Donna Douglas - Rivalinnen wider Willen/ District Nurse on Call

  • Inhaltsangabe:


    Agnes Sheridan hat ihre Ausbildung zur Gemeindeschwester in Leeds abgeschlossen und bekommt einen eigenen Bezirk zugeteilt: das kleine Bergarbeiterdorf Bowden!

    Voller Enthusiasmus und Energie möchte Agnes ihre Aufgabe angehen, aber schon im Haus von Dr. Rutherford wird sie gebremst. Die Haushälterin ist fast noch schlimmer als ihre strengen Ausbilderinnen.


    Und die Menschen, die allesamt von der Kohle abhängig sind, sind ein sehr eigenartiges Völkchen. Sie vertrauen lieber einer „Heilerin“ als einer ausgebildeten Schwester. Und Dr. Rutherford hat in den letzten Jahren alles dafür getan, damit die Menschen dem medizinischen Personal noch weniger vertrauen.


    Hanna Arkwright ist groß, ungehobelt und wirkt wie ein Mann. Selbst ihre Mutter kann ihr nicht allzu viel abgewinnen und trauert ungeniert der verstorbenen Sarah nach, die lieblich und reizend war. Auch Seth Stanhope, der Schwager, trauert der Frau nach und vergisst dabei, dass er noch drei Kinder zu Hause hat, die ihn ebenso brauchen wie er sie.


    Erst durch beherztes Eingreifen von Schwester Agnes, die bis dahin schon einige Monate im Bowden gearbeitet hat, erwacht Seth aus seiner Erstarrung und erkennt in der jungen Frau nicht nur einen Eindringling.


    Mein Fazit:


    Großbritannien, 1926! Die junge Gemeindeschwester Agnes kommt in ein Dorf, wo überwiegend Armut herrscht. Ihre Stelle wird von der Fürsorge bezahlt, doch die Menschen trauen ihr nicht über den Weg. Sie sind noch sonderbarer als die Menschen in Leeds, bei denen sie im vorherigen Band schon so ihre Schwierigkeiten hatte.


    Die Menschen vertrauen sich lieber einer Heilerin an, die mit seltsam riechenden Säckchen, Cremes und Tees heilt als mit echter Medizin. Allerdings liegt es nicht am hohen Ansehen, sondern weil Hannah Angst verbreitet. Ihre Mutter hat das sehende Auge und verspricht ihrer ungehobelten Tochter, dass die neue Gemeindeschwester ihr das Leben schwer macht.


    Während Agnes und Hannah ihre kleineren und größeren Scharmützel ausfechten, erleben die Menschen ihre eigenen Schicksale. Männer verunglücken in Gruben oder werden krank. Kleinere und größere Liebeleien können ganze Familien ins Unglück stürzen und über all dem thront der Minenbesitzer, der mit seinen Arbeitern kein Erbarmen und kein Mitleid hat.


    Die Atmosphäre wurde von der Autorin wieder mal gut eingefangen, die feinen Nuancen von Kommunikation unterstrichen. Das Leben der Menschen ließ mich nicht kalt, es war eine sehr unwürdige Zeit, wenn man in diesen Stand hinein geboren wurde. Und doch machten sie alle das Beste daraus. Ich habe keinen Zweifel daran, dass es tatsächlich so gewesen ist, auch wenn die Geschichte natürlich fiktiv ist.


    Donna Douglas steht für beste Unterhaltung und hat nebenbei eine wunderbare Milieustudie erarbeitet. Das Ende war, für mich jedenfalls, etwas vorhersehbar, allerdings ist es nicht weniger fies, denn jetzt kann ich es kaum erwarten, den dritten Band der Reihe zu lesen. Für mich ist dieses Buch wieder fünf Sterne wert und erhält außerdem eine klare Lese-Empfehlung.

    LG, Elke :wink:

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