Lee Child - The Hero

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  • Klappentext/Meine Übersetzung:


    Von den Jägern in den Höhlenzeichnungen zu den griechischen Tragödien, von Robin Hood zu den Rächern haben wir imme runsere Helden gehabt. Die Eigenschaften des Helden - Führungsqualitäten, Mut, moralische Überlegenheit - hallen durch die Jahrhunderte und inspirieren uns bi sheute. Aber was ist ist an diesen Charakteren, das uns immer noch antreibt?


    In seinem ersten Sachbuch beantwortet Lee Child - der Schöpfer von Jack Reacher, unserem größten modernen Helden - mit der Durchschlagskraft, die sein Markenzeichen ist und mit Präzision. Scharf wie ein Skalpell an den Wurzeln des Geschchtenerzählens und offenbarend mit Bezug auf die Geschichte der Mythen ist The Hero grundlegende Lektüre die an den KErn dessen geht, was es bedeutet ein Mensch zu sein.


    Denn egal wie zivilisiert wir auch werden, wir werden immer unsere Helden benötigen.


    Eigenen Beurteilung/Eigenzitat aus amazon.de:


    Das Times Literary Supplement (TLS) gibt es seit 1902 als regelmäßig erscheinende Beilage zur The Times und wurde nur wenige Jahre später zu einer eigenständigen Veröffentlichung. Neben Literaturkritikern haben auch immer wieder Autorinnen und Autoren ihre Ideen zur Literatur und zum Schreiben darin veröffentlicht, wie etwa Virginia Woolf, Seamus Heaney oder auch Milan Kundera. TLS Books ist die neueste Veröffentlichungsform von literarischer Kritik und Nachdenken über Literatur, die in diesem Zusammenhang erscheint.


    „The Hero“ ist nun der zweite Band dieser neuen Reihe und in ihm beschäftigt sich Lee Child mit der Entwicklung des Heldenbegriffs in der westlichen Erzähltradition. Dabei geht er zunächst von der Entwicklung des Heroins ausgehend von der ersten Nutzung getrockneten Mohnsafts in der Menschheitsgeschichte bis zu der Erfindung von Felix Hoffmann, der damit der Menschheit helfen wollte, weniger Schmerzen zu erleiden und besser zu atmen – weswegen er seiner Erfindung den Namen Heroin (Die Heldin) gab. An dieser Geschichte hängt Child auch seine Gedanken zu den Unterschieden von Homo Sapiens Sapiens und Homo Neanderthalensis auf. Da Ersterer nämlich wesentlich risikofreudiger gewesen sein soll, soll er seinen schon wesentlich länger auf der Welt lebenden Konkurrenten überrundet haben.


    Die Entwicklung des Erzählens – ausgehend aus der Entwicklung der Sprache – verbindet Child dann mit den Generationen seiner Vorfahrinnen und sieht den Schwerpunkt der Entwicklung des narrativen Sprechens nach dem sogenannten Flaschenhals nach der letzten großen Eiszeit. Von dieser Zeit ausgehend spekuliert er darüber, wie der Begriff eines Helden wohl ursprünglich gefasst wurde und wie er schließlich in der griechischen Antike, aus der der Begriff „Hero“ ja stammt, zu einem festen übergreifenden Bestandteil der westlichen Erzählsituationen wurde. Und ab diesem Punkt hat sich der Begriff natürlich mehr und mehr gewandelt, bis zu den „Homes for Heroes“-Helden und den immer beliebteren Alltagshelden. Diese beiden Heldenbegriffe schätzt Child nicht sonderlich – Jack Reacher ist das Modell, das er als das letztgültige Heldenmodell sieht.



    Es handelt sich hier nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung – obwohl hier und da ein wenig Wissenschaft (insbesondere Sprachwissenschaft) zitiert wird – sondern um eine ganz gut informierte und auch unterhaltsame Reihe von Spekulationen, die aber – bis auf ein oder zwei Sätze – in erster Linie auf westliche Erzähltraditionen bezogen ist, die natürlich für Childs Leserschaft (und die des TLS) in erster Linie interessant sind. Aber unter Beachtung dieses Caveats eine sehr einsichtsvolle und unterhaltsame Spekulation über die Entwicklung des Erzählens an sich und über den Begriff des Helden.

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