Italo Svevo - Le destin des souvenirs/ I Racconti (Erzählungen)

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  • Original : Italienisch, circa 1910-1925


    INHALT :

    - Le destin des souvenirs (12 S.) - Erinnerung an die Jugend, wohl sehr autobiographisch, als er mit seinem Bruder von den Eltern von Trieste via Brenner und Innsbruck nach Würzburg begleitet wird. Der nun « alte Mann » erinnert sich an den Abschied und Neuanfang. Voller Melancholie...


    - La mort (24 S. in fünf Kapiteln) – Als Tochter und Sohn außer Haus gekommen sind, entdecken sich Roberto und Teresa « gealtert » daheim. Was kommt nun ? Der Tod ? Sie gehen es verschieden an : Teresa sucht Trost in der Religion und er scheint losgelöst, lacht ein wenig, bereitet sich willensmäßig vor. Doch entdecken wir nicht unsere Armut, wenn Krankheit und Tod anklopfen ?


    - Orazio Cimo (12 S.) - Der Ich-Erzähler, ein Zögerer von Natur, bewundert den aus den Abruzzen sich nun niedergelassenen Orazio : ein Jäger, Fischer, mit allen Wassern gewaschen ! Und mit einer begehrenswerten Frau obendrein ! Wie geht man der Versuchung aus dem Weg, oder auch nicht ?


    - Le mauvais œil (24 S.) - Vincenzo hat von jeher nur einen Traum : Ein Napoleon zu werden ! Und das wird nicht vergehen, sondern alles richtet sich darauf aus in seinen Träumen und seinem Umgang mit den anderen. Er wird eingebildet, hochnäsig, eitel. Und wenn sich was in den Weg stellt, wird es weggeräumt ?


    - Argo et son maître (36 S) – Der Ich-Erzähler ist mit seinem Hund auf Kur in den Bergen. Als er in einer Zeitung von einem « sprechenden Hund » liest will er Kontakt mit dem Seinigen aufnehmen. Nun, er wird ihm wohl nicht die Menschensprache beibringen, doch er lernt die Hundesprache ! Und zeichnet die Beobachtungen und Überlegungen seines Hundes auf, wo alles aus der Sicht des Geruuchssinns betrachtet wird…


    - La très bonne mère (24 S.) - Hier steht eine Frau in der Hauptrolle, jedoch als Mutter. Zunächst von einem Sohn, der…, dann von Tochter Donata. Das Unvollkommene des Manuskriptes ist bedauerlich…


    - Rencontre de vieux amis (10 S.) - Roberto Erlis stammt aus bescheidenem Milieu, doch mit 30 « reicht’s » und er ändert sein Leben, wird schnell zum Millionär. Ändert dies alte Hierarchien ? Unter « Freunden » ?


    - Traîtreusement (16 S.) - Maier und Peveri sind um die 60 und Freunde seit immer. Beide haben sich in verschiedenen Sparten emporgearbeitet, sind wohlhabend geworden. Doch nun ist Maier auf eine schlechte Affaire reingefallen. Kann er mit seinem Freund rechnen ? Wer steht am Ende besser da ?


    - Marianno (30 S.) - Marianno wurde von Alessandro und Berta aus dem Waisenhaus gehlt. Aufgenommen – ja, aber wirklich Kind ? Wie sieht das Leben mit diesen « Eltern » und deren Tochter aus ?


    - Cimutti (16 S.) - Cimutti arbeitet in einem Lager in Murano. Mit seinem Arbeitgeber kommt es schon mal zu Diskussionen : denn Cimutti nützt die Ausfahrt per Gondel zur « Marittima » um auch mal einen zu heben und kommt teils erst am Folgetag zurück. Und läßt sich bezahlen ! « Nu, komm mal heute zurück, und ich bezahle dir sechs Stunden so ! » Die Frauen der Beiden werden ebenfalls beschrieben…


    - A Serenella (24 S.) - Als ob Svevo hier mit demselben Stoff eine Variante schreiben wollte. Welche ist älter ? Dieselben Namen, aber leicht andere Schwerpunkte. Nun steht eher der « patron » im Mittelpunkt : ein eigentlich gemütlicher Mann, und Träumer, der von seinen Brüdern und den eigentlichen Chefs des Unternehmens, kleingehalten, ja vrachtet, wird.


    - Giacomo (9 S.) - Der Ich-Erzähler trifft auf seinen Wanderschaften auf Giacomo, der ihm von seinem Weg erzählt : Hier und da arbeitend, bringt er es immer fertig, alles mögliche vorzuschlagen, selber letztlich nicht nur nicht zu arbeiten, sondern auch die anderen in Endlosdiskussionen zu reissen ! Drollig, drollig !


    Svevo ist uns eventuell vor allem durch seine großen Romane bekannt, insbesondere Italo Svevo - Zenos Gewissen / Zeno Cosini und dann auch Italo Svevo - Ein Mann wird älter (Senilitá) . Doch das Schaffen dieser Erzählungen und Kurzgeschichten steht da ein wenig im Hintergrund. Auf Deutsch sind jedoch auch schon verschiedene Sammlungen erschienen (siehe auch unten).


    Es handelt sich hier um eine erst kürzlich auf Französisch erschienene Anthologie von zwölf bislang unveröffentlichten Erzählungen des triestinischen Autors aus den 10er und 20iger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Sie sind posthum erschienen und größtenteils unabgeschlossen. Dennoch erahnt man in ihnen, was den typischen und erkennbaren Ton Svevos ausmacht: Das Triester und venezianische Umfeld, das Bürgertum, der Platz der Erinnerungen, eine feine psychologische Beschreibung des Innenlebens und Handelns der Protagonisten (mehr als Dialoge), eine erkennbare versöhnliche, nie herablässige Sprache. Nicht gerade viele Dialoge, eher Personen- und Charakterbeschreibungen. Oft ein feiner Humor, auch eine Melancholie.


    Ich mag die unverwechselbare Sprache Svevos, sein gutes Gespür für das Innenleben, das innere Monologisieren der Personen. Diese Kurzgeschichten geben einen Eindruck von seinem Tun ! Vielleicht es auf Deutsch versuchen, und sei es mal durch eine Leihe ?


    AUTOR :

    Italo Svevo (eigentlich Aron Hector Schmitz, genannt Ettore Schmitz; * 19. Dezember 1861 in Triest, Österreich-Ungarn; † 13. September 1928 in Motta di Livenza bei Treviso) war ein italienischer Schriftsteller. Svevo gilt als führender italienischer Romanautor des 20. Jahrhunderts.


    Als fünftes von acht Kindern kam Aron Hector Schmitz (italienisch Ettore Schmitz) 1861 in Triest, das zu dieser Zeit zu Österreich-Ungarn gehörte, zur Welt. Sein Vater Franz Schmitz stammte aus einer wohlhabenden Familie jüdischer Abstammung aus Österreich, die Mutter Mirjam Felice (Allegra) Moravia aus einer ebenfalls wohlhabenden jüdischen Familie aus Triest. Svevos Vater arbeitete als selbstständiger Kaufmann in Triest.


    Im Alter von zwölf Jahren wurde Ettore mit seinen Brüdern Adolfo und Elio auf ein Internat nach Segnitz (bei Würzburg) geschickt. Der Vater plante für seine Söhne eine kaufmännische Karriere, wofür gute Deutschkenntnisse erforderlich waren. Ettore lernte in kurzer Zeit perfekt Deutsch und war fasziniert von deutschen Denkern wie Arthur Schopenhauer. 1878 kehrte er nach Triest zurück, wo er am Istituto Superiore di Commercio, einer Handelsschule, studierte. Da Svevo Schriftsteller werden wollte, unternahm er eine Reise nach Florenz, um das Italienische in seiner reinen (florentinischen) Form zu erlernen – neben Deutsch sprach er nämlich nur den Triester Dialekt, eine Variante des Venetischen.


    Nachdem die Firma seines Vaters in Konkurs gegangen war, nahm Ettore eine Stelle bei der Banca Union, der Triester Filiale der Wiener Unionbank an. Neben dem ungeliebten Broterwerb las er viel und schrieb mehrere Novellen und Erzählungen. 1898 erschien Svevos zweiter Roman Senilità, den der Autor wieder aus eigener Tasche finanzierte. Auch dieses Buch fand keine Beachtung und dieses Mal äußerte sich auch Paul Heyse enttäuscht. Auf Drängen seiner Schwiegereltern schwor Svevo zu dieser Zeit, das Schreiben aufzugeben und sich ganz auf Familie und Beruf zu konzentrieren.


    Am 13. September 1928 starb Italo Svevo nahe Treviso an den Folgen eines Autounfalls.



    Broché : 251 pages

    Editeur : Rivages (28 juin 2017)

    Collection : Rivages poche

    Langue : Français

    ISBN-10 : 2743640049

    ISBN-13 : 978-2743640040

  • Gesamtausgabe der Erzählungen auf Italienisch :


    I racconti


    Copertina flessibile: 635 pagine

    Editore: Garzanti; 2 edizione (21 febbraio 2008)

    Collana: I grandi libri

    Lingua: Italiano

    ISBN-10: 8811363195

    ISBN-13: 978-8811363194

    1. (Ø)

      Verlag: Garzanti Libri


  • Anthologien werden in verschiedenen Ländern oft verschieden zusammengesetzt, und so entspricht diese hier verlinkte deutsche Fassung sicherlich nicht meiner französischen, bzw ich habe auch auf sie keinen Zugriff. Ich verlinke sie aber mal. Angesichts der Seitenzahl müßte man sicherlich vieles wiederfinden?! :


    Ein gelungener Streich: Erzählungen


    Die Ängste des modernen Mannes – vor dem Älterwerden, vor beruflichem Versagen, vor dem «schwachen Geschlecht» –, selten hat sie ein Schriftsteller präziser auf den Punkt gebracht als Italo Svevo. Mit zärtlicher Ironie porträtiert er Helden, die, ein großes Ziel vor Augen, schon über Kleinigkeiten stolpern: einen Kaufmann, der sein jahrzehntelanges kluges Handeln durch einen einzigen Augenblick des Leichtsinns gefährdet. Einen Familienvater auf Diät, dem gefühlter Autoritätsverlust Albträume verursacht. Missgeschick, Fehlinterpretation, Selbstbetrug – die Ursachen des Scheiterns sind facettenreich und verraten viel über die Psyche von Männern in den besten Jahren.


    Gebundene Ausgabe: 480 Seiten

    Verlag: Manesse Verlag (22. September 2014)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 371752318X

    ISBN-13: 978-3717523185

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Italo Svevo - Le destin des souvenirs/Racconti (Erzählungen)“ zu „Italo Svevo - Le destin des souvenirs/ I Racconti (Erzählungen)“ geändert.

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