David Morrell - Der Opiummörder / Murder as a Fine Art

  • Buchdetails

    Titel: Der Opiummörder


    Band 1 der

    Verlag: Knaur TB

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 528

    ISBN: 9783426517536

    Termin: Dezember 2015

  • Bewertung

    4.3 von 5 Sternen bei 18 Bewertungen

    86,7% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Der Opiummörder"

    1854, London: Ein grausamer Ritualmörder versetzt die ganze Stadt in Angst und Schrecken. Detective Shawn Ryan verdächtigt den opiumsüchtigen Schriftsteller Thomas de Quincey. Mit seiner Abhandlung 'Der Mord als eine schöne Kunst betrachtet' hatte dieser kurz zuvor einen Skandal ausgelöst und seinen Ruf als Enfant terrible gefestigt. Als sich Ryans Verdacht als falsche Fährte erweist, schließen sich die beiden zu einem kongenialen Ermittlerpaar zusammen. Schon bald führen ihre Nachforschungen in höchste politische Kreise und in die Schattenwelt des Opiumschmuggels.
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  • Klappentext / Inhaltsangabe:

    1854, London: Ein grausamer Ritualmörder versetzt die ganze Stadt in Angst und Schrecken. Detective Shawn Ryan verdächtigt den opiumsüchtigen Schriftsteller Thomas de Quincey. Mit seiner Abhandlung 'Der Mord als eine schöne Kunst betrachtet' hatte dieser kurz zuvor einen Skandal ausgelöst und seinen Ruf als Enfant terrible gefestigt. Als sich Ryans Verdacht als falsche Fährte erweist, schließen sich die beiden zu einem kongenialen Ermittlerpaar zusammen. Schon bald führen ihre Nachforschungen in höchste politische Kreise und in die Schattenwelt des Opiumschmuggels.


    Meine Meinung:

    Zum Inhalt möchte ich weiter nichts sagen, um nicht zu viel zu verraten.

    Doch zum Rest kann ich so einiges sagen: David Morrell hat einen sehr interessanten Schreibstil, der mich gleich für sich eingenommen hat. Für mich war dieses Buch kein reiner Roman, denn der Autor lässt immer wieder auf unaufdringliche Art und Weise sehr interessante historische Fakten einfließen, die teilweise auch für jemanden, der sich schon mit dem viktorianischen Zeitalter beschäftigt hat, neu sein könnten. Ich habe jedenfalls einiges gelernt :thumleft: Deswegen habe ich das Buch auch unter 'historischem Roman' eingeordnet, und nicht unter 'Kriminalroman'. Er lässt eine unglaubliche Atmosphäre und ein absolut plastisches viktorianisches London entstehen, sehr detailreich, man kann sich alles genau vorstellen.

    Die Charaktere sind alles, aber nicht klischeebehaftet, wie es in Büchern aus diesem Zeitalter häufig der Fall ist. Es gibt Sympathieträger, doch auch diese haben ihre negativen Seiten, und es gibt natürlich auch solche, gegen die man gleich eine Antipathie hegt. Besonders Thomas de Quincey - eine reale Persönlichkeit - ist ein Charakter, der einerseits anstrengend ist, insbesondere aufgrund seiner Opiumsucht und seinem Hang zum ausführlichen Erzählen, was wahrscheinlich an seinem Beruf (er ist Schriftsteller) liegt, andererseits ist er genial. An vielen Stellen tut er Dinge, bei denen sich der Leser fragt, was das nun soll, aber schon bald stellt sich heraus, dass seine Aktionen zwar seltsam anmuten, aber meist vollends zum Ziel führen. Wir lernen hier viel über Thomas de Quincey, sein Leben und seine Opiumsucht, über die er seinerzeit ein Buch geschrieben hat ("Confessions of an English Opium-Eater"), sowie über sein Essay "On Murder Considered as One of the Fine Arts". Im erstgenannten Buch schreibt er über die Ratcliffe-Highway-Morde, die 1811 in London passiert sind. Da der aktuelle Fall diesen Morden sehr ähnelt, wird de Quincey von der Polizei als Berater hinzugezogen. Beide Bücher spielen eine tragende Rolle in diesem historischen Roman und werden Thomas de Quincey fast zum Verhängnis.


    Seine Tochter Emily de Quincey ist - zumindest in diesem Buch, ich weiß nicht, ob es den realen Tatsachen entspricht - ein sehr moderner Charakter, der sich nicht von den typisch englischen Konventionen einzwängen lässt. Sie ist spricht offen und unverblümt, auch gegenüber dem anderen Geschlecht, und trägt ihr Herz auf der Zunge. Und ein großes Herz hat sie - vor allem für die Armen und Bedürftigen. Doch auch ihre Offenheit kennt Grenzen und so wirkt es nie klischeehaft.


    Die zwei Polizeibeamten die mit dem Fall beauftragt sind, sind gefühlt eher Nebencharaktere, die hinter Thomas und Emily de Quincey zurückstehen, was wahrscheinlich vom Autor so gewollt war.

    Der Kriminalfall selbst ist sehr verzwickt und undurchsichtig, aber gut durchdacht. Es gab zwei Momente, die mir sehr unglaubwürdig vorkamen, und zwar



    Ich bin eigentlich kein Krimileser und nur auf dieses Buch gestoßen, weil mich praktisch alles anzieht, das im viktorianischen London angesiedelt ist. Aber es hat sich für mich absolut gelohnt. Tolle Charaktere, unglaubliches Panorama des Londons Mitte des 19. Jahrhunderts, interessanter Kriminalfall, toller Schreibstil und noch was gelernt dabei - was will man mehr :)

    Von mir gibt es :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: und eine Leseempfehlung für Freunde von historischen Krimis und / oder Londonfans!

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