Tad Williams - Das Reich der Grasländer 1 / The Empire of Grass

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  • Verlagsinfo


    Dreißig Jahre herrschten König Simon und Königin Miriamel über ihre Königreiche in Frieden. Aber nun ist die totgeglaubte Nornenkönigin Utuk’ku wiedererwacht, und ein neuer Krieg wirft seine Schatten voraus. In dem riesigen Panorama der Völker von Osten Ard wird es vor allem auf zwei Einzelne ankommen: Prinz Morgan, den unzuverlässigen Thronfolger, und Unver, einen stolzen und grausamen Wilden, vom Volk der Graslandbewohner.


    Der originale 2. Band der Reihe wurde im deutschen gesplittet - es handelt sich hier um den ersten Teil von Band 2


    Meine Meinung


    Eine großartige Saga, die der Autor nach so langer Zeit mit dieser neuen Reihe wieder aufleben lässt!


    Am Ende des ersten Bandes der neuen Reihe (Die Hexenholzkrone) gab es ja einige überraschende "Offenbarungen", vor allem, was die Hintergründe und Ziele einiger Figuren betrifft. Einige sind ja neu, andere aber kenn man aus der älteren Chronik "Das Geheimnis der großen Schwerter".


    Tad Williams gelingt es aus meiner Sicht sehr gekonnt, den Bogen zu spannen und neue Konflikte aus den damaligen Ereignissen zu weben. Während die Intrigen immer weitere Kreise ziehen und einige mächtige Herrscher ihr eigenes Süppchen kochen, kommt die Gefahr aus dem Norden für alle immer näher.

    Trotz den vielen Verwicklungen gelingt es dem Autor, einen guten Überblick zu gewähren, da die Kapitel nicht kurz sind und er auch gerne sehr detailreich erzählt. Das mag manchmal etwas langatmig erscheinen, ergibt aber dadurch auch ein sehr lebendiges und anschauliches Bild von jedem Schauplatz - denn die Figuren handeln weit verstreut über ganz Osten Ard.


    Einige Abschnitte waren dabei extrem spannend, andere vor allem fesselnd durch die Hintergründe, die aufgeklärt wurden bzw. die Anstoß geben für die weiteren Folgen und einige wenige Stellen hätten auch für mich etwas flotter abgehandelt werden können.

    Insgesamt fand ich es jedenfalls absolut gelungen und in seiner Komplexität perfekt aufeinander abgestimmt, ohne mich den roten Faden verlieren zu lassen.


    Der Autor versteht es ebenfalls sehr gut, Fragen nach gesellschaftlichen Konflikten, Zweifel an Überlieferungen bzw. Religionen oder auch Einzelschicksale wie nebenher in die Handlung einfließen zu lassen.

    Zum Beispiel das Alkoholproblem des Prinzen, die bestehende und doch ignorierte Verbindung zu den Wesen in der Natur, die Unterdrückung von Völkergruppen und das Herabsehen auf andere Lebensweisen - und der daraus folgende Hass, der immer wieder grausame Konsequenzen nach sich zieht ...


    "... Menschen sind Menschen. Manche tun Gutes. Manche tun Böses.

    Wie sie sich nennen und was sie glauben, scheint keinen großen Unterschied zu machen." Seite 211


    Natürlich handeln auch hier viele Figuren aus "niederen" Gründen - und doch glaubt jeder im Recht zu sein, weil jeder seine Situation nur aus seinem eigenen Blickwinkel betrachtet; und einfach beiseite treten will, um auch einen anderen Standpunkt kennen zu lernen. Grade im Fantasy Genre stecken so viele Fragen und sicher auch Antworten zu gesellschaftlichen Themen, über die man sich ruhig mal Gedanken machen kann.


    Die Figuren hier sind jedenfalls alle unterschiedlichste Charaktere, die alle ihre Ecken und Kanten haben - liebenswürdigen Charme, witzigen Humor, verletzliche Tragik, sturen Mut oder auch durchtriebene Bösartigkeit ... ein Mosaik aus einer Vielzahl von Persönlichkeiten, die mich umso mehr mit ihrem Schicksal mitfiebern lassen!


    Mein Fazit: 4.5 Sterne


    Weltenwanderer


    Chronologische Reihenfolge der Bände um Osten Ard


    1 - Der Drachenbeinthron

    2 - Der Abschiedsstein

    3 - Die Nornenkönigin

    4 - Der Engelsturm


    Das Herz der verlorenen Dinge


    1.2 - Die Hexenholzkrone 1

    1.2 - Die Hexenholzkrone 2

    2.1 - Das Reich der Grasländer 1

    2.2 - Das Reich der Grasländer 2 (ET Juni 2020)


    Der Schatten der kommenden Dinge (in Vorbereitung)


    3.1 - Die Kinder des Seefahrers 1 (in Vorbereitung)

    3.2 - Die Kinder des Seefahrers 2 (in Vorbereitung)

  • Der Schatten der kommenden Dinge (in Vorbereitung)


    3.1 - Die Kinder des Seefahrers 1 (in Vorbereitung)

    3.2 - Die Kinder des Seefahrers 2 (in Vorbereitung)

    Huhu,


    ich wollte nur wissen, inwieweit diese deutschen Titel bereits bestätigt sind? Der englische Titel lautet "The Navigator`s Children".

