Asuka Lionera - Geraubte Flamme

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  • Stoneheart (Geraubte Flamme) - Asuka Lionera


    Impress

    506 Seiten

    Romantasy

    Band 1

    30. April 2020


    Inhalt:


    **Ein Herz aus Stein und Glut**


    Ezlain lebt in einer Welt, in der Männer das Sagen haben.

    Doch das hält sie nicht davon ab, gegen alle Regeln aufzubegehren.

    Als Strafe für ihren Ungehorsam soll sie den einzigen Menschen verlieren, der ihr jemals nahestand – ihre Sklavin Cressa.

    Um dem zu entgehen, beschließen die zwei Frauen ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
    Als Männer getarnt heuern sie auf einem Schiff an und fliehen vor den Zwängen ihrer alten Heimat.

    Doch das Meer trennt die beiden und trägt Ezlain an den einsamen Strand einer geheimnisvollen Insel.

    Hier begegnet sie einem Fremden, der ebenso rätselhaft ist, wie sie sich ihr ganzes Leben lang gefühlt hat …


    Meinung:


    Und während die Emotionen sich das gesamte Buch über gemächlich und genussvoll steigern, beenden tut man es trotzdem meistens mit einer Gefühlsexplosion. Das ist es, was die meisten Autoren ausmacht. Cliffhanger.

    Diese verdammten, bösen, aber trotzdem notwendigen - weil abhängig machenden - Cliffhanger.
    Und jedes Mal, wenn man einen solchen ins Gesicht geklatscht bekommt, denke ich mir: „DEIN SCHEISS ERNST?!?!?!?!“

    Dann muss man sich erstmal selbst wieder beruhigen, bevor man die Story ansatzweise feiern kann.

    Und genau das ist „Stoneheart“.

    Feiernswert.


    Ilgaron. Eine Welt mit Heiratsgesetzen, Sklavenhaltung und Kriegsprahlerei.

    Mit Piraten und Mördern, Sagen und Legenden und theoretisch nur gebeutelten Frauen.
    Feminismus ist hierzulande ein Fremdwort.

    Sofern ein Mann im Haushalt ist, muss frau sich unterordnen.

    Im Grunde absolut nicht der perfekte Ort für die zwanzigjährige Ezlain, die eigentlich nichts weiter möchte, als auf eigenen Beinen zu stehen. Allein. Allerhöchstens noch mit Freundin Cressa an ihrer Seite.

    Doch das gestaltet sich mit einem losen Mundwerk schwieriger als gedacht.

    Und nachdem die beiden Frauen auf ihrer Flucht voneinander getrennt werden, geht es mit dem Abenteuer erst richtig los. Sowohl für Ezlain als vermutlich auch für Cressa, wobei man hier nur von einer Seite etwas erfährt.


    Asukas Schreibstil ist einnehmend. Allein schon durch ihre Wortwahl schickt sie beim Lesen Schauer für Schauer über den Körper. Freudenschauer. Schockschauer. Angstschauer. Erregungsschauer. Dadurch, dass sich die Geschichte so unheimlich flüssig und geschmeidig lesen lässt, ist das wie eine permanente Wellenbewegung. Die Gefühle werden, auch aufgrund der Ich-Perspektive, wunderbar aus dem Buch herausgefiltert und gehen direkt auf den Leser über.

    Und Ezlain fühlt, obwohl sie ein Herz aus Stein haben soll, erstaunlich viel. Vermutlich war es aufgrund der obigen Annahme auch so intensiv. Ich meine, wenn man nichts erwartet, weil das schlagende Element fehlt, und man dann von Leidenschaft über Sturheit, Naivität und Neugier eine ganze Emotionspalette geboten bekommt, ist das schon überraschend.


    Mal abgesehen von der gefühlvollen Seite, die die Autorin definitiv beherrscht, hatte ich fast keine Erwartungen an diese Geschichte. Und dafür liebe ich sie schon sehr. Ezlain ist so herrlich aufmüpfig und hat von Natur aus ein fragendes Wesen. Und fast überhaupt keine Erfahrung in Sachen Liebe, was der Handlung nicht nur einen gewissen Charme verpasst, sondern mir auch hin und wieder ein Schmunzeln entlockt hat.

    Auf der anderen Seite wäre da dann noch der geheimnisvolle Fremde, von dem im Klappentext die Rede ist. Drayce.
    Er ist anders. Nicht nur äußerlich eine Erscheinung. Normalerweise haben die männlichen Parts der Autorin einen übertriebenen Beschützerinstinkt, den sie auch oft zur Schau stellen.

    Aber Drayce und Ezlain standen von Beginn an auf einer Ebene.

    Und das fand ich herrlich erfrischend.


    Genauso wie das Setting, das sich nicht nur auf die Insel beschränkt, auf der Ezlain strandet, sondern sich über die ganze Welt zu erstrecken scheint, in der sie lebt. Andere Inseln, Schifffahrt, verborgene Höhlen und Co stehen auf dem Plan. Gefahren und auch ein klein wenig Magie halten sich die Waage.

    Die Atmosphäre, die die Autorin geschaffen hat, schwankt von leidenschaftlich-erotischem Prickeln bis hin zu adrenalingesteuerten Kämpfen und aussichtslosen Situationen. Die Umstände, unter denen sich Drayce und Ezlain kennenlernen, sind definitiv aufregend. Und dann kam das Ende.

    Womit wir wieder beim Anfang dieser Rezension wären.


    Fazit:


    Ich meine, im Grunde kann ich gar nicht anders, als „Stoneheart“ zu feiern.

    Ich liebe die Protagonisten, das Setting, die Atmosphäre und vor allem, wie die Autorin es immer wieder schafft, solche überraschenden Wendungen einzubauen oder essentielle Dinge geheim zu halten.

    Wie sie einen beim Lesen damit überrumpelt, positiv schockt und dann eigentlich nur noch mehr fasziniert.

    Ezlain und Drayce haben mein Herz im Sturm erobert.
    Fans von Romantasy dürfen sich diese Geschichte keinesfalls entgehen lassen!


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ (5/5)

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