Jessica Bab Bonde - Bald sind wir wieder zu Hause

  • Kurzmeinung

    claudi-1963
    Durch die drastischen Darstellungen dieser Lebensgeschichten werden diese Ereignisse noch einschneidender.
  • Kurzmeinung

    LilReader
    Eine wunderbare Art, den Kindern und Jugendlichen dieses grausige Thema nahezulegen.

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  • Klappentext

    Rechtsextremismus und Antisemitismus haben in Europa wieder Fuß gefasst. Geschichten, wie die in diesem Band versammelten, erinnern uns daran, den Horror des Holocaust niemals zu vergessen.

    BALD SIND WIR WIEDER ZU HAUSE schildert die Erlebnisse von sechs Überlebenden des Naziterrors. Alle verloren ihre gesamte Habe, ihre geliebten Angehörigen und ihre Menschenwürde. Sie durchlebten Angst und Verfolgung im Ghetto, die Entmenschlichung, den Hunger und die Entkräftung in den Konzentrationslagern und waren Zeugen des industriell betriebenen Massenmordes in den Vernichtungslagern.

    Meinung

    Ein wichtiges Buch, weil es die nächste Generation über den Holocaust aufklärt. Mit einfachen Worten erzählen die Autoren die Lebensgeschichten von sechs Überlebenden nach.

    Erst eine behütetet Kindheit wie sie die meisten Kinder heute kennen, dann kommen die Nazis, es folgt Angst, Grauen und der Tod von Geschwistern und oder Eltern.

    Mit Hilfe von Bildern wird das Grauen deutlich, die Bilder an sich sind nicht grausam, aber sie machen deutlich wer sich als Herrenmensch fühlt und wer entmenschlicht wurde.

    In den Nachrichten, Zeitungsberichten und in sozialen Medien erfahren Kinder von neu aufflammenden Antisemitismus und von Anschlägen wie in Halle. Warum und wieso es extrem wichtig ist dagegen anzugehen und zwar mit aller Härte die unsere Gesetze uns zur Verfügung stellen, das sagt uns die Geschichte. Aber der Geschichtsunterricht kann Kindern selten Empathie vermitteln, das kann dieses Buch. Daher bin ich der Meinung es sollte im U,nterricht und Zuhause gelesen werden, gemeinsam das wir mit unseren Kindern lernen:

    So ein Verbrechen egal an welchem Volk, egal aus welchen Gründen, Religion, Herkunft oder eine andere Meinung, es gibt nichts was uns das Recht gibt die Freiheit und das Leben anderer Menschen zu bedrohen oder zu nehmen.

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Jessica Bab Bonde und Peter Bergting - Bald sind wir wieder zu Hause“ zu „Jessica Bab Bonde - Bald sind wir wieder zu Hause“ geändert.
  • :study: Eine ergreifende Schullektüre, die Pflicht sein sollte!

    Klappentext:
    Rechtsextremismus und Antisemitismus haben in Europa wieder Fuß gefasst. Geschichten, wie die in diesem Band versammelten, erinnern uns daran, den Horror des Holocaust niemals zu vergessen. BALD SIND WIR WIEDER ZU HAUSE schildert die Erlebnisse von sechs Überlebenden des Naziterrors auf Basis von Interviews.

    Enteignet, von ihren Angehörigen getrennt und ihrer Menschenwürde beraubt, durchlebten sie die Angst und Verfolgung im Ghetto. Sie erlitten die Entmenschlichung, den Hunger und die Entkräftung in den Konzentrationslagern und waren Zeugen des industriellen Massenmordes in den Vernichtungslagern.

    Autorin:
    Jessica Bab Bonde lebt mit ihrer Familie in Stockholm. Ihre Existenz in Stockholm ist eine direkte Folge der Flucht früherer Generationen vor Verfolgung. Sie arbeitet als Literaturagentin und verfügt über langjährige Erfahrung im Verlagswesen.

    Illustrationen:
    Peter Bergting, der Spross einer Künstlerfamilie, arbeitet seit 17 Jahren als professioneller Maler und Illustrator. Seine Arbeiten – vor allem Kinderbuch- und Rollenspielillustrationen – erschienen in weit über 500 Publikationen. Er wurde 1970 in einer kleinen schwedischen Stadt geboren, die durch den Film „Fucking Åmål“ einige Berühmtheit erlangt hat. Derzeit lebt er mit Frau und Tochter in der Nähe von Stockholm.