  • Hi! Das steht so im Vorwort des Autors drin, im ersten Band der Hexenholzkrone ;)

  • Über den Autor (Amazon)

    Tad Williams ist ein kalifornischer Superstar. Seine Fantasy- und Science-Fiction-Bücher wurden weltweit mehrere zehn Millionen Male verkauft. Sie hatten und haben einen starken Einfluss auf eine ganze Generation von Autoren. Tad Williams lebt mit seiner Familie in Santa Cruz.


    Produktinformation (Amazon)

    Gebundene Ausgabe: 664 Seiten

    Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1. (14. März 2020)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3608949542

    ISBN-13: 978-3608949544


    Es geht spannend weiter

    Dreißig Jahre war Friede in den Königreichen von Simon und Miriamel. Aber nur scheint die Nornenkönigin Utuk’ku wieder erwacht zu sein und es wird einen neuen Krieg geben. Zwei Personen sind in dieser Zeit relevant: Prinz Morgan, der Enkel Simons und Miriamels und unzuverlässige Thronfolger, und Unver, ein grausamer Wilder von den Graslandbewohnern.

    Inzwischen lauert die Gefahr überall. Die Verbündeten aus Hernystir machen gemeinsame Sache mit der grausamen Nornenkönigin. Einem Einmarsch der Elbenarmeen in die Königreiche von Osten Ard, steht nichts mehr im Wege. Prinz Morgan irrt durch die Wälder. Er hat Hunger und Heimweh und manche Tiere sind eine ständige Gefahr. In seinen Träumen verfolgt ihn eine Stimme, wem gehört sie?


    Meine Meinung

    Wie ich es von Tad Williams erwartet habe war auch dieses Buch wieder von Anfang an spannend. Es ließ sich auch leicht und flüssig lesen, gab keine Unklarheiten im Text. In der Geschichte war ich auch gleich wieder drinnen und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. In Miriamel die allein unterwegs war, um Verträge zu unterzeichnen, in Prinz Morgan, dem der Wein, zumindest zu Anfang – mehr fehlte als alles andere, in Simon, der zu Hause auf dem Hochhorst saß und mit seinen Getreuen zu kämpfen hatte (mit Worten), und dann scheint es da auch noch einen Maulwurf zu geben…. Dann gibt es da noch Tzoja, die Geliebte Viyekis, die ihm ja ihre Tochter Nezeru geboren hatte, die zu den Opfermutigen gehört. Doch auch Menschenblut fließt in ihren Adern… Dann ist da noch die Sitha Tanahaya, die von den Menschen gerettet und zurück zu ihrem Volk gebracht worden, war, denn nur dort konnte man sie endgültig heilen. Und Tanahaya will die Menschen auf dem Hochhorst immer noch vor den Weißfüchsen warnen. Was sie alles erlebt auf ihrem Weg und auch was den anderen zustößt, das muss der Leser selbst lesen. Das Buch hat mich gefesselt, auch wenn ich, durch andere Umstände bedingt verhältnismäßig sehr lange gebraucht habe, um es zu lesen. Es war spannend, hat mich dann auch wieder in seinen Bann gezogen und sehr gut unterhalten. Von mir dafür die volle Bewertungszahl sowie eine absolute Leseempfehlung.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebe Grüße
    Lerchie



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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Tad Williams - Das Reich der Grasländer 1

    Die Nornenkönigin Utuk'ku erstarkt und dem Reich droht ein neuer Krieg. Noch herrscht Frieden, aber an allen Ecken gewinnt der Feind an Boden und bereitet den Angriff vor.


    Dies ist die erste Hälfte des 2. Bandes des Originals, im deutschen wurden die Bände halbiert und es ist somit der 3. Band. Leider liest es sich auch so: nichts Halbes und nichts Ganzes; keine einzige der dargestellten Episoden ist am Ende des Buches irgendwie abgeschlossen und so bleibt das Lesevergnügen letztendlich auf der Strecke. So viele Cliffhänger sollte man keinem Buch zumuten, auch nicht, wenn es ein mittlerer Band ist.


