, der lange braucht, um Vertrauen zu Lucy und Ben zu fassen, die genauso wie er selbst aus dem Gleichgewicht gekommen sind. Dieser humorvolle Roman bringt seine Leser zum Nachdenken, erdet sie und ist weitaus mehr als eine heitere Sommerlektüre!

  • :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Eine Erbschaft auf dem Lande, ein dringend benötigter Neuanfang, ein attraktiver junger Mann auf der Bildfläche, allerlei (skurrile) Dorfbewohner. Diese vier Komponenten tauchten in vielen Romanen auf, die ich in den letzten Jahren so gelesen habe. Trotzdem schafft Kristina Günak es aus diesen Zutaten einen Roman zu schreiben, der sich für mich komplett von den anderen abhebt.


    Ich war ganz verzaubert von der Geschichte, von den Figuren, von ihren Beziehungen zueinander. Allen voran natürlich Lucy und Ben, deren Liebe tatsächlich auf Zehenspitzen daher kommt. Kein gegenseitiges Anschmachten und vor Verlangen verzehren von Seite 1 an, sondern zuallererst kommt da mal eine echte Freundschaft zwischen den beiden - und mir hat das richtig gut gefallen! Zudem geht es auch um die Angst vor dem Versagen, vor allem im beruflichen Bereich.

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