    Übersetzerin:
    Monja Reichert studierte am Sprach- und Dolmetscherinstitut München und promovierte im Jahr 2000. Seitdem übersetzt sie alles aus den Bereichen Comic, Romane, Fachbücher, Internetseiten, Kinder –und Jugendliteratur, Biographien, Gebrauchsanweisungen und Redewendungen aus dem Italienischen, Englischen und/oder Französischen ins Deutsche. Sie hat ein eigenes Übersetzerbüro mit dem Namen Lingolounge. Sie hat eine besondere Vorliebe gegenüber Comics und übersetzt diese auch am liebsten.


    Bewertung:
    Das Thema ist genau meins, weshalb ich die Geschichten unbedingt lesen wollte. Schon als junger Teenie habe ich mich darüber informiert, in der Schule hatten wir überwiegend den ersten Weltkrieg im Programm. Das Cover ist perfekt! Ein besseres kann man hierfür nicht erstellen. Der Titel passt ebenso dazu.

    Zu Beginn lesen wir ein Vorwort der Autorin, die selbst etwas zu diesem Verbrechen und den Menschen schreibt. Dann berichten sechs Menschen, die diese menschenverachtende Welt erlebt haben ... Tobias Rawet, Livia Fränkel, Selma Bengtsson, Susanne Christensen, Emerich Roth und Elisabenth Masur. Bei den ersten beiden Berichten ist alles recht detailliert, während bei Susanne Christensen der Ablauf ab der Befreiung etwas ungenau wird. Da lässt die Erzählkunst etwas nach. Bei den letzten beiden, Emerich Roth und Elisabenth Masur, ist von Anfang an alles salopp erzählt. Da gibt es keine richtige Einleitung, sondern es folgt sofort ins Eingemachte. Das finde ich sehr schade, als ob nicht genug Zeit geblieben wäre.

    Nach den Berichten lässt sich eine Zeittafel von 30. Januar 1933 bis 20. November 1945, ein Glossar mit Fremdwörtern und weitere Informationshinweise mit Links zum Weiterlesen über das Thema lesen. Von Beginn an wird das Buch mit Illustrationen bestückt. Diese sind sehr anschaulich und ausdrucksstark - sie verleihen den Berichten und dem Anhang den Schliff. Dementsprechend hat der Illustrator die Illustrationen immer passend zum Text gezeichnet.


    Fazit:
    Ich möchte gerne die Meinung der Jury von dem August-Preis 2018, den das Buch gewonnen hat, anhängen:

    "Ist es möglich, nach Auschwitz Gedichte zu schreiben? Ist es möglich, Graphic Novels nach dem Holocaust zu illustrieren? Die Grafikromane Vi kommer snart hem igen (We’ll Soon Be Home Again) erzählt immer wieder die gleiche Geschichte. Der Weg zum Tod und die Logik des Holocaust, wo es am Ende keine Worte, Geschichten oder Gedichte gibt. Aber dagegen glänzen die Geschichten der Überlebenden als fantastische Ausnahmen durch die Tafeln. Das ist grossartige Grafikroman-Kunst. Die Antwort ist ja."

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer: Mir hat es trotz der Kritikpunkte, die eher eine äußerliche Kosmetik sind und nicht den Inhalt an sich betreffen, sehr gefallen. Ich finde, Autorin und Illustrator haben die perfekte Kombination von Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit für Kinder und Jugendliche hinbekommen - das Thema wird richtig erörtert, ist aber nicht so brutal detailliert zu lesen. Die Zielgruppe wird damit hervorragend angesprochen.



    Vielen ♥lichen Dank an das netgalley-Team und dem Verlag für die Möglichkeit, den Comic lesen zu dürfen.