    Zunächst einmal ist es gut, wenn man sich in Osten Ard bereits ein wenig auskennt. Ich kenne den ersten Band der neuen Serie nicht (bzw. die ersten beiden der deutschen Übersetzung), aber ich habe den Drachenbeinthron und die drei Folgebände gelesen und so sind mir nicht nur die Welt, sondern auch viele der Hauptpersonen bereits bekannt.


    Zu Beginn werden die vorangegangenen Ereignisse zusammmengefasst. Dieser Abschnitt ist sehr komplex, war anstrengend zu lesen, und hat mich schlicht überfordert. Aber es ist gar nicht nötig, sich alles zu merken, man kommt als Kenner von Land und Leuten auch ohne der Zusammenfassung mit dem Buch klar oder kann bei Bedarf später noch einmal nachlesen.


    Das Buch besteht aus vielen einzelnen Erzählsträngen, die überwiegend unabhängig von den anderen sind und nur in das große Ganze eingebettet.

    Am besten gefallen haben mir die (eher unspannenden) Abschnitte mit dem verlorenen Prinzen: Prinz Morgan verirrt sich zu Beginn des Buches im Wald. Er scheint ein etwas naiver Charakter zu sein, aber vielleicht fehlen im auch nur ein paar Lebensjahre; er trägt zwar Schwert und Kettenhemd, kommt einem aber doch recht kindlich vor. Außerderm ist er ein Säufer, Partyvogel und Jammerlappen, also nicht gerade eine sympathische Erscheinung.

    Der Grund, warum ich den verlorenen Prinzen am liebsten mochte, ist die Tatsache, dass es hier nicht, wie in fast allen anderen Erzählsträngen, nur so von Gewalt und Intrigen, von widerwärtigen Personen und grausamen Völkern wimmelt.


    Fazit: Ich kann das Buch niemandem empfehlen, der sich nicht in Osten Ard bereits auskennt. Auch den Kennern kann ich es nicht empfehlen, wenn sie nicht bereit sind, die ganze Serie zu lesen. Ob die Serie in Gänze, wenn sie denn mal erschienen ist, empfehlenswert ist, vermag ich anhand eines halben mittleren Bandes nicht zu beurteilen. Spannung ist jedenfalls reichlich vorhanden, aber die Unzulänglichkeiten abgebrochener Handlungsstränge überwiegen leider.

  • keine einzige der dargestellten Episoden ist am Ende des Buches irgendwie abgeschlossen und so bleibt das Lesevergnügen letztendlich auf der Strecke. So viele Cliffhänger sollte man keinem Buch zumuten, auch nicht, wenn es ein mittlerer Band ist.

    Das lässt sich wohl nicht vermeiden, wenn nur der erste Band des (in der deutschen Übersetzung) geteilten zweiten Teils einer Trilogie gelesen wird. Ich habe das Buch auf Englisch gelesen (Empire of Grass) und es ist richtig gut geschrieben. Bei geteilten Bänden kommt es zwangsläufig immer an der Bruchstelle zu unabgeschlossenen Handlungssträngen, weil es im Original ja nur ein Buch ist.


    Unbedingt wichtig wäre es auch, vorher Band 1 und 2 von "Die Hexenholzkrone" zu lesen bzw. den ersten englischen Band der Trilogie mit dem Titel "The Witchwood Crown". Dann wird vieles verständlicher. Allein die Kenntnis der ersten Reihe (Der Drachenbeinthron und die Folgebände) genügt nicht für den Anschluss, wenn zwischendrin ein komplettes Buch fehlt (im Deutschen sogar zwei Bücher).


    Die Trilogie insgesamt ist bisher sehr gut gelungen. Der finale dritte Band "The Navigator's Children" wird sich jedoch um einige Zeit verschieben, wie Tad Williams bereits angekündigt hat.

  • Auch den Kennern kann ich es nicht empfehlen, wenn sie nicht bereit sind, die ganze Serie zu lesen. Ob die Serie in Gänze, wenn sie denn mal erschienen ist, empfehlenswert ist, vermag ich anhand eines halben mittleren Bandes nicht zu beurteilen. Spannung ist jedenfalls reichlich vorhanden, aber die Unzulänglichkeiten abgebrochener Handlungsstränge überwiegen leider.

    Wie kommt man auf die Idee aus einer Reihe einfach mal einen mittleren Band zu lesen? Wie du schon richtig sagst, ist es schier unmöglich, die Qualität einer Buchreihe anhand eines kleinen Ausschnitts zu beurteilen. :wink: Ich gehe davon aus, das man eine Serie komplett lesen sollte. Ich kenne bisher alle Bände der Osten Ard Reihe (bis auf diesen, der bald fällig ist) und bis jetzt bin ich sehr begeistert von Tad Williams Welt und Geschichte.

    Gelesen in 2021: 27 - Gehört in 2021: 18 - SUB: 528


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

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