Anna Johannsen - Enna Andersen und das verschwundene Mädchen

  • Das Cover und der Titel haben mich, die ich nur "sanfte" Krimilektüre bevorzuge, zu Beginn eher skeptisch an´s Buch gehen lassen. Ich war mir nicht sicher, ob mir dieser Kriminalroman eventuell zu grausam sein könnte. Insofern habe ich mich vorsichtig ans Lesen gemacht.

    Jetzt, nachdem ich damit von Anfang bis Ende mit Spannung und großem Interesse unterhalten wurde, sehe ich das Cover und den Titel mit anderen Augen.

    Die Abbildungen, die auch eine gute Einbindung im Buch finden, sowie die Farbgebung, die an vergilbtes und zerknittertes Papier erinnern und auch der Titel könnten stimmiger nicht sein. Die Haptik finde ich genauso gelungen wie den Rest.

    Der Schreibstil hat mich von der ersten bis zur letzten Seite mit in den Bann gezogen. Der Spannungsbogen war perfekt und hat mich mit ins Geschehen versetzt und mit ermitteln lassen. Dabei waren die Geschehnisse sehr vielfältig und unvorhersehbar.

    Dabei ist es der Autorin auch sehr gut gelungen, nicht nur den Fall gelungen zu erörtern, sondern auch Privatleben der Ermittler mit zu involvieren und damit interessante und vielfältige Nebenschauplätze zu schaffen.

    Die dadurch erzielten Emotionen sind abwechslungsreich und vielschichtig.

    Die Charaktere haben jeder für sich seinen eigenen Charme mit Ecken und Kanten, die sich gut ergänzen.

    Das Lokalkolorit hat mich an Ort und Stelle versetzt.

    Nach diesem ersten Fall der Enna Andersen bin ich schon gespannt und neugierig auf weitere Fälle.


    Mein Fazit: erster Fall von Enna Andersen und sowas von klasse

  • Darum gehts:

    Nach dem Unfalltod ihres Mannes und einer beruflichen Auszeit wird die alleinerziehende Hauptkommissarin Enna Andersen in eine Abteilung versetzt, die sich um alte ungelöste Fälle kümmern soll. Zunächst wenig begeistert von der Aufgabe, macht sie sich mit ihren beiden Mitstreitern, einem degradierten Oberkommissar und einer frisch gebackenen Kommissarin, an die Arbeit.

    Vor zehn Jahren ist Marie Hansen bei einer Klassenfahrt auf der Ostfriesischen Insel Wangerooge spurlos verschwunden. Trotz intensiver neuer Ermittlungen landet das Team immer wieder in einer Sackgasse. Erst ein Telefonat mit der mittlerweile in Australien lebenden Schwester des Opfers bringt Bewegung in den Fall. Enna wird plötzlich das Gefühl nicht los, dass die Familie von Marie jahrelang etwas verschwiegen hat. - Amazon


    Zur Autorin:

    Anna Johannsen lebt seit ihrer Kindheit in Nordfriesland. Sie liebt die Landschaft und Menschen der Region, besonders verbunden ist sie den nordfriesischen Inseln, auf denen die Krimireihe »Die Inselkommissarin« spielt. Nun schreibt sie mit Begeisterung auch an ihrer neuen Reihe um die alleinerziehende Kommissarin Enna Andersen. Beide Reihen werden in Zukunft parallel veröffentlicht. - Amazon

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Enna Andersen und das verschwundene Mädchen - Anna Johannsen



    Nach einer beruflichen Auszeit tritt Hauptkommissarin Enna Andersen wieder ihren Dienst an. Von der neuen Stelle ist sie zunächst wenig begeistert. Denn sie soll eine neue Abteilung leiten, die sich mit alten, bisher ungelösten Fällen befasst. An ihre Seite gestellt bekommt sie einen degradierten Oberkommissar, eine frisch gebackene Kommissarin, ein neues Büro und jede Menge alte Fälle. Per Losverfahren entscheidet sich das Team schließlich dazu, das Verschwinden von Marie Hansen zu untersuchen. Das Mädchen befand sich damals auf einer Klassenfahrt auf der Insel Wangerooge und verschwand eines nachts spurlos. Die erneuten Ermittlungen scheinen zunächst in eine Sackgasse zu führen, doch dann ergeben sich tatsächlich erste Hinweise darauf, dass dieser Fall doch noch gelöst werden kann...



    Der Einstieg in diesen Krimi gelingt mühelos. Denn man kann sich sofort mit der Hauptkommissarin Enna Andersen identifizieren und verfolgt deshalb gespannt, die Entstehung der neuen Abteilung. Die drei Charaktere, die nun gemeinsam an den alten Fällen arbeiten, sind sehr unterschiedlich und deshalb ist es für alle zunächst nicht einfach, sich mit der neuen Stelle und den Kollegen zu arrangieren.



    Der Autorin gelingt es hervorragend, das Interesse an diesem neuen Team und dem Fall, der nun zu bearbeiten ist, zu wecken. Handlungsorte und Protagonisten werden dabei so lebendig beschrieben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Man kann sich deshalb ganz auf das Team und die Ermittlungen einlassen. Im Verlauf der Ereignisse erfährt man einiges aus dem Privatleben von Enna Andersen. Dieser Nebenstrang drängt sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern fügt sich harmonisch in den Krimi ein.


    Man könnte meinen, dass ein alter Fall kaum Spannung bieten kann. Doch das ist definitiv nicht der Fall, denn man gerät relativ früh in den Sog der Ereignisse und wird dazu angeregt, eigene Ermittlungen anzustellen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn dieser alte Fall hat es in sich und hält einige Überraschungen bereit. Deshalb folgt man gespannt dem Geschehen und versucht, die Puzzleteilchen, die man während der Ermittlungen erhält, zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. Die Spannung kann dabei nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern steigt zum Ende hin noch einmal enorm an. Denn dann überschlagen sich die Ereignisse regelrecht. Im großen Finale hat man zwar das Gefühl, dass einiges etwas zu glatt und reibungslos verläuft, doch das ist Jammern auf hohem Niveau.


    Ein spannender Auftakt, zu einer Reihe, die hoffentlich bald fortgesetzt wird.


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