    :study: In Büchern zu lesen bedeutet zu träumen :study:

    :friends:Lesen & lesen lassen :friends:

    :-,Reich bestückte Scheichin mit einem exklusiv vielseiteigen Harem:-,





  • "Überleben kann eine Bürde sein, wie ich von Überlebenden weiß. Denn der Schrecken hörte mit dem Ende der Gewaltherrschaft und der Befreiung aus den Konzentrationslagern nicht auf." (Martin Schulz)

    Nachdem in letzter Zeit erneut der Antisemitismus und der Rechtsextremismus wieder zunimmt, ist es wichtiger den je das wir die Geschichte des Holocaust immer wieder ins Gedächtnis rufen. Dieser Horror der über 6 Millionen Menschen das Leben gekostet und viele Familien vollkommen ausgelöscht hat, darf sich nie wieder wiederholen. In "Bald sind wir wieder zu Hause" schildern sechs Überlebende auf Basis eines Interviews ihre Erlebnisse. Ob es die Trennung von der Familie, das Berauben ihrer Menschenwürde, wenn sie sich nackt vor die Soldaten stellen musste oder die Haare abrasiert wurden. Ob es die Angst war, die sie in den Gettos durchleben mussten. Sie litten entsetzlichen Hunger, der ihre Körper ausgemergelt hat, sodass sie kaum mehr Laufen geschweige den arbeiten konnten. Zudem mussten sie mitansehen, wie ihre Angehörigen in den Gaskammern in den Tod liefen, um anschließend in Rauch aufzugehen. Ich denke, so was kann man nicht verstehen, wenn man es nicht selbst gesehen oder miterlebt hat. Trotz allem möchte uns dieses Buch einen Einblick geben in die Grausamkeiten dieser persönlichen Erlebnisse. Damit ältere Kinder und Teenager diese Geschichte verstehen können, wurde hier dieses beeindruckende Graphic Novel ausgearbeitet. Mit eindrucksvollen Bildern die, die Tragweite dieser Erlebnisse in Kürze aufzeigt. Am meisten hat mich die Darstellung Mengeles beeindruckt und erschreckt. Halb Totenkopf, halb Gesicht, zeigt die Karikatur, wie grausam dieser Mensch war und wie er über Leben und Tod entscheiden konnte. Alles in allem sind die Bilder recht düster. Jedoch wie soll man eine solche Zeit auch hell gestalten, wenn sie nun einmal düster und grausam war? Die sechs Geschichten handeln von:

    Tolek (später Tobias) aus Lodz ist, der nur überlebte, weil seine Eltern ihn älter machten und er dadurch ins Arbeitslager und nicht in die Gaskammer kam. Livia, die dank ihrer Schwester Hédi und der Cousine das KZ überlebt hat. Selma, die schon vor ihrer Deportation den Bruder verliert, als er anderen Juden helfen möchte und dabei erschossen wird. Susanna und ihre Familie hatten Glück, das sie sehr lange zusammenbleiben konnten. Erst die Arbeit auf einem Bauernhof, jedoch die Deportation nach Bergen-Belsen mit den Strapazen und dem Hunger haben beide Eltern nicht überlebt. Selbst Susanna musste noch nach der Befreiung noch um ihr Leben kämpfen. Emerich musste fünf Konzentrationslager durchleben, um dann wie durch ein Wunder zu erfahren, dass seine Schwester lebt. Elisabeths Geschichte dagegen ist recht kurz und prägnant. Emotional hat mich dieses Buch nicht so stark ergriffen, wie andere Berichte die ich bisher gelesen habe, sicherlich da es zu kurze Geschichten waren. Trotzdem finde ich es ein bemerkenswertes Buch, das den geschichtlichen Hintergrund gerade durch die ausdrucksvollen Bilder noch drastischer darstellt. Von daher könnte es gut für den Geschichtsunterricht geeignet sein. Durch die einfachen Texte von Jessica Bab Bonde sind sie sehr verständlich. Wie das schöne Cover sind auch die anderen Bilder von Peter Bergting sehr ausdrucksvoller und anschaulicher für den Leser gestaltet. Beeindruckt hat mich außerdem, die informative Zeittafel und das Glossar am Ende des Buchs. Ebenso die Karte im Innenteil des Covers, mit der Ländereinteilung, den Heimatorten der sechs Überlebenden und den Konzentrationslagern, in denen sie damals gewesen sind. Für mich ein eindrucksvoller Comic für junge Menschen, mit der Botschaft des nicht Vergessens, dem ich gerne 5 von 5 Sterne gebe. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::applause::thumleft:

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