Carmen Schneider - Du und ich und ganz viel Wunder

  • Kurzmeinung

    claudi-1963
    Eine Geschichte um Krankheit, Leben, Liebe, Hoffnung und Wunder, die mich sehr berührt hat.

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  • "Wer in ausweglosen Krisenzeiten nicht an Wunder glaubt, der kann nicht überleben." (Gjergj Perluca)

    Die 24-jährige Mia arbeitet erst frisch als Erzieherin in einer Kindertagesstätte. Die Arbeit mit den Kindern gefällt ihr sehr gut, wären da nicht ihre sie ständigen Infektionen die sie plagen. Als die Arbeitsstelle eine gründliche Untersuchung fordert, geht sie zum Arzt. Doch dieser schickt sie in eine Spezialklinik, wo man Mukoviszidose bei ihr feststellt. Mia ist am Boden zerstört, den an ein Leben mit Mann und Familie ist so gar nicht zu denken. Doch dann tritt Cedric in ihr Leben, seine Liebe, Willenskraft und Optimismus lässt Mia weiter an ein Leben hoffen. Und Mia scheint wirklich Glück zu haben, den sie kann sogar eine Familie gründen. Doch nach Jahren möchte sie für ihre Kinder Gewissheit und erlebt eine Überraschung. Als dann bei Cedric das Schicksal zuschlägt, muss Mia alle Kräfte mobilisieren, um für ihn zu kämpfen.


    Meine Meinung:

    Ein verträumtes, unscheinbares Cover und ein interessanter Klappentext haben mich neugierig auf Mias Geschichte gemacht, besonders da sie nach einer wahren Begebenheiten ist. Der Schreibstil ist flüssig, locker unterhaltsam und sehr bewegend, einmal mit Mias Geschichte begonnen kann man sie kaum weglegen. Den dies hier ist eine Geschichte die einen von dem unglaublichen Leben von Mia und Cedric berichtet. Ein Leben zwischen Leben, Tod, Ängsten, Verzweiflung, Hoffnung und Wunder. Mukoviszidose ist die häufigste tödlich verlaufende angeborene Stoffwechselkrankheit Europas und der USA. Bei dieser Krankheit werden die Sekrete wie Speichel und Schleim der Lunge zäher als bei anderen. Deshalb haben fast alle starke Probleme beim Abhusten, Atmen aber auch mit der Verdauung. Mit der Zeit verkleben die Bronchien bis hin zu den Lungenbläschen, was zu Infekten und irgendwann unweigerlich zum Tode führt. Lediglich eine Transplantation der Lunge ist die letzte Hoffnung. Was so eine Diagnose auslöst, welche physischen, aber vor allem psychischen Belastungen das bedeutet, das erlebe ich in diesem Buch. Unfassbar wie Mia diesen Balanceakt zwischen Familie und Angst vor dem Tod meistert. So kann ich gut verstehen, dass sie Zusammenbrüche bis zu Panikattacken hat. Doch es hat mich besonders gefreut, zu sehen wie Cedric in all der Zeit Mia nie im Stich lässt und sie zusammen alle Hoch und Tiefs durchstehen. Dies ist für mich eine wahre Liebe, die in guten wie in schlechten Zeiten zusammenhält. Natürlich mag der Bericht von Mia manch einem Leser etwas nüchtern und emotionslos vorkommen, was sicher daran liegt, das sie die inzwischen aufgearbeitete Belastung von damals nicht mehr an sich heranlassen möchte. Und trotzdem kann ich mich bestens in Mias Lage hineinversetzen. Ebenso ist die Zeit von über 20 Jahren in diesem Buch natürlich nur in Kurzform dargestellt, sodass der Leser nur ihre schlimmsten oder schönsten Zeiten erlebt. Genauso nimmt sie weitestgehend die Familie aus der Geschichte heraus, was ich aber nicht schlimm fand. Was mich nicht weiter verwundert hat, sind die Probleme mit Ärzten, Krankenhäusern und Anwälten die sie hatten. Dass Mia und Cedric ein Wunder erlebt haben, daran zweifle ich nicht und sie haben es auch wirklich verdient. Ein Buch, das mich gerade wegen meiner eigenen Erfahrungen mit Krankheit sehr berührt und bewegt hat. Für alle die erleben möchten, wie Mias Weg mit einer schweren Erkrankung aussieht, was sie mit einem macht und wie man immer an der Hoffnung und Wundern festhält, der sollte dieses Buch lesen. Von mir eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.